Charisma 146 > Aus dem Magazin
Pikman
Zeichen der Wiederkunft Christi?
Evangelisation unter russischen Juden in Deutschland
erscheint unglaublich, doch seit 1994 wächst die Zahl der jüdischen Menschen in Deutschland, die an Jesus glauben, schneller als irgendwo anders auf der Welt. Zugleich ist der Prozentsatz der jüdischen Bevölkerung hierzulande schneller gewachsen als jemals zuvor. Der Hauptgrund dafür ist die umfangreiche jüdische Einwanderungswelle der sogenannten russischen Juden aus der früheren Sowjetunion. So lebten im Jahr 1991 maximal 30.000 Juden in Deutschland, im Jahr 2007 waren es 250.000. Die Zahl jüdischer Menschen in Deutschland, die an Jesus glauben, lag im Jahr 1994 schätzungsweise bei 100 Personen, und es gab, so weit wir wissen, keine messianisch-jüdischen Gemeinden. Heute zählen wir mindestens 5000 Juden, die an Jesus glauben, und mehr als 30 messianische Gemeinschaften und Gruppen. Hausbesuchen, Straßenevangelisationen, Sonderveranstaltungen (Konzerte, Festivals), Veröffentlichung von Zeitschriften und Büchern war es vor allem die „Freundschafts-evangelisation“, durch die viele jüdische Menschen den Messias fanden. Sie wurden von Freunden und Bekannten angesprochen und dann zum Gottesdienst einer messianischen oder christlichen Gemeinde eingeladen. hat sich die Situation der russischen Juden gegenüber Anfang der 90er Jahre verändert:
• die messianische Bewegung ist etabliert und unter der jüdischen Bevölkerung bekannt, leider auch durch Negativbeiträge einiger jüdischer Organisationen;
• es gibt viele unterschiedliche russischsprachige christliche Gemeinden, die als Anziehungspunkte für suchende jüdische Menschen wirken;
• die Einwanderung hat generell abgenommen;
• die Mehrheit der russischen Juden in Deutschland hat sich gut etabliert und ist an das neue Land mit seiner Kultur gewöhnt;
• die meisten Jugendlichen und Kinder sprechen besser Deutsch als Russisch;
• die messianisch-jüdischen Gemeinden werden mehrheitlich von russischen Juden geleitet, die in der Regel in der Überzahl sind;
• viele russische Juden sind assimiliert und leben dem komfortablen säkularen deutschen Lebensstil angepasst, sie haben keine ausgeprägte jüdische Identität und folgen der allgemeinen falschen Auffassung, Jesus habe keine Bedeutung für Juden.
Die veränderten Umstände zeigen, dass die russischen Juden heute andere Bedürfnisse haben. Darauf muss sich die messianisch-jüdische Bewegung einstellen, indem sie
• ihren theologischen und organisatorischen Standard verbessert und ihre öffentliche Präsenz in der Gesellschaft stärkt;
• vermehrt Wert auf eine gute theologische Ausbildung und geistliche Zurüstung für neue messianische Leiter legt;
• einen „jüdischen“ Lebensstil entwickelt und unter den Christen ein Verständnis für jüdische Werte weckt;
• sich in Kirchen und Gemeinden um eine Weiterbildung kümmert, wie jüdische Menschen erreicht werden können;
• alle messianisch-jüdischen Gläubigen ermutigt, ihr Judentum offenkundig zu leben, um ein positives Zeugnis für andere Juden zu sein.
Meines Erachtens braucht die Herausforderung, den jüdischen Menschen in unserem Land die Botschaft von Jesus zu verkünden, auch die Unterstützung erfahrener Theologen, messianischer und christlicher Leiter aus Deutschland und aus anderen Ländern. Darum mein Aufruf an alle, denen das ewige Schicksal meines Volkes nicht gleichgültig ist: Bitte schließen Sie sich uns an und unterstützen Sie die Evangelisation und Gemeindegründung unter russischen Juden - an diesem Geschichte schreibenden Ort, in der Geschichte machenden Zeit - nämlich im heutigen Deutschland.
Pikman