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05.10.2010
Pfingstkirche ordiniert 63 afrikanische Pastoren
115. BFP-Bundeskonferenz mit mehr als 1100 Pastoren, Delegierten und Gästen



Als einen „historischer Moment“ empfanden die aus ganz Deutschland teilweise mit Ehefrauen und Mitarbeitern angereisten Pastoren des
Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden die Ordination von Pastoren afrikanischen Hintergrundes am Eröffnungsabend ihrer jährlichen Konferenz. Erstmalig traf man sich vom 27. bis 30. September 2010 in dem weltbekannten Ferienort Willingen. Hier hatte bereits 1952 Dr. h.c. David du Plessis vor 210 Delegierten des internationalen ökumenischen Missionstreffens „die Botschaft von Pfingsten“ bezeugt und den unvergessenen „Titel“ Mr. Pentecost erhalten. (Dieses vom „Internationalen Missionsrat“ einberufene Treffen war übrigens die einzige Weltmissionskonferenz, die je auf deutschem Boden stattgefunden hat.)

Da etwa ein Drittel der 759 BFP-Gemeinden sogenannte Internationale Gemeinden sind (mit z. B. afrikanischer, italienischer, koreanischer, lateinamerikanischer oder russisch-deutscher Prägung), soll die „deutsche Ordination“ ihren sich oft als Reverse-Missionaries verstehenden Geistlichen helfen, die gleiche Anerkennung zu genießen wie die anderen Pastoren dieser Körperschaft des öffentlichen Rechts. „Wir ordinieren euch heute als Pastoren unseres Bundes. Wir sehen euch als Kollegen und Partner, die auf gleicher Augenhöhe gemeinsam mit uns Reich Gottes bauen. Gleichzeitig beugen wir uns wegen all unseres Hochmuts und der Arroganz, gemeint zu haben, es ohne euch tun zu können“, so Hartmut Knorr, Bundessekretär des BFP. Pastor Knorr erinnerte an das „gute Bekenntnis“ des Timotheus‘ und verknüpfte damit die Bedeutung ihres Ordinationsversprechens. „Ja, wir geloben es!“, kam unisono die kraftvoll und begeistert klingende Antwort. „Ihr singt anders, ihr esst anders und ihr sammelt die Kollekte anders“, meinte Knorr weiter. „Aber wir brauchen euch und ihr braucht uns!“

Seit einiger Zeit ist der BFP verstärkt bemüht, Ausbildungsbildungsmöglichkeiten mit anschließender Ordination für die Leiter von Gemeinden aus anderem kulturellen und sprachlichen Hintergrund zu schaffen. Diese sind oft schon als Hirten – oder um das lateinische Lehnwort zu bemühen: Pastoren – von ihren jeweiligen Gemeinden anerkannt. Manchmal sind sie auch von einer Pfingstbewegung ihres Heimatlandes für den geistlichen Dienst eingesetzt und eingesegnet (lat. ordiniert) worden. Doch bleibt die Frage, inwieweit das in Deutschland von anderen Kirchen und von staatlicher Seite anerkannt wird. So bietet der BFP – in Zukunft sogar noch mehr als bisher – weiterführende und auf die BFP-Ordination vorbereitende Kurse für Anwärter/innen aus russischem, lateinamerikanischem und afrikanischem Hintergrund an.


Die 115. BFP-Bundeskonferenz mit mehr als 1100 angemeldeten Teilnehmern stand unter dem Motto „Zukunft wagen – Auftrag und Werte leben“. 83 neue persönliche Mitglieder und Pastoren sowie neun Gemeinden wurden im Rahmen der diesjährigen Tagung in den Bund aufgenommen. Dem morgendlichen geistlichen Impuls folgten Referate von Joel Holm (Chicago/USA) und Roman Siewert. Holm ist Berater für Gemeinden und Gemeindebewegungen in Amerika, arabischen Ländern, China und Indien; Siewert Präses des BFP, der – wie er sagt – seine ganze Sozialisation Jesus Christus, der Gemeinde Jesu und speziell der Pfingstbewegung verdankt. An den Nachmittagen blieb Zeit für die Interna des Bundes beziehungsweise für persönliche Begegnungen.

An zwei Abenden sprach der humorvolle, aber dabei keineswegs oberflächliche Franzose
François Forschle. Forschle, langjähriger Evangelist der französischen Pfingstbewegung und Pastor einer 2.000 Mitglieder zählenden Pfingstgemeinde in Paris, gab zu, dass man es im geistlichen Dienst manchmal „satt hat“ – nichts mehr hören und sehen möchte. In seelsorgerlicher Weise wies er dann auf sechs Folgeerscheinungen von Enttäuschungen hin, die er beobachtet hat:

Eine enttäuschte Person …

  • … verfällt in Angst (aus dieser Angst heraus bewegt sie sich nicht mehr vorwärts; doch Stillstand ist Rückgang);
  • … wird die Situation und die anderen Menschen, mit denen sie zu tun hat bzw. die Organisation, in der sie Verletzungen erlebte, aus persönlicher Betroffenheit ungünstig beurteilen und das Negative anprangern;
  • … denkt, sie sei (immer) im Recht (Elia: Ich bin allein übrig geblieben. Märtyrerkomplex);
  • … wird depressiv (manche schlafen, um zu vergessen);
  • … zieht sich zurück (s. auch Spr 18,1 und V. 21);
  • … sieht nicht, was Gott weiter mit ihr vor hat.


Unsere Reaktion sollte und kann jedoch nicht anders lauten, so Forschle, als: „Herr, wenn du noch etwas mit mir vorhast,
dann will ich wieder aufstehen!


Herausfordernd empfand ich auch die Thesen und Gedanken von Joel Holm: „Die meisten von uns verändern sich erst nach Niederlagen. Damit ist die Wahrscheinlichkeit für Veränderung so lange alles gut geht sehr gering.“ Oder: „Frage nicht, ‚wie sollte unsere Gemeinde aussehen?‘, sondern, ‚wie sollte unsere Kommune aussehen?‘ Daraus werden sich Zielsetzung und Programm für die Gemeinde ergeben.“

Erstmalig gab es auf dieser BFP-Bundestagung eine Kunstausstellung von sieben Künstlern aus den eigenen Reihen. Die Delegierten sollten dadurch ermutigt werden, künstlerisch begabte Menschen in ihrer Gemeinde zu fördern und die Malerei als eine Form des Lobpreises und der Evangelisation neu zu begreifen.

Mehr als 1000 geistliche Leiter/innen werden „eins“ im Gebet

Ein besonderes Gebetsanliegen auf der diesjährigen BFP-Bundestagung in Willingen/Upland war der seit dem 3. September spurlos
verschwundene 11-jährige Mirco. Seine Familie gehört zum BFP (Gemeinde Krefeld), Mirco selbst zu den 15.800 Royal Rangers, den christlichen Pfadfindern des BFP. Sein Vater ist Teil des Gemeindevorstandes und sein Großvater als pensionierter BFP-Pastor in weiten Kreisen den Bundes bekannt.

Präses Siewert berichtete im Rahmen dieser Gebetszeit, dass Mirco im Sommer auf die Frage seiner Mutter, wo er denn seinen Geburtstag (am 19.9.) feiern wolle, geantwortet habe: „An einem geheimen Ort.“ Wie wahr dieser „geheime Ort“ werden würde, war damals noch nicht abzusehen.

Mehr Stände als jemals zuvor umsäumten die Willinger Bundeskonferenz – auch von Initiativen, die organisatorisch unabhängig vom BFP sind wie
Alabaster Jar, Berlin (gegen Menschenhandel mit evangelistischen Einsätzen unter Prostituierten); Charisma, Düsseldorf; Christus für alle Nationen (das Missionswerk des bekannten Afrika-Missionars und Evangelisten Reinhard Bonnke) oder GlaubensZentrum, Bad Gandersheim, um nur einige zu nennen.

In seiner Abschlussansprache betonte Präses Roman Siewert, dass es uns nicht um Anerkennung in dieser Welt gehe, sondern um Anerkennung vonseiten der unsichtbaren Welt. Und wenn einen die Spannung zwischen Anspruch und Wirklichkeit im Dienst manchmal schier zerreißt, gelte es, daran festzuhalten: Wir dienen zuerst Gott und dann den Menschen.


Die Vorträge der 115. BFP-Bundeskonferenz sind auf einer MP3 zum Preis von 15,- Euro zzgl. Porto erhältlich bei:
Dietmar Knopf,
d-knopf@t-online.de; www.Predigt-Tankstelle.de





Gerhard Bially
(Gründer und Herausgeber der Zeitschrift
Charisma sowie BFP-Pastor)
Mit herzlichem Dank an
Frank Uphoff und Horst Werner für die Bereitstellung ihrer Artikel.
Weitere Info: http://www.geistbewegt.de/pages/bundeskonferenz.php





12.10.2010
Ermutigungskonferenz ‘10
Aus der Krise in die Veränderung


„Du wirst Waffenträger haben. Menschen, die dir dienen, dich lieben und dich nicht mehr verraten.“ Das sagte Pat Holloran den engagierten Christen auf der nordrhein-westfälischen Ermutigungskonferenz 2010. Holloran (Michigan, USA) kommt seit 11 Jahren immer wieder nach Deutschland und hat eine besonders wertgeschätzte Beziehung zu Dr. Christoph Häselbarth (Josua-Dienst, Strittmatt), einem weiteren Redner auf der Ermutigungskonferenz, die am 8. und 9. Oktober in der Christlichen Gesamtschule Düsseldorf stattfand. Bekannt geworden ist er durch seinen prophetischen Dienst, mit dem er schon vielen Menschen zum Segen wurde.

„Wem von euch sind schon Engel erschienen?“, fragt Pat. Als sich kaum jemand meldet fragt er, wer dennoch an die Existenz von Engeln glaube. Natürlich jede/r Anwesende. „Wer von euch hat Jesus am Kreuz gesehen oder Jesus im Himmel? – Und trotzdem glaubt ihr an ihn?!“

Menschen bewundern ‚seinen großen Glauben‘ – wenn er vom Wirken Gottes berichtet oder mit Hilfesuchenden betet oder ihnen prophetisch dient – meint Pat. Aber in Wirklichkeit hätten die Konferenzteilnehmer viel größeren Glauben. Denn Pat habe seit seiner Kindheit Einblick in die geistliche Welt. Doch Jesus sagt: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“ (Joh 20,29) „Zweifle nicht länger an deinem Glauben“, so Pat Holloran.

Wo sind meine Waffenleute?
„Wir brauchen Training, geistliches Training – und zwar miteinander“, betonte Monika Flach. Selbst eine „Frau des Glaubens“, die, wie sie bezeugte, viel an sich arbeitete, später jedoch mehr und mehr den Heiligen Geist Veränderung in ihrem Leben und Dienst bewirken ließ, riss sie die Anwesenden in ihrer Begeisterung förmlich mit. „Wo sind deine Waffenträger?“, fragte sie die ca. 300 Zuhörer und führte damit den Gedanken von Pat Holloran (s.o.) weiter. „Es geht nicht um uns. Es geht um Menschen, die Jesus brauchen. Was ist dein Auftrag und wozu bist du bestellt?“ Deutlich machte die Gründerin von Kingdom Impact, dass unser Auftrag, unser Dienst zugleich „Kampf“ bedeutet. „Wir brauchen geistliche Muskeln“, so die zarte Frau. Gottes Auftrag laute, dort hinzugehen, „wo die Finsternis herrscht“.

„Wir haben einen Feind, der uns überrollen will“, ruft Monika Flach. „Widersteht dem Teufel, damit Gottes Herrlichkeit kommt! Es geht nicht durch unsere Vorstellungen und Pläne. Sprich Gottes Verheißungen aus! Sonst übernimmt unsere Seele wieder das Sagen.“

In einer Power-Point-Präsentation unterstrich sie die Wahrheit des geistlichen Kampfes nach Epheser 6,10 ff.: „Wir müssen wachsam sein! Wenn wir eine schlechte Botschaft hören, sollen wir die feurigen Pfeile mit dem Schild des Glaubens auslöschen. Wir können uns Entmutigung nicht leisten. Sie bringt uns in die Arme des Unglaubens. Lieber wollen wir uns gegenseitig ermutigen …“

Auf die Frage, wen der Widersacher Gottes und der Gläubigen entmutigen möchte, nennt die Referentin vier Gruppen:

  • Wer eine Verheißung hat und daran festhält
  • Wer einen göttlichen Auftrag erhalten hat
  • Wer vom König ein Mandat hat [ein Amt?] bekommen hat
  • Wer den Istzustand verändern will


Wo Zaghaftigkeit uns befallen hat, sollen wir den Ängsten befehlen
zu gehen. „Gott sagt: Fürchte dich nicht!“ Im Sprechen sei eine Befehlskraft, die – so hat es Monika selbst erfahren – funktioniert. „Furcht – raus aus meiner Seele!“

Einschüchterung und Entmutigung

„Gott gibt dir einen Auftrag. Und wenn du dich dann aufmachst, wird Widerstand kommen,“ prognostiziert Monika Flach. Die Taktik des Feindes lautet
Einschüchterung. Sie geschieht durch:

Unterstellung falscher Motive

  • Spott: ‚Ihr Ohnmächtigen! Die Arbeit ist umsonst! Du bist ein Nobody!‘
  • Offene Drohungen: ‚Du wirst beseitigt!‘
  • Angebote, sich zurückzuziehen.“


Schließlich fragt die Rednerin in die Runde: „Was bewirkt
Entmutigung?“ Und sie beantwortet ihre Frage mit: „Sie vergiftet unser Denken. Unsere Wahrnehmung verändert sich. Meine Beurteilung wird anders.“ Daraus folgert sie: „Wir müssen gereinigt werden von Entmutigung. Wir sollten Entmutigung in unserem Leben nicht zulassen, weil sie uns in Unglauben hineinbringt.“

Leisere Töne …

… schlug der Co-Autor der Neuerscheinung „Erfolgsfaktor Integrität. Wie Wirtschaft und Gesellschaft erneuert werden können“,
Johannes
Grassl
, an. Teilnehemerin Heike Baumbach berichtet:

Grassl ist bei einer Schweizer Stiftung für Führungspersonen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft angestellt und glaubt, dass eine Zeit der Veränderung kommen muss und auf uns zukommen wird. Veränderung müsse allerdings bei jedem selbst beginnen: vom Einzelnen, über Ehe, Familie bis hin zur Gesellschaft. In der Ehe sei es zum Beispiel wichtig, das Vertrauen zu stärken und keine Geheimnisse voreinander zu haben.

„Doch was soll ich als Einzelner ausrichten und verändern?“, fragt der Redner. Als Beispiel nennt er die zwölf Apostel. Gott benutze auch oft das in den Augen „der Welt“ Schwache, damit sich Menschen nicht selbst rühmen. Am Beispiel von Josua forderte Johannes Grassl seine Zuhörer jedoch heraus, etwas in Gottes Namen zu unternehmen. Auf jeden Bereich unserer Gesellschaft könnten und sollten wir positiven Einfluss nehmen. Dabei gilt es Türen nicht aufbrechen zu wollen, sondern vielmehr mit dem Heiligen Geist als Wegbereiter zu rechnen. Ausdauer und Einheit mit anderen Christen seien dabei entscheidende Faktoren.

Leben in der Fülle

Den Konferenzabschluss bestritt der 73-jährige Christoph Häselbarth, den Pat Holloran als einen „geistlichen Vater unserer Nation“ verehrt. Seine ermutigende Lehre ist aufgelockert durch Erfahrungsberichte vom Wirken Gottes. Die göttliche Wahrheit des
Einswerdens im Gebet illustriert er folgendermaßen: Verzweifelt kam ein Ehepaar zu ihm, weil ihr vierjähriger Sohn sich seit seiner Geburt nicht bewegen konnte, noch nicht sprechen gelernt hatte und auch nicht selbstständig essen konnte. Gemäß Matthäus 18,19 (wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum auch immer sie bitten wollen, das soll ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel) betete er mit den Eltern für den Jungen. Fünf Jahre später traf er die Familie wieder. Sie erzählten, dass der Junge nach dem Gebet angefangen habe, sich zu bewegen, später sich aufgesetzt habe, dann zu laufen begann – und schließlich sogar angefangen habe zu sprechen. Mit sechs Jahren sei er ganz normal eingeschult worden und heute ein guter Schüler.

Dr. Häselbarth berichtet, wie er selbst zum „Leben in der Fülle“ gelangte: Als Entwicklungshelfer mit seiner Frau in Indonesien, sprach eines Tages der Herr zu ihm (so etwas hatte er als „Kirchenchrist“ noch nie erlebt): „Christoph, du lebst verkehrt! Du musst dein Leben ändern!“ Das machte ihn fragend und schließlich „hungrig“ nach Gottes Wort und geistlichen Wahrheiten. Später zeigte ihnen Gott sogar, dass sie „im Glauben“ leben und statt ihres bisherigen Berufes Gottes neuer Weisung folgen sollen. „Monat für Monat hat Gott uns dann versorgt“, bezeugt Christoph Häselbarth. Dieses neue Leben sei spannend – wenn man die Fülle Gottes bewusst annimmt.

Ein Beispiel aus jüngster Zeit: „Vor ein paar Wochen hielten wir ein Heilungsseminar. Am letzten Tag rief ein Ehepaar an und fragte, ob sie mit ihrem Sohn dazu kommen dürften, weil er ein Bein voller Metastasen habe. Dieses sollte zwei Tage später amputiert werden … Fünf Tage später kamen sie zu uns nach Hause und berichteten, dass sie im Krankenhaus vor der geplanten Operation darauf bestanden hatten, das Bein noch einmal zu untersuchen. Widerwillig habe das Personal schließlich zugestimmt. Das Ergebnis: Es waren keine Metastasen mehr vorhanden.

Blockaden für ein Leben in göttlicher Fülle

Fünf Punkte nennt Häselbarth in der Abschlussveranstaltung, die er als Hindernis, als Blockade für den Fluss des Segens Gottes in unserem Leben ansieht:

Unglaube
– verbunden mit Angst und Sorgen (Alles, was nicht aus Glauben kommt, ist Sünde, Röm 14,2)–

Druck – dieser entspringt dem Zeitgeist. (Abends seien Berufstätige oft so „fertig“, dass sie zu nichts mehr fähig sind, außer vielleicht vor dem Fernseher zu sitzen. Wir sind eingeladen, in die „Ruhe Gottes“ einzugehen, Hebr 4,1 ff.)

Selbstkritik
– oft sogar verbunden mit Selbstzerstörung (als „Gegenmittel“ nennt Dr. Häselbarth u.a. „viel in Sprachen beten“ [Jes 28, 11.12; 1 Kor 14, 21.22.14.15.4a; Jud 20; Röm 8,1.26.27; 1 Kor 14,18 – Redaktion]

Nicht-Vergeben
– was oft in Ärger und Bitterkeit resultiere (Im Gegensatz dazu: „Ein fröhliches Herz ist wie Medizin, Spr. 11,17.22)

Stolz
– alle Formen der Selbstüberhebung (was gemäß der Bibel die Ursünde ist)


Ein seelsorgerlicher Rat


Mit einem vierteiligen Rat setzt Christoph Häselbarth den Hindernissen die Überwinder-Strategie entgegen:

  • Schau auf den Herrn (Lobpreis, Anbetung, u.U. mit Hilfe von CDs oder einem Musikinstrument, Sprachengebet sowie Singen im Geist)
  • Sprich aus, was Christus in dir ist (entsprechende Bibelstellen [z.B. aus dem Epheserbrief] zitieren)
  • Sprich zu dem Berg der Krankheit, Mk 11,23 (z. B. „Leberkrebs, heb dich hinweg …!“ oder was immer dein „Berg“ ist)
  • Sag dem Herrn Dank (Ps 50,23; Phil 4,6)


Prüfet alles, das Gute behaltet

Wir haben uns in der Berichterstattung auf einige wenige Gedanken beschränkt, die uns selbst wichtig erschienen und von denen wir hoffen, dass sie unserer Leserschaft zur Ermutigung dienen. Freilich könnten wir auch manches nennen, was uns fragwürdig erschien oder weiterer Reflexion bedarf. Wer sich intensiver mit den Inhalten der
Ermutigungskonferenz ’10 befassen möchte, dem sei die MP3 empfohlen, auf der alle Beiträge (für nur 10 Euro zzgl. Porto) zu hören sind (Bestellung bei: d-knopf@t-online.de bzw. www.Predigt-Tankstelle.de).




Gerhard Bially
(Herausgeber der Zeitschrift
Charisma)


P. S.: Das o.g. Buch von Johannes Grassel und Claude R. Schmutz kann hier bestellt werden.








21.10.2010
Eine junge Gemeinde im alten Bahnhof
Mit 13 Personen wagten sie den Glaubensschritt

Gesegnet um zu segnen, lautet das Motto der Freien Christengemeinde Dorsten, NRW, mit ihrem Pastor Egbert Warzecha. Die zum Bund Freier Pfingstgemeinden (BFP) gehörende Gemeinde hat selbst den Segen Gottes in den vergangen Jahren erfahren – das bezeugten die Gemeindeglieder in ihrer „kernsanierten Kirche im alten Hervester Bahnhof“, wie es eine Lokalzeitung ausdrückte. Eine Reihe von Sonderveranstaltungen während der letzten Wochen weckte das Interesse der Bevölkerung.

Der Background

Seit 1984 ist das alte Bahnhofsgebäude in Hervest das Gemeindehaus der Freien Christengemeinde Dorsten. Mit 13 Personen wurde im Glauben ein für die Mitgliederzahl völlig überdimensioniertes Gebäude gekauft. Doch da man sich gewiss war, dass Gott den Impuls dazu gegeben habe, erlebte die Gemeinde dann auch tatsächlich, dass Gott treu ist und zu seinem Versprechen, der Gemeinde ein großes Haus zu geben, tatsächlich stand. Außerdem hatten die wenigen Mitglieder den prophetischen Impuls erhalten, dass die Gemeinde entsprechend wachsen würde.

Im Laufe der Jahre wurden mit dem Gemeindewachstum jeweils größere Räume innerhalb des erworbenen Bahnhofgebäudes für die Gottesdienste hergerichtet und verwendet. 2001 wurde ein weiterer Gebäudeteil dazugekauft, der die so dringenden Nebenräume für die Kinder- und Jugendgruppen bot. Es wuchs zunehmend der Wunsch und der Glaube, das Gebäude auch äußerlich attraktiver zu gestalten. Der Sturm „Kyrill“ gab mit den Ausschlag, das Gebäude in seinem Bestand zu schützen. Mit der Notwendigkeit der Dach- und Fassadensanierung entwickelte sich immer mehr auch der Wunsch nach einer inneren Modernisierung.

Offizielle Einweihung nach Umbau

„Nach zwei Jahren Bauzeit haben wir es nahezu geschafft: Unser Gemeindezentrum ist saniert und umgebaut“, so Gemeindeleiter Jens Vogel gegenüber Charisma. Dem Gottesdienstsaal – übrigens die frühere Bahnhofswartehalle – wurden ein neues Foyer und zwei Seitenflügel hinzugefügt. „Jetzt haben wir Raum für 200 Sitzplätze. Zudem gibt es einen neuen Café-Bereich mit Kleinkunstbühne für Kulturveranstaltungen.“

Mit einem „Tag der offenen Tür“ am 28.9. und einem offiziellen Festakt am 29.9. mit Vertretern aller im Stadtrat vertretenen Parteien, der Stadtverwaltung, der evangelischen Kirche sowie Vertretern der fast 30 Fachfirmen, die am Bau beteiligt waren, begann eine öffentlichkeitswirksame Veranstaltungsreihe. In seiner Predigt ermutigte Jens Vogel dazu, dass an diesem Tag der „Weihung des Gebäudes“ die Zuhörer auch ihr eigenes Leben dem weihen, um den es eigentlich geht: Jesus.

Festgottesdienst mit befreundeten Gemeinden

Am Sonntag, den 10.10. hatten die Dorstener „Freien Christen“ befreundete Gemeinden eingeladen. Dazu zählte die Dorstener Baptistengemeinde, die der Pfingstgemeinde während des Umbaus ihres Gottesdienstsaals „Asyl gewährt hatte“, wie es Jens Vogel ausdrückt. „Die Rekener Freie evangelische Gemeinde (FeG), die Dinslakener und die Bochumer Freie Christengemeinde (FCG-BFP) sowie unsere afrikanische Gastgemeinde machten diesen Gottesdienst zu einem unvergesslichen Erlebnis. Besonders war auch der Besuch einer schwedischen Gruppe der Pfingstgemeinde Bredaryd, die seit vielen Jahren die Kindermissionarin unserer Gemeinde, Barbro Ström, unterstützt“, berichtet Jens Vogel.

Die Predigt am 10. Oktober hielt Andreas Warwel (Velbert), der von 1985 bis 1995 in Dorsten Pastor der BFP-Gemeinde war. Mit einem Büfett aus afrikanischem, thailändischem und deutschem Essen und viel Austausch fand dieser Tag seinen gebührenden Abschluss.

Festgottesdienst mit Ehemaligen


Das letzte Event der besonderen Festwochen fand am vergangenen Sonntag, dem 17.10.2010 statt: ein Gottesdienst, zu dem alle ehemaligen Gemeindemitglieder eingeladen waren. Der Grund dafür: den Ehemaligen für ihren Einsatz in vergangenen Jahren zu danken, da alles Gegenwärtige auf dem Vergangenen aufbaue.

Besondere „Gäste“ des Tages waren:

  • Pastor Uli Schulte (Sozialwerk Bremen), der als Pastor der FCG-Dorsten von 1979 bis 1985 maßgeblich am Kauf des ersten Teils des Bahnhofs (1984) beteiligt war.
  • Pastor Reinhard Meyer, der von 1995 bis 2004 Pastor der Gemeinde war (z. Z. in Ostdeutschland für das Gemeindegründungswerk des BFP tätig).
  • Die Missionarsfamilie Ivens, die auf Heimaturlaub aus der Mongolei gekommen ist.


Schulte sprach an diesem Tag als Gastprediger über Markus, den Evangelisten, und zeigte an dessen Entwicklung, dass es nicht nur wichtig ist, Jesus zu begegnen, sondern auch ihm von Herzen zu folgen und in widrigen Situationen bei ihm zu bleiben. Seine Predigt ist zu finden unter: http://www.freie-christengemeinde-dorsten.de/fcgd-predigten/17_10_10_US.mp3

Wie konnte es anders sein, dass Uli Schulte nicht nur theoretisierte, sondern auch von seinen eigenen Gotteserfahrungen berichtete (mehr dazu in seinem autobiografischen Taschenbuch „Der letzte Schuss. Das untypische Ende einer ganz normalen Drogenkarriere“
http://www.wordstore24.net/epages/charisma.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/charisma/Products/547512).

Der Gottesdienst war auch mit seinen prophetischen Eindrücken ein Aufruf zur erstmaligen oder erneuerten Nachfolge Jesu. Viele der Ehemaligen schienen sehr beeindruckt von der Gemeindeentwicklung – sowohl baulich als auch vom Gottesdienst. Lange saß man noch beim Essen zusammen und tauschte sich über persönliche Werdegänge und alte Zeiten aus.

Gemeindewachstum und Bekanntheitsgrad

Nach dem Gemeindewachstum befragt, antwortet die Gemeindeleitung:

„Das war in unser Gemeinde keine kontinuierliche Erscheinung – und bleibt für uns selbst ein Wunder. Uns hilft unsere Kleingruppenstruktur, in der wir lebensnahe Beziehungsorientierung zu verwirklichen versuchen. Wir sind auf jeden Fall sehr dankbar, dass unser Wachstum nicht nur durch Transfers von anderen Gemeinde geschieht, sondern durch echte Bekehrungen.“

„Sicherlich hat die Umbauphase (und die Berichterstattung darüber) dazu geführt, dass ein gestiegenes Interesse seitens der Öffentlichkeit herrscht“, meint Jens Vogel. „Ich wünsche mir aber, dass wir mehr wegen unserer Inhalte bekannt werden. Dennoch haben viele Gäste uns eine außergewöhnlich liebevolle Atmosphäre und Respekt vor dem großen gemeinschaftlichen Einsatz testiert.“



G.B.



Fotos:




2010-10-25

Fachtagung Pfingstkirchen
Landes- und Pfingstkirchen – eine neue Phase der Begegnung


„Das Pfingstchristentum deckt heute ein Viertel bis ein Drittel der weltweiten Christenheit ab“, so Prof. Dr. Werner Kahl von der Missionsakademie an der Universität Hamburg. Aus Westafrika kann der Neutestamentler und Missiologe persönlich eine durchgängige Charismatisierung des Christentums bezeugen.

Diesen Trend griff die „Fachtagung Pfingstbewegung“, die vom 18. bis 19. Oktober 2010 an der Hamburger Missionsakademie stattfand, auf. Studienleiter Werner Kahl hatte dazu besonders auch jüngere Forscher eingeladen, die zwar ebenso wie ihre älteren Kollegen vom weltweiten pfingstlich-charismatischen Aufbruch inspiriert sind, sich jedoch speziell der Situation in Deutschland widmen und hier ihre Feldforschung betreiben.

In Deutschland und Europa generell wächst die Pfingstbewegung zur Zeit am meisten durch Migrantengemeinden/Migrationsgemeinden (sie selbst nennen sich oft „internationale Gemeinden“ – weniger gern hören sie die Bezeichnung „ausländische Gemeinde“). Die weltweite Entwicklung mit dem Trend der „Charismatisierung“ und dem enormen Wachstum der Pfingstbewegung sowie parallel dazu das Zunehmen der überwiegend pfingstlich-charismatischen Migrationsgemeinden in Europa habe bisher, so Kahl, eher Ethnologen und Soziologen sowie Religionswissenschaftler interessiert. „Theologen beginnen erst jetzt, das Thema zu entdecken.“


Den Teilnehmern der „Fachtagung Pfingstkirchen“ ging es vor allem auch um eine neue Phase der Begegnung zwischen den Migrationskirchen und den deutschen Gemeinden und Kirchen. Werner Bingel zum Beispiel schreibt seine Dissertation über Migrationsgemeinden. Die badische Pfarrerin Maibritt Gustrau untersucht, welche neuen Gemeinden zwischen Mannheim und Karlsruhe entstanden sind. Eva- Maria Döring, Religionswissenschaftlerin, recherchiert die lateinamerikanischen Gemeinden in Nordrhein-Westfalen. Frau Sarx aus Marburg untersucht die Schwierigkeiten der zweiten Generation der Tamilen in Deutschland.

G.B.



Mehr darüber in der nächsten
Charisma-Ausgabe, die im Dezember erscheinen wird.


2010-10-30
Die oberdeutsch-schweizerische Reformation und ihr Einfluss auf die Freikirchen



Vielschichtige Einblicke in die Rezeption der oberdeutsch-schweizerischen Reformation in den Freikirchen bot dieses Mal die Herbsttagung des Vereins für Freikirchenforschung, die an historischer Stätte, im Chateau de Liebfrauenberg im Elsass, stattfand und etwa 40 Teilnehmer fand.

Prof. Dr. Andreas Mühling (Trier) startete mit einem engagierten Vortrag zur Bedeutung Calvins in den Freikirchen. Dabei relativierte er dessen Bedeutung sogleich und stellte Heinrich Bullinger als bedeutende Figur neben ihn, bzw. Zürich als Stadt Zwinglis und Bullingers neben das Genf Calvins, das eben nicht alles überstrahlte. Am Beispiel des Calvin-Schülers Caspar Olevian schilderte Mühling den Fortgang der Lehren Calvins bei seinen Schülern. Olevian gründete schließlich die Hochschule in Herborn, die der in Genf zu diesem Zeitpunkt in nichts nachstand, so Mühling, und nahezu nicht erforscht sei in ihrer Bedeutung.

Prof. em. Dr. Marc Lienhard (Straßburg) gab einen kompakten und komplexen Überblick über die Reformation im Straßburg des 16. Jahrhunderts. Unter dem prägenden Theologen Martin Bucer zeigte sich Straßburg als recht weltoffene Stadt, in der immerhin Hinrichtungen weithin vermieden wurden, obwohl Dissidenten und Spiritualisten, Pazifisten und Apokalyptiker den verfassten Kirchen das Leben schwer machten.

Nachdem Matthias Lohmann, FeG-Pastor aus München, die reformierten Wurzeln der Baptisten und der Freien evangelischen Gemeinden heraus gearbeitet hatte, widmete sich Dr. Gerrit Jan Beuker (Hoogstede) dem niederländischen Theologen, Politiker, Staatsmann und Journalisten Abraham Kuyper und bot einen engagierten Überblick über dessen schillerndes Leben. Beuker beschrieb die Religionslandschaft der Niederlande als Hauptursache einer starken Säkularisierung, die in Europa ihresgleichen sucht. Jede Abspaltung, jede Denomination hätte eine eigene kulturelle Säule mit Zeitungen, Fernsehsendern u.v.m. gebildet. Diese „Versäulung“ der niederländischen Gesellschaft habe zur Marginalisierung des Glaubens durch Implosion abgeschlossener Säulen geführt.


Die reformierten Wurzeln der Pfingstbewegung

Nachdem Prof. Dr. Thomas Domanyi (Vermes JU/Friedensau) den Gewissensbegriff bei Calvin herausgearbeitet hatte sowie Dr. Juliane Brandt (München) einen Einblick in die Entstehung der reformierten Gemeinden in Budapest gegeben hatte, endete die Herbsttagung mit einem weit gespannten und anregenden Vortrag von Dr. Jean-Daniel Plüss (Zürich) über die reformierten Wurzeln der Pfingstbewegung. Allerdings – so stellte Plüss fest – handele es sich mehr um eine Perzeption, als um eine Rezeption.

Drei Themenfelder strukturierten seinen Vergleich:

  • Zuerst die Abendmahlslehre, die die symbolische Deutung der Reformierten übernahm, aber durch Gedanken der spirituellen Realpräsenz anreicherte, wie sie sich auch bei Bucer finden lassen.


  • Auch im zweiten Bereich, dem Kirchenverständnis, sieht Plüss Parallelen. Dass Glaube und Bekenntnis Kirche konstituieren - wie es Zwingli formuliert hat - das würde auch von Pfingstgemeinden so gesehen. Allerdings sei das Bekenntnis individualisiert. Plüss bezeichnete diese Individualisierung als Hauptursache für den Spaltpilz in der konfessionellen Landschaft der letzten 100 Jahre. DiePfingstbewegung sei für die rasante Vermehrung der Konfessionen und Denominationen maßgeblich verantwortlich.


  • Der hermeneutische Ansatz bildete den dritten Vergleichspunkt. Hier sieht Plüss eine Perzeption von Zwinglis Sichtweise der Schriftauslegung als Kombination aus Literalsinn, einem pneumatologischen Argument sowie dem Gefühl.


Alle Vorträge finden sich im Jahrbuch des VFF 2010, dass voraussichtlich im Frühjahr 2011 erscheinen wird und beim Verein für Freikirchenforschung und im Buchhandel erhältlich sein wird.

Christof Lenzen


Bonus: http://www.freikirchenforschung.de/pages/galerie/galerie.html

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