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30. April 2010
Wunder geschehen!
Gaby Wentland in evangelisch-lutherischer Kirchgemeinde in Walddorf/ Oberlausitz (Sachsen)
Im Januar 2010 sah Pfarrer Olaf Giersch aus Eibau in Sachsen die Fernsehsendung „Hof mit Himmel" zum Thema „Wunder geschehen!" mit Gaby Wentland (s. u.). Tief berührt davon, fragte er bei Frau Wentland an, ob sie einige Abende zu diesem Thema in seinen beiden Pfarrgemeinden Walddorf und Eibau halten würde.
Vom 21.4. bis 23.4. sprach Evangelistin Wentland Abend für Abend zu den aus dem Dreiländereck Deutschland- Polen-Tschechien angereisten Besuchern und betete auch für alle, die es wünschten. Pfarrer Giersch und sein Team in Walddorf hatten gute Vorarbeit geleistet: Poster hingen an den Strassen, auf Plakatwänden und Handzettel sind in großer Anzahl verteilt worden.
Bereits am ersten Abend war das Kirchenschiff fast voll besetzt mit etwa 200 Besuchern, wie uns berichtet wurde. „Gott erleben - Hilfe in ausweglosen Situationen!" war das Thema. Gaby Wentland gegenüber Charisma: „Die suchenden Menschen sogen die glaubensstärkende Botschaft auf. Viele kamen vor, um mit sich beten zu lassen und auf ihre Heilung zu warten."
Am zweiten Abend wurden erste Zeugnisse zaghaft erzählt: „Ihr kennt mich hier alle", meinte ein Mann Mitte 50, „ich rede nie in der Öffentlichkeit, aber Gott hat mich gestern so in meinem Herzen berührt, ich glaube jetzt, dass ich euch sagen soll: ‚Ich werde in Zukunft dabei sein und Gott in meinem Leben haben!‘"
Eine Frau mit starken Schmerzen in den Füßen, die extra große Schuhe tragen musste, war völlig geheilt. Eine weitere Frau hatte Heilung in ihrer schmerzenden Seele erfahren.
Dies war der einzige Abend, an dem meine Frau und ich selbst dabei sein konnten. Wir empfanden die Atmosphäre, die Botschaft von Gaby Wentland und die Gesamtleitung von Pfarrer Giersch als sehr angenehm und ermutigend. Die Kirche war mit etwa 240 Besuchern ungewöhnlich gut besetzt. „Wo ist Gott, wenn ich ihn brauche?" lautete das Thema. Gaby machte deutlich: Er ist jedem Menschen nahe, wenn wir ihn brauchen!
Gabys zeugnishafter, narrativer Predigtstil wirkt deshalb so authentisch, weil sie von Höhen und Tiefen in ihrem Leben erzählt. Und sie bleibt nicht beim Erzählen, beim Predigen - sie wagt es, Menschen einzuladen, sich hier und heute Jesus Christus zu öffen, sie wagt es, Menschen einzuladen, nach dem Gottesdienst Gebet unter Handauflegung zu empfangen.
Wie uns später berichtet wurde, empfand an diesem Abend ein Mann sofortige Heilung von starken Schmerzen, die er monatelang in seinem Oberkörper gehabt hatte. Eine Frau, heißt es, wurde sofort frei von Beschwerden in den Händen. Andere seien auch angerührt worden, seien aber noch zögerlich gewesen, dies gleich in der Öffentlichkeit kund zu tun.
Gaby berichtet Charisma von einer Pfarrerin, Mitte 40, die mehrere Jahre unter Depressionen gelitten hatte. „Sie empfing Gebet und den Zuspruch, dass sie wieder auf den Kanzeln in Sachsen predigen wird." Danach konnte sie angeblich zum ersten Mal seit Jahren ohne Depressionen in die Kirche kommen und gemeinsam mit dem 20-köpfigen Kinderchor Gott loben und preisen. Sie strahlte und wirkte wie erlöst, wird berichtet. Ihr eigenes Zeugnis: „Ich habe endlich die Freiheit, wieder unter Menschen zu gehen und zu lachen!"
Näheres zu den drei Abenden sowie die Mitschnitte auf CD bei Pfarrer Olaf Giersch in Eibau, kg.eibau@evlks.de oder Olaf.Giersch@KIrchengemeinde-Eibau.de
Gerhard Bially
Info:
Gaby Wentland zu Gast in der Fernsehsendung "Hof mit Himmel".
Download(s):
MP3 (0.8 MB) | anhören
20. April 2010
Globaler pentekostaler Kongress Empowered 21
„Empowered 21" - im 21. Jahrhundert bevollmächtigt zu sein - so lautete das Motto eines dreitägigen Gipfeltreffens, das vom 8. bis 10. April an der pfingstlich-charismatischen Oral Roberts University in Tulsa, Oklahoma stattfand. Es waren jedoch nicht nur geistliche Leiter aus mehreren Kontinenten, die sich darüber austauschten, wie die Bevollmächtigung durch den Heiligen Geist der nächsten Generation am besten vermittelt werden kann, sondern insgesamt nahezu 10.000 Menschen aus 90 Ländern, die gekommen waren, um die Zukunft der pfingstlich-charismatischen Bewegung mitzuprägen.
Bereits im Vorfeld hatten Videos (z.B. in Facebook oder YouTube) auf das große Event aufmerksam gemacht. Hier ein Beispiel (in englischer Sprache), das bei der Azusa-Street-Erweckung beginnt und den Bogen bis zur „Empowered21"-Tagung spannt: http://www.facebook.com/video/video.php?v=224439267056
„Dies ist ein historischen Ereignis mit spürbaren Auswirkungen für die Zukunft der Christenheit," glaubt Konferenzleiter Billy Wilson. Ihm ist besonders die Einheit unter pfingstlich-charismatisch geprägten Christen wichtig. Der Ruf „Neue Leiter braucht das Land" - ein Artikel in unserer aktuellen Charisma-Ausgabe, fand auch hier einen Widerhall. In allem jedoch war jedoch das Verlangen, Gottes Reden für die JETZT-Zeit zu hören, dominierend. Ein weiteres prägendes Momentum: Vielfalt in Einheit und Einheit in der Freiheit und Vielfalt des Heiligen Geistes. Ein weiteres Video macht diese Punkte deutlich: http://www.youtube.com/watch?v=p7470TnbAZs
Es ist interessant, die Liste der Verantwortlichen und Mitwirkenden sowie des Trägerkreises zu studieren. Auffallend ist die starke Beteiligung der Pfingstkirchen und der freien charismatischen Werke bzw. Bewegungen einerseits und die geringe Repräsentanz der Erneuerungsbewegungen aus den historischen Kirchen andererseits: http://www.empowered21.com/leadership.php
Ziel dieses globalen Kongresses war unter anderem:
· In generationsübergreifender Gemeinschaft eine frische Brise des Heiligen Geistes zu erfahren, eine neue Ausrüstung mit Kraft, fit für das 21. Jahrhundert
· Zeitgemäße Wege finden, um geisterfülltes Christsein des nächsten Generation zu vermitteln
· Eine Plattform bieten, um Schwierigkeiten, Enttäuschungen sowie Hoffnungen miteinander zu teilen
· Die Chance wahrzunehmen, Verbindungen zwischen gewachsenen Strukturen (z.B. verfassten Kirchen) und neuen Bewegungen zu knüpfen
Allein schon das Programmheft machte etwas von der Dimension und der Bedeutung dieses langfristig geplanten und durch kleinere Konferenzen vorbereitetes Treffen deutlich: http://flipflashpages.uniflip.com/2/26517/54399/pub/index.html
Viele äußerten sich zufrieden und ermutigt nach diesem Wochenende. „Die Generationen haben zueinander gefunden, voneinander gelernt, das Feuer Gottes fiel und der Blick wurde von der Vergangenheit in die Zukunft gerichtet," kommentiert Wilson nach dem 3-tägigen Ereignis.
17. April 2010
Zinzendorfs Erben -
in Herrnhut entscheidet noch immer das Los
Regentropfen prasseln auf den Boden nieder, Nebel hat sich tief über die Stadt gelegt. Die Menschen verstecken sich unter ihren Regenschirmen. Es ist ein trüber Tag im Örtchen Herrnhut. Und doch ist es ein Tag voller Hoffnung: Heute, am 15. April, wurden zum 280. Mal die Herrnhuter Losungen gezogen - für das Jahr 2013.
Voller Erwartung gehe ich in den Tag hinein: Es ist das erste Mal, dass ich miterleben darf, wie die weltbekannten Herrnhuter Losungen entstehen. Auf dem Weg zum Vogtshof, dem Ort, wo die Losungen gezogen werden, komme ich vorbei an der Herrnhuter Brüdergemeine. Es ist die Gemeine, in der ich groß geworden bin. Und als gebürtige Herrnhuterin spielen die Losungen natürlich von klein auf eine wichtige Rolle.
Im Vogtshof angekommen betrete ich den kleinen, barocken Raum, in dem die Ziehung stattfinden soll. Die weiß gehaltenen Wände, der Holzboden und die bescheidene Einrichtung spiegeln die Schlichtheit wider, die für die Brüdergemeine charakteristisch ist. Auf dem ovalen Tisch steht eine antike, silberne Schüssel, in der sich das Spruchgut von etwa 1800 alttestamentlichen Bibelversen befindet. Rings um den Tisch herum haben sich bereits Mitglieder der Brüdergemeine sowie Gäste und Pressevertreter versammelt, die dem Ereignis beiwohnen.
Dann beginnt das alljährliche Losungsziehen feierlich mit einer halbstündigen Morgenandacht. Gemeinsam lesen wir die Tageslosung aus Jesaja 65, hören eine Ansprache von Pfarrerin Karin Wiedemann und segnen betend das im Anschluss stattfindende Ziehen der Losungen. Den Abschluss bildet das Lied "Jesus soll die Losung sein, da ein neues Jahr erschienen."
Der Ablauf der Ziehung ist in der Regel in jedem Jahr der gleiche: Das Datum des zu ziehenden Tages wird angesagt. Ein Kärtchen mit einer Nummer zwischen 1- 1829 wird gezogen und dem dazugehörigen Vers aus einem antiken Buch zugeordnet. Dann wird der Bibelvers vorgelesen.
"1. Januar 2013." Die erste Losung wird gezogen. Passend zum Jahr 2013 ist es die Nummer 1313. Zum Neujahrsanfang werden die Menschen also mit einem Wort des Propheten Jesaja begleitet: "Im Herrn habe ich Gerechtigkeit und Stärke." Jesaja 45, 24
Die eigentliche Arbeit beginnt jedoch erst nach Beendigung der Ziehung: Ein Redaktionskreis aus zehn Leuten hat in den kommenden Monaten die Aufgabe, für den alttestamentlichen Vers einen passenden Bibeltext aus dem Neuen Testament sowie einen Liedvers oder ein Gebet herauszusuchen. Die fertigen Losungen werden anschließend in über 50 Sprachen übersetzt. Zusätzlich werden eine Jugend- eine Blinden- und sogar eine Gehörlosenlosung angefertigt. Erst dann wird das Andachtsbuch mit einer Auflage von über einer Million Exemplare in die Welt verschickt.
Die 280. Ziehung brachte eine Neuerung mit sich: Erstmals konnten auch Gäste an dem Losungsziehen teilnehmen. "Bisher haben wir das nicht gemacht", sagt Direktionsleiter Frieder Vollbrecht. "Es sollte kein öffentliches Event darstellen. Der Wunsch ist aber doch sehr stark gewesen, sodass wir zehn Leuten die Möglichkeit gegeben haben, dabei sein zu können". Insgesamt gab es mehr als 500 Zuschriften von Interessenten. Am Ende entschied, natürlich, das Los.
Auch Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf begutachtet sein Werk auch heute noch, 250 Jahre nach seinem Tod, von einem Bild herab. Er war es, der die Herrnhuter Losungen 1727 ins Leben gerufen hat. Zunächst wurde die Tageslosung von Haus zu Haus, von Mund zu Mund weitergegeben. Dann, vier Jahre später, gab Zinzendorf das erste Losungsbuch heraus. Seither gibt die Losung Christen und Nichtchristen 365 Mal jährlich nicht nur Hoffnung und Kraft, sondern auch ein Leitwort für den Tag, über das sie nachdenken sollen.
Dabei kommt es nicht selten vor, dass die tägliche Losung genau in eine bestimmte Lebenssituation passt oder zu einer Entscheidung, vor der man steht. Die Gefahr, dass Menschen die Losung als Prophezeiung gebrauchen, ist deswegen hoch. "Wir versuchen dem aber entgegenzuwirken", betont Frieder Vollbrecht. "Es gab einmal ein Paar, das angerufen hat und die Losungen von sämtlichen Samstagen aus dem kommenden Jahr haben wollte - für ihre Hochzeitsplanung. Das haben wir nicht gemacht."
"Es gibt viele Menschen, die sich über die Losungen freuen und die sich bei uns bedanken", sagt Karin Wiedemann, Pfarrerin der Brüder-Unität. "Dabei sollten die Menschen im Blick behalten, wem sie das alles verdanken. Eben nicht uns, sondern Gott. Denn die Losungen sind dafür da, sich Zeit für Gott zu nehmen. Morgens oder irgendwann am Tag."
Henrike Fischer
(Quelle: jesus.de )