Charisma - come HOLY SPIRIT

Suche

Direkt zum Seiteninhalt

News-2009-Oktober

Mediathek > Charisma-Online-Archiv > 2009

29. Oktober 2009

Vereinigung getrennter Freikirchen nach dem Fall der Mauer

Herbsttagung des Vereins für Freikirchenforschung

Die ‚Wende‘ beziehungsweise ‚friedliche Revolution‘ von 1989 in der damaligen DDR sei nicht einfach vom Himmel gefallen, betonte der 2. Vorsitzende des Vereins für Freikirchenforschung (VFF), Dr. Johannes Hartlapp (Friedensau) bei seiner Einführung in die Herbsttagung des Vereins (23./24.10.2009). Damit wollte er nicht etwa das göttliche Eingreifen bei diesem historischen Ereignis schmälern oder gar leugnen, sondern den Blick der Teilnehmer auf die vorlaufende Geschichte lenken, um dann umso besser die Jahre seit der Wende verstehen zu können. Lautete doch das Thema der diesjährigen von 45 Teilnehmern besuchten Fachtagung: „20 Jahre ‚Vereinigung‘ der deutschen Freikirchen in Ost und West - Versuch einer Bilanz". Tagungsort war Schmiedeberg bei Dresden statt.

Man müsse bis ins Jahr 1933 zurückgehen, denn ohne die Machtergreifung Hitlers seien die Teilung Deutschlands und das Jahr 1989 nicht denkbar, so Hartlapp. Viele Christen seien damals rechtskonservativ gewesen und hätten sich vom Nationalsozialismus Bewahrung vor dem Bolschewismus versprochen. Doch dann sei, anders als in christlichen Kreisen erwartet, ein Teil Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg unter kommunistische Herrschaft geraten. „Es kam eine Entwicklung in Gang, die nicht voraussehbar war. Die Schwesterkirchen in Ost und West entwickelten sich eigenständig. Ihr Denken und ihre Empfindungen waren unterschiedlich. Deshalb war ein Zusammengehen nach 1989 nicht einfach."

Über den Prozess des Zusammenschlusses der DDR-Altlutheraner mit der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) informierte Rektor Pfarrer Stefan Süß (Guben). Während in der Bundesrepublik durch den Zusammenschluss dreier lutherischer Minderheitskirchen 1972 die SELK entstanden sei, „wurde in der damaligen DDR die enge Zusammenarbeit zwischen der Evangelisch-lutherischen (altlutherischen) Kirche und der Evangelisch-lutherischen Freikirche in Sachsen von letzterer 1984 einseitig aufgekündigt". Bis heute gehe die Ev.-luth. Freikirche gänzlich eigene Wege, während der Beitritt der Altlutheraner zur SELK zu einer geglückten Verschmelzung beider Kirchen geführt habe.

Pastor Gerd Sobbe (Leipzig) berichtete über die Gründung neuer Gemeinden des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (BFeG) in Ostdeutschland nach der Wende. Ähnliche Erfahrungen mit Gemeindegründungen und daraus entstehenden Tochtergemeinden mache auch der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP), teilte Ekkehardt Rückert (Dresden) mit.

Die Zusammenführung der Theologischen Seminare des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Buckow und Hamburg war das Thema von Pastor Dr. Stefan Stiegler (Hamburg). Nach Gründung der DDR habe der Bund zunächst weiterhin Studenten aus Mitteldeutschland zur Pastorenausbildung nach Hamburg senden können, wo bereits seit 1880 das Theologische Seminar der deutschen Baptisten bestanden habe. Erst als die Entsendung immer schwieriger geworden sei, habe die Bundesleitung Ost Mitte 1959 beschlossen, eine eigene Ausbildungsstätte in der DDR zu gründen. Am 14. Oktober 1959 begann daher der Seminarbetrieb im vormaligen Diakonissen-Erholungsheim des BEFG in Buckow (Märkische Schweiz). Die Auflösung des Theologischen Seminars Buckow verlief laut Stiegler nach der politischen Wende unproblematisch. Mit Beginn des Wintersemesters 1991/92 „setzten zwölf Studierende aus Buckow ihre Studien in Hamburg fort, und drei Dozenten aus der ehemaligen DDR vervollständigten das Kollegium in Hamburg". Der Prozess der Zusammenführung der beiden Ausbildungsstätten sei durch die Erarbeitung eines neuen, gemeinsamen Bildungskonzeptes des BEFG gefördert worden, das die Ausbildung der Hauptamtlichen stärker als bisher mit der Fort- und Weiterbildung der Ehrenamtlichen verzahnen sollte. Das habe dann 1997 zum Umzug des gemeinsamen Seminars nach Wustermark-Elstal und zur Gründung des „Bildungszentrums Elstal" bei Berlin geführt.

Wesentlich komplizierter sei dagegen die Zusammenlegung der beiden Theologischen Seminare der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten verlaufen, berichtete Dr. Bernhard Oestreich, Dekan des Fachbereiches Theologie der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg. Die 1899 in Friedensau und 1924 in Darmstadt gegründeten adventistischen Seminare hätten längst vor der Teilung Deutschlands bestanden. Nach dem Fall der Mauer sei allerdings klar gewesen, dass die Adventisten in Deutschland nur noch eine Ausbildungsstätte für ihre Geistlichen benötigten. Im Vergleich zum Seminar „Marienhöhe", Darmstadt, hätte Friedensau die schlechtere Infrastruktur gehabt. Die „Marienhöhe" habe sich jahrelang vergeblich beim Hessischen Kultusministerium um die staatliche Anerkennung als Fachhochschule bemüht. Ein diesbezüglicher Antrag Friedensaus hatte dagegen bei der letzten DDR-Regierung Erfolg. Nach Beratung im DDR-Ministerrat unterschrieb am 10. September 1990 der Minister für Bildung und Wissenschaft die Urkunde, die Friedensau den Status einer staatlich anerkannten Theologischen Hochschule mit Wirkung vom 15. September 1990 verlieh. Dennoch habe es eine Reihe von Einwänden gegen den Standort Friedensau gegeben, sodass schließlich am 17. April 1991 die europäische Kirchenleitung der Adventisten in Bern entschieden habe, die künftige Pastorenausbildung in Deutschland nur noch in Friedensau fortzuführen - eine Entscheidung, die sich nicht ohne innere Spannungen zwischen "Ost" und "West" umsetzen ließ, wie Oestreich ausführte.

Bischof em. Dr. Walter Klaiber (Tübingen) wies darauf hin, dass bei der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) die Zusammenführung der 1952 in der DDR in Bad Klosterlausnitz gegründeten Ausbildungsstätte mit dem Theologischen Seminar Reutlingen ohne Probleme verlief. Das DDR-Seminar sei nur gegründet worden, weil die dortigen Studenten nicht mehr nach Reutlingen kommen konnten. „Mit der Einheit Deutschlands entfiel dieser Grund." Ohnehin habe die EmK die innere Einheit zwischen ihren drei Jährlichen Konferenzen in Deutschland auch während der DDR-Zeit weitgehend aufrechtzuerhalten vermocht.

„Die Herrnhuter Brüdergemeine gehört in Deutschland zur Europäisch-Festländischen Provinz", erläuterte Pfarrer i. R. Christian Müller, Niesky, sodass es auch während der deutschen Teilung eine gemeinsame Kirchenleitung mit Distriktdirektionen in Herrnhut (Oberlausitz) und Bad Boll (Württemberg) gegeben habe. Beschlüsse seien daher erst in Kraft getreten, wenn beide Distriktsynoden ihnen zugestimmt hätten. Nach der Wende seien beide Direktionen beibehalten worden, denn das für die Brüdergemeine historisch bedeutsame Herrnhut befinde sich geografisch am südöstlichen Rand Deutschlands. Außerdem gebe es eine weitere Direktion in Zeist/Niederlande.

Pastor i. R. Gerhard Röger, Dresden, informierte über die ehemalige Pressestelle beim Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in der DDR . Da die EmK dort keinen eigenen Verlag habe gründen dürfen, sei die Pressestelle als Unterverleger beim Unions-Verlag, Berlin, angesiedelt gewesen . Mit kostenlosen Lizenzen westlicher Verlage habe die Möglichkeit bestanden, Spruchkarten, Bildbände und Poster in großer Auflage herauszugeben. Durch die Wende hätten auch die Freikirchen Sendezeit für Gottesdienste und Andachten im Rundfunk und Fernsehen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) erhalten. Sie seien beim MDR auch mit einem eigenen Senderbeauftragten vertreten.

Die Herbsttagung des Vereins für Freikirchenforschung (VFF) schloss mit Erfahrungsberichten der Pastoren Günter Schneider (Salzgitter) und Ulrich Grabowski (Altenburg) über den Dienstwechsel von freikirchlichen Geistlichen aus Ost- nach Westdeutschland und umgekehrt nach 1990. Die in Schmiedeberg gehaltenen Referate werden im Jahrbuch Freikirchenforschung dokumentiert, das der VFF herausgibt.

Christof Lenzen




27. Oktober 2009

Leserbrief zu „Evolutionstheorie lückenhaft, aber brauchbar" (Charisma 4/09, S. 27)


Werner Harke (JMEM), Autor des von unserer Leserschaft viel beachteten Buches „Intelligente Planung oder Millionen Zufälle" schrieb eine Replik auf Professor Brückners Rezension und Kommentar (vgl. Charisma - come Holy Spirit Nr. 150, S. 27).

Als eine dritte Option hat Charisma-Herausgeber Gerhard Bially eine Bibelarbeit (basierend auf dem Lebenswerk von Finis Jennings Dake) ins Netz gestellt, in der zwischen Urschöpfung und Neuschöpfung unterschieden wird. Dies ist, wie er sagt, sein Beitrag zum Darwin-Jahr.
Beitrag hören

LESERBRIEF
Im letzten Heft wurde mein Buch „Intelligente Planung oder Millionen Zufälle" vorgestellt. Prof. Brückner plädiert in seiner Rezension statt für ein „Entweder-oder" von Evolution und Schöpfung mehr für ein „Sowohl-als auch", also für eine „Theistische Evolution". Dieser Gedanke ist verlockend, weil er beide Seiten zusammenbringt. Wegen der daraus folgenden Konsequenzen muss ich dagegen aber starke Bedenken anmelden.

Die Evolutionsvertreter lehnen einen solchen Gedanken ohnehin als Anbiederung ab, denn sie wollen alles rein materiell ohne Gott erklären. Von der Bibel her ist ein Gott, der „durch Evolution schuf", nur ein Lückenbüßer. Er kann gerade noch mal da ins Spiel kommen, wo noch keine Evolutionshypothese gefunden wurde. Am Schluss des Schöpfungsberichts heißt es: „Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut."

Eine Schöpfung durch millionenfachen Tod, Fressen und Gefressenwerden, Leid, Qual, Parasitismus, Kannibalismus usw. ist nicht „sehr gut". Ein Gott, der so „schafft", wäre sadistisch und grausam. Adam wäre nicht von Gott ins Leben gerufen worden, sondern aus einem Menschenaffen hervorgegangen. Der Mensch wäre ein höherentwickeltes Tier und hätte selbstverständlich keine Verantwortung für seine Sünden, denn er wurde ja von Gott so „angelegt". Das Werk Jesu, Evangelium, Sühnetod, Kreuz, Vergebung wären völlig überflüssig. Die Bibel würde in ihre Bestandteile aufgelöst und zu einem Mythen- und Legendenbuch gemacht (wie es ja tatsächlich auch durch die „moderne" Theologie geschehen ist). Nicht nur der Schöpfungsbericht wird zum Märchen, sondern alle Wunder der Bibel, denn sie sind alle völlig „unwissenschaftlich".

Das alles wegen einer Theorie, die keineswegs wissenschaftlich bewiesen ist. Nachgewiesen ist nur Mikroevolution, die nur kleine Anpassungen (Rassen) bewirken kann. Es ist ehrlicher, eine klare Trennung zu ziehen: Wenn Evolution stimmt, braucht es keinen Gott; wenn Schöpfung stimmt, braucht es keine Evolution.

Werner Harke, Hurlach



22. Oktober 2009

ERF Medien feiert Jubiläum: „50 Jahre ERF - Hören. Sehen. Glauben."

Dankgottesdienst, Jubiläumsgala und Konzert in der Wetzlarer Rittal Arena

Mit einem Dankgottesdienst und einer Jubiläumsgala feiert ERF Medien dieses Wochenende sein 50-jähriges Bestehen. Die Feiern stehen unter dem Motto „50 Jahre ERF - Hören. Sehen. Glauben". Am 19. Oktober 1959 hatten sieben Frauen und Männer ERF Medien, damals unter dem Namen „Evangeliums-Rundfunk", im Hotel Eulerhaus im hessischen Wetzlar gegründet. Im Februar 1961 ging die erste Radiosendung über Kurzwelle europaweit in den Äther. Heute produziert der ERF ein 24-stündiges Fernsehprogramm, drei Radioprogramme und betreibt 15 Internetangebote.

In einem Grußwort schreibt der hessische Ministerpräsident Roland Koch: „Entgegen der Entwicklung, dass medienvermittelte Informationen heutzutage immer kurzlebiger werden, sendet der ERF eine Nachricht, die Bestand hat - die Botschaft des Christentums".

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Prof. Wolfgang Huber (Berlin), schreibt: „Dem ERF als couragiertem Verfechter evangelikaler Positionen in Deutschland wünsche ich mindestens 50 weitere Jahre im Dienste der Verkündigung und der Information!"

Charisma-Herausgeber Gerhard Bially hat über die Jahre beobachtet, wie sich der ERF auch mehr und mehr für die Charismatische Erneuerung geöffnet hat. Dies wird zum Beispiel an seinem Liedgut deutlich, aber auch an manchen Wortbeiträgen und Reportagen.

Am Sonntag, 25. Oktober 2009, lädt der ERF um 11 Uhr zu einem Dankgottesdienst in die Rittal Arena (Wolfgang-Kühle-Straße 1) ein. Die Festpredigt hält der Prof. Dr. Hans-Joachim Eckstein von der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen.

Am Nachmittag um 14.30 Uhr beginnt die Jubiläumsgala, bei der u. a. Musiker wie Dieter Falk, Anja Lehmann, Manfred Siebald, Cae und Eddi Gauntt, ein Adonia-Teenager-Chor und eine Bigband auftreten. Zu der Gala benötigen Besucher kostenlose Eintrittskarten ( www.erf.de/jubilaeum).

Bereits am Freitag, 23. Oktober, ab 19.30 Uhr präsentiert CrossChannel.de, das junge Webradio des ERF, ein Konzert mit der Gruppe „Hillsong London" (Worship/Pop) und der Band „October Light" (Rock/Ska) aus Kroatien, ebenfalls in der Rittal Arena. Der Eintritt kostet 12,50 Euro, an der Abendkasse 15 Euro. Buchungen sind möglich unter www.hillsong.erf.de.

Alle drei Tage werden also in der Rittal Arena (Wolfgang-Kühle-Straße 1) gefeiert. Zu den drei Veranstaltungen erwartet der ERF nach Angaben von Pressesprecher Michael vom Ende jeweils ca. 5.000 Besucher. Damit kommt die Rittal Arena an die Kapazitätsgrenzen.

Die beiden Veranstaltungen am Sonntag sind bundesweit live im Fernsehen bei „ERF eins" zu sehen, digital über Kabel und Satellit sowie im Internet ( www.erf.de), digital und analog bei ERF Radio und in Wetzlar zusätzlich über UKW 90,0 MHz.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an:
ERF Deutschland e. V.
Berliner Ring 62
35576 Wetzlar
Tel.: 06441 957-0 06441 957-0
www.erf.de



15. Oktober 2009

Rückblick auf die „Prophetenkonferenz" in Nürnberg (1. - 4.10.2009)

Bereits im Frühsommer diesen Jahres lag der Flyer, der zu der Prophetenkonferenz einlud, bei uns in der Gemeinde aus und ich erhielt den Impuls, dorthin zu reisen. Als ich dann schon am 30.09.2009 in Nürnberg ankam, fiel mir als Erstes auf, dass ein besonderer Friede über der Stadt zu liegen schien und ich bekam den Eindruck, dass für diese Konferenz besonders intensiv gebetet worden ist. Das machte mich natürlich neugierig.

Am ersten Abend der Konferenz sprach Eckehard Höfig und erläuterte den Grund für diese Konferenz: Das Prophetische, das vor nicht all zu langer Zeit in den Gemeinden einen „Boom" erlebte, ist seiner Beobachtung nach inzwischen wieder abgeflacht, sollte aber wieder neu belebt werden. Ein Netzwerk von „prophetischen Leuten" schwebt ihm vor. Anschließend sprach Bruder Yun, der wohl vielen durch das Buch „Der Himmelsbürger - Befreit!" bekannt sein dürfte.

Dieser Abend war für mich sehr bewegend, da z. B. die Chinesen (es war eine größere Gruppe von Chinesen, die in Europa verteilt wohnen, anwesend) von der Bühne aus in einem auf chinesisch gesungenen Lied bekannten: „Ich liebe Europa, auch wenn es mich den Preis des Kreuzes kostet ..." Außerdem wurden Prophetien weitergegeben, die zum Beispiel den Inhalt von 2.Chr. 7,14 wiedergaben (wenn mein Volk, über dem mein Name ausgerufen ist, sich demütigt, und sie beten und mein Angesicht suchen und von ihren bösen Wegen umkehren, dann werde ich vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen) bzw. bildhafte Eindrücke, dass Europa geistlich gesehen ein sehr trockenes Land darstellt.

Während der weiteren Veranstaltungen in den darauf folgenden Tagen begegneten wir den anderen Konferenzsprechern wie Stefan Dries, der uns sehr stark zu „Prophetischer Evangelisation" herausforderte. Eine Herausforderung, sich mit den prophetischen Gaben für die Leute in der eigenen Umgebung von Gott gebrauchen zu lassen. Als Beispiel sei hier die Begebenheit am Jakobsbrunnen in Joh.4 erwähnt, bei der Jesus einer ihm völlig fremden Frau auf den Kopf zusagte, was mit ihr los war und im Laufe der Ereignisse ein ganzes Dorf zum Glauben kam.

Ein weiterer Sprecher auf der Konferenz war Ed Traut. In einer seiner Botschaften thematisierte er, warum sich manche Prophetien (noch) nicht erfüllt haben bzw. manches Mal genau das Gegenteil zu geschehen scheint. Er wusste dies u.a.. sehr anschaulich anhand der Verheißung Gottes an Israel: „Ich werde dich in ein Land bringen, indem Milch und Honig fließen" deutlich zu machen. (2.Mo 3,8)

Dr. Sharon Stone war ebenfalls Sprecherin auf dieser Konferenz und eine sehr dynamische Person. Sie sprach deutliche Worte über Deutschland und Europa aus, die nahe Zukunft betreffend und ich fand es beeindruckend, dass sie diese Eindrücke vor der Konferenz zusammen mit anderen Propheten „geprüft" hat.

Überhaupt war auf dieser Konferenz viel Zeit gegeben worden, dass den Einzelnen prophetisch gedient werden konnte. Sehr löblich fand ich, dass diejenigen, die daran interessiert waren, die Möglichkeit hatten, dann auch eine CD mit den persönlichen Prophetien zu erhalten. Öffentlich wurden prophetische Eindrücke über Deutschland und Europa weitergegeben, z. B. dass Gott Erweckung geben will und wird, in einem bisher nicht gekannten Ausmaß und dass Gott besonders die Jugend gebrauchen will. Prophetien hinsichtlich der Jugend hat es in ähnlicher Ausrichtung bereits zu früheren Gelegenheiten gegeben, doch wurde gesagt, dass diese wohl deshalb noch nicht in Erfüllung gegangen seien, weil es an geistlichen Vätern und Müttern in unserem Land mangele bzw. diese noch nicht ihren Platz eingenommen hätten.

Fazit: Auch wenn ich mit meinem Fragenkatalog, mit dem ich nach Nürnberg gefahren bin, wieder abgereist bin, so bin ich doch während dieser Zeit in Nürnberg sehr erfrischt worden und konnte einige wertvolle Impulse mit nach Hause nehmen.

Thomas Kirste




Ebenfalls dabei war Pfr. Dr. Moritz Fischer von der Bayerischen Landeskirche, der uns freundlicherweise auch einige Notizen zur Verfügung stellte:

Kurzbericht zur Konferenz „Prophetischer Dienst und Gebet 2009"

· Vgl.: DVDs mit Aufzeichnungen der Prophetien, Zeugnisse; Berichte von der Konferenz:
http://www.prophetenkonferenz.de

· Ort: Meistersingerhalle Nürnberg

· Veranstalter: Immanuel-Gemeinde Nürnberg (Evang. Freikirche) e.V.:
http://www.immanuel-nuernberg.de

· Organisatoren: Pastor Ekkehard Höfig, Iris Höfig, Mitarbeitende aus der Gemeinde



Programm siehe Website



Stichpunkte:

Teilgenommen haben an den einzelnen Tagen zwischen 1200 und 1400 Personen.

Die eingeladenen Propheten waren sehr unterschiedlich, was ihre biographische und nationale Herkunft (China/Deutschland, Deutschland/England, Südafrika/USA, USA/England, Deutschland), ihren Stil und ihre theologische Ausrichtung betraf, doch die vom Veranstalter herbeigeführte Mischung und die Einstimmung der Referenten aufeinander gelang.

Es war eigentlich eine „Internationale Konferenz".

Von den Organisatoren wurde mehr Wert auf individuelle Prophetien gelegt als auf groß angelegte.

Die Unterschiede zu der großen Vorgänger-Konferenz 1992 schildert Ekkehard Höfig so: „Es kam damals und in den Folgejahren zu einem Boom des Prophetischen, der auch überhandnahm und das Thema verwässerte. Anderseits ist das Thema in Deutschland noch unterbelichtet, das sieht man daran, dass die meisten Referenten importiert waren. Wir hatten jedenfalls eine Prophetie und den Eindruck im Vorfeld, dass das Thema wieder dran wäre. Damals 1992 und danach (John Mulinde, auch andere!) waren zu sehr einzelne Länder, Regionen und Jahreszahlen im Blickpunkt. Vieles hat sich so nicht erfüllt. Wir sind viel kritischer geworden. Diejenigen, die auf der Konferenz Prophetien erhielten, wurden gebeten, Berichte zu geben, was zutraf oder eintraf. Doch wir wollten Prophetien, die überprüfbar waren."

Letzteres wurde m.E. konkret, als in dem auf die Konferenz folgenden Gottesdienst in der Immanuel-Gemeinde Nürnberg (den ich auch besuchte) Berichte (Zeugnisse) von Teilnehmenden gegeben wurden und weitere verlesen wurden. Alle lassen ein positives, aber auch differenziertes Echo erkennen: nicht euphorisch, aber von Lebenswenden und erneut erfahrener Glaubenstiefe ist die Rede

Besonders die Praxis von der neuartigen (?) „interaktiven Prophetie" zwischen den Teilnehmenden bzw. von vorbereiteten „Laien", Leitungs- und Teammitgliedern der Immanuel-Gemeinde führte zu tiefen Erfahrungen, Zeugnissen, Botschaften, die auf Gottes Wirken in Jesus Christus zurückgeführt werden. Ziel: dass Menschen freigesetzt werden im Glauben, Handeln und in der Gewissheit, von Gott geliebt zu werden und das an andere in Wort und Tat weiterzugeben.

Am Samstag, 03.10. kam es am Nachmittag während bzw. nach dem Lobpreisteil zu einer echten VERDICHTUNG - die Präsenz des Wirkens Gottes wurde von den meisten der Anwesenden in der Halle noch einmal als kräftig gesteigert erfahren, ein inhaltlicher Durchbruch folgte ...

Es wird geplant, von der Immanuelgemeinde ausgehend ein „prophetisches Netzwerk" zu gründen.

(Nach Teilnahme / Besuch der Konferenz am 2.10. und Interview mit Ekkehard Höfig nach Gottesdienstbesuch in Nürnberg sowie Austausch mit GGE-Ehrenvorsitzenden Pfr. i.R. Friedrich Aschoff am Rande der Konferenz)

Pfr. Dr. Moritz Fischer, Neuendettelsau, den 11.10.2009



10. Oktober 2009

"Laubhüttenfest in Jerusalem"

Etwa 5000 Christen aus 100 Nationen marschierten am Dienstag, den 6. Oktober, anlässlich des Laubhüttenfestes mit dem Festzug durch Jerusalem. Damit haben sie ihre Solidarität mit Israel zum Ausdruck gebracht. Organisiert wurde diese christliche Beteiligung zu den Festtagen in Israel durch die Internationale Christliche Botschaft (ICEJ) in Jerusalem. Seit 30 Jahren lädt die ICEJ Christen aus aller Welt zum Laubhüttenfest nach Jerusalem ein und veranstaltet feierliche Festlichkeiten im Blick auf Sacharja 14,16.

Premierminister Netanjahu ehrte die Festversammlung mit einer Grußbotschaft. Darin sagte er unter anderem: „Seit Sie mit uns durch die Straßen von Jerusalem zogen, auch in den schwersten Zeiten, sind Sie für Israel eingetreten, und Sie haben uns eine klare Botschaft gegeben: „Israel, du bist nicht alleine! Wir stehen hinter dir!“

Für uns als Israel-Freunde gilt zum einen, Israel zu segnen (das beinhaltet, gut über Israel und freundlich zu dem Volk Israel zu reden) und dann vor allem im Gebet für Israel einzutreten. Dazu stellt Eckhard Maier, Vorsitzender von „Fürbitte für Israel“, immer wieder aktuelle Gebetsanliegen auf unsere Website.



7. Oktober 2009

„Berger trifft Berger“ Tagung im GGE-Zentrum Obernkirchen, 29. Sept. 2009

„Es war eine einzigartige Begegnung zwischen einem christlichen Theologen und einem Gemeindeleiter einer messianischen Gemeinde in Jerusalem …“ so beginnt Pfarrer Quaas seinen Bericht für Charisma vom 29.9.09. Tags zuvor waren sich „die beiden Berger“ erstmals in ihrem Leben in Castell begegnet. Mehr darüber in der nächsten Charisma-Print-Ausgabe. Doch hier vorab den Online-Bericht von F. Quaas:

Prof. em. Dr. Klaus Berger (Heidelberg) und Pastor/Rabbi Benjamin Berger (Olive-Tree Fellowship) hielten jeweils eine kurze Ansprache. Danach war Zeit für Fragen und Antworten. Prof . Berger stellte in seinem Referat die provokante Frage: „Ist die messianische Bewegung eine Renaissance des Urchristentums?“

In jedem Fall sind die messianischen Gemeinden eine besondere Herausforderung für die Kirchen. Sie stellen die Verbindung wieder her, die durch die Judenchristen in den ersten Jahrhunderten mit dem Judentum bestand. Man kann sagen, dass die Heidenchristen ohne die messianischen Juden „in der Luft schweben“, ihnen fehlt der Wurzelgrund. Die dringend notwendige Einbeziehung in den Dialog wird durch die Ablehnung der Judenmission gehindert. Die messianische Bewegung erwartet aber zu Recht eine Anerkennung und eine besondere Aufmerksamkeit im Blick auf die Geschichte der christlichen Kirchen in ihren Anfängen. Sie dürfen nicht länger als Störenfriede für den Dialog von Juden und Christen gelten.

In diesem Zusammenhang ist die erste Prophezeiung eines Juden für das Jesuskind aktuell: Der greise Simeon nimmt das Kind auf seine Arme, als es in den Tempel gebracht wird und spricht die Worte über ihn:“ Mit meinen Augen habe ich deinen Retter (Jeschua) gesehen, den du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht zur Erleuchtung (Offenbarung) der Heiden und zur Ehre ( Herrlichkeit) deines Volkes Israel.“ (Lk 2, 30-32).

Jesus übernimmt die Berufung für Israel, ein Licht für die Völker zu sein. Er verbindet Israel mit den Völkern. Darum sind die messianischen Juden die „Oekumene im Ernstfall“, sie stellen heute diese Verbindung dar, die lange abgerissen war. Es gilt also, das Fremde, das uns mit den messianischen Juden begegnet, als etwas Eigenes neu zu integrieren! Durch sie können wir Jesus als Juden neu für uns entdecken!

Zunächst erscheint uns die Vielfalt der messianischen Juden verwirrend. Dabei sind zwei Dinge positiv zu vermerken:
1) Ihnen fehlt die Hierarchie, die wir in den Kirchen haben (man könnte auch sagen: die Dogmatik) und
2) in ihrer Vielfalt können wir die Wirkung des Heiligen Geistes in der charismatischen Vielfalt erkennen.

Prof. Berger meint, dass es in der Begegnung mit messianischen Juden natürlich auch um die Frage der Judenmission geht, und wir können dabei die Last der Schuld, die vom Holocaust her auf der Kirche liegt, nicht ausklammern, aber vor allem geht es darum, dass wir zur gemeinsamen Anbetung kommen. Wir sind durch den Messias Jeschua verbunden und dürfen mit den Brüdern und Schwestern in der Anbetung des Messias einstimmen in die Lobgesänge Israels, über denen Gott thront.

Wir können von den messianischen Gemeinden lernen, nicht so sehr auf den historischen Jesus konzentriert zu sein als uns vielmehr auf den kommenden Jesus auszurichten. Das haben sie uns voraus, weil sie wissen, dass Jesus bald seinem Volk zum zweiten Mal begegnen wird. Noch steht die Erfüllung der Prophetie des Jesaja und Micha aus, die besagt, dass die Völker zum Zion pilgern werden, um die Tora zu lernen und mit ihr den Frieden (Jes 2,1–4 ; Micha 4,1–5).

Benjamin Berger begann sein Referat mit einem Zeugnis darüber, wie er Jesus als Messias erfahren hat. Er war mit den Eltern mit dem letzten Schiff nach USA emigriert und ist in New York aufgewachsen, seine Eltern waren streng religiös. Für Benjamin war der Holocaust stets gegenwärtig und er hörte von überlebenden Juden oft die Worte: „Gott hat uns verlassen“. So hat er sich mehr und mehr von seiner jüdischen Tradition abgewendet, aber niemals sein Selbstbewusstsein als Jude in Frage gestellt.

Als junger Mann kam er in eine geistliche Krise. Er fragte sich: Woran glaubst du eigentlich? Es war ihm klar, dass es um die Wahrheitsfrage ging. Er suchte aufrichtig nach der Wahrheit.

In dieser Zeit hatte er das einschneidende Erlebnis, dass Gott ihm begegnete in einem überirdischen Lichtstrom. Er konnte nicht verstehen, was da geschah, aber ihm war klar, dass er es mit Gott zu tun hatte. Er sah einen geöffneten Türspalt, es war , als ob ein Pfeil sein Herz träfe und er spürte eine große Liebe und hörte innerlich die Worte: „Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs“ und auch den Namen „Jeschua“. Er wusste von da an mit Gewissheit: Jesus ist der Messias. Und er begann, das Neue Testament auf englisch zu lesen.

Beim Lesen wurde ihm der Glaube geschenkt. Der Glaube war kein Ergebnis des Studiums, sondern die Hilfe, zu verstehen.

Weil er aus priesterlichem Geschlecht stammte, musste er jeden Kontakt mit Toten meiden. Das brachte eine Angst vor dem Tod mit sich, die nun wie weggeblasen war! Jeder Zweifel war getilgt und hat sich auch nicht wieder wirklich eingestellt.

Benjamin bekam aufgrund seines Glaubens große Konflikte mit seiner Familie, die ihn nicht verstanden. Später suchte er seine Brüder und Schwestern in den messianischen Gemeinden, die sich nicht als Christen, sondern als „Meschichim“ verstehen. Es war ein großer Schmerz für ihn, dass die Christen die Verbindung zu Israel verloren hatten. Sie haben vergessen, dass der Glaube aus Israel kommt – mit allem, was dazu gehört. Die christliche Wurzel der Kirchen ist doch jüdisch!

Leider kam es im Laufe der Geschichte zu einer gegenseitigen Entfremdung. Und die Frage ist: Wie können wir diese Entfremdung überwinden, wie kommen wir aus dem Dilemma heraus? Es ist ein langandauernder Prozess, und es gibt manche Stolpersteine auf dem Weg der Annäherung zwischen messianischen Juden und Heidenchristen, z.B. das Vorurteil, die messianischen Juden seien Feinde des orthodoxen Judentums, oder die Frage, warum messianische Juden die Beschneidung praktizieren und die jüdischen Feste feiern (mit Bezug auf Jeschua, versteht sich) oder die Frage, warum messianische Juden nicht Mitglieder der christlichen Kirchen sein wollen.

Wie sollen wir uns verhalten? Eine große Aufgabe liegt vor uns. Diese Veranstaltung ist – so Benjamin Berger – ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Es ist Gottes Sache, das Begonnene weiterzuführen und ans Ziel zu bringen. Ein Stolperstein sei auch die Meinung, es gäbe zwei Heilswege und zwei Gottesvölker. Das widerspricht völlig der Aussage in Epheser 2, dass Gott beide, Juden und Heiden, in Christus zu einem neuen Menschen geschaffen und beide in einem Leib durch das Kreuz versöhnt hat (V.15f).

Im Blick auf die Frage nach dem Verhältnis von Passah und Abendmahl konnte sich Benjamin Berger der Meinung seines Gesprächspartners nicht anschließen, dass im Abendmahl gar nicht vom Passahlamm die Rede sei. In seiner Gemeinde wird das Abendmahl im Sinn der Tradition so gefeiert, dass auch Christen aus anderen Völkern daran teilnehmen können. Eine solche gemeinsame Abendmahlsfeier im Jahr 2000 wurde als prophetisches Zeichen gedeutet.

Nach Römer 11 ist das Ziel der Heilsgeschichte die Versöhnung Gottes mit Israel und mit den Völkern ( vgl. auch Offb 21,3 „Gott wird bei ihnen wohnen und sie werden seine Völker sein und Gott selbst wird bei ihnen sein.“).

In der anschließenden Aussprache betonte Benjamin Berger:
Viele Christen haben keinen Blick für die Zukunft auf dieser Erde. Aber Gottes Plan ist eindeutig. Israel wird im messianischen Friedensreich ein Licht und ein Segen für die Völker sein, es geht um „die Wiederherstellung aller Dinge“( Apg.3,21-25). Die täglichen Nachrichten sind eine Sache, die biblischen Verheißungen eine andere. Die Schöpfung wird erneuert werden und Jeschua wird König sein über die Erde. Auch die Araber werden eine Zukunft haben in diesem Land, wenn sie Gottes Plan mit Israel anerkennen. Der Islam wird eines Tages fallen und es wird eine Umkehr unter den Arabern geben. Die Geschichte spitzt sich dramatisch zu. Gott führt sein Volk durch Gericht und Gnade. Die Gnade aber triumphiert über das Gericht. Und die Zeit der Gnade dauert noch an.

Friedrich Quaas (evang. Pfarrer i.R.)



1. Oktober 2009

Ich bin einer, den die Gnade fand

Wie ein Obdachloser nach Jahren sesshaft wurde


Unter obiger Überschrift lasen Sie in der neuen Ausgabe von Charisma - come Holy Spirit (Nr. 150) einen autobiografischen Artikel von Anthony Boddey (Seite 38 f.). Am Ende war ein kleiner Vermerk der Redaktion, dass Anthony nach mehr als sieben Jahren erstmals wieder seinen Fuß auf englischen Boden setzt und Familienmitglieder aufsucht - verbunden mit der Einladung zur Fürbitte für Anthony. Heidi Wilson(geb. Deans), die in Herrnhut eine Sprachschule errichtete und im Christlichen Zentrum mitarbeitete, wo sie auch Anthony kennenlernte, hat mit ihrem Mann Dave Anthony nach England eingeladen und berichtet jetzt von der neuesten Entwicklung:

Anthony hat mich gebeten, eine Dankes-Mail an Euch zu schreiben. Vielen Tausend Dank für alle Eure Gebete, die Ihr für ihn für seine Familie gebetet habt. Wie Ihr wisst, ist er die letzten fünf Wochen bei uns in England gewesen und hat uns beim Umbauen und Dekorieren unseres Hauses super-toll geholfen. Noch sind wir nicht fertig.

Anthony ist echt ein riesen großer Segen. Ohne ihn hätten wir niemals alles so schön und so schnell schaffen können. Wir sind ihm echt dankbar. Früher hat er immer gesagt, dass er nie wieder nach England gehen würde, da er so viele schlechte Erfahrungen hier in seinem Leben gemacht hat. So habe ich ihm unsere Situation geschildert und ihm gesagt, es wäre uns eine große Hilfe, wenn er zu uns käme. Was dann vielleicht den Ausschlag gegeben hat, wirklich zu kommen, war, dass wir ihm versprachen, das Grab von seines Sohns, der vor 16 Jahren im Alter von vier Monaten in seinem Bett einfach einschlief und nicht mehr aufwachte, zu besuchen. Das haben wir bis jetzt zweimal gemacht. Dort auf seinem Grab fanden wir ein altes Foto von dem Baby Daniel, das noch einigermaßen gut ist. Anthony hat sich sooo gefreut. Inzwischen haben wir das Grab „frisch" gemacht und verschönert. Ich denke, das hat Anthony sehr gut getan.

Vor einigen Wochen haben wir Anthonys Freunde besucht. Die haben sich riesig gefreut, ihn nach mehr als acht Jahren wiederzusehen. Dann haben wir Kontakt mit seiner Ex-Frau und den Kindern aufgenommen. Wir haben mit Anthony darüber gesprochen, dass er durch Gebet sehr viel Einfluss auf seine drei Söhnen und ihr Leben nehmen kann. Für Gott ist nichts unmöglich! Wer weiß, was Er noch alles vorhat!

Gestern waren wir in Anthonys früherer Gemeinde und haben seinen ehemaligen Pastor kennengelernt. Er war sehr nett und hat Anthony sofort wieder erkannt und laut vor Freude gerufen, als er ihn sah. Anthony hat mit ihm immer mal wieder telefonisch Kontakt gehabt. Der Gottesdienst war gesegnet, und wir sind eingeladen worden, nächste Woche wieder hinzugehen. Dann soll Anthony von seiner Begegnung mit Gott Zeugnis geben und ich werde etwas über Herrnhut berichten.

Inzwischen haben wir auch Anthonys Mutter aufgesucht. Er hat irgendwann einfach den Kontakt zu ihr abgeschnitten, und seitdem wusste er nichts mehr von ihr. Mein Mann Dave hat im Internet nach ihrer Adresse gesucht. Erst auf Umwegen konnten wir sie herausfinden. Als Anthony an der Tür klopfte, hatte die Nachbarin die Mutter schon informiert, dass ihr jüngster Sohn sie besucht. So war sie ein wenig vorbereitet.

Am Anfang war alles recht ungewohnt. Anthony erfuhr, dass sein Stiefvater vor zwei Jahren gestorben ist ... Anthony hat dann sogar mit einem seiner Brüder telefonisch sprechen können (das war eine unerwartete Überraschung). Wir waren bestimmt über zwei Stunden bei seiner Mutter, und dann meinte sie: „Ich weiß, er hat sich sehr verändert, denn er flucht nicht mehr und benutzt keine Schimpfwörter! Dann meinte Sie, weil Anthony jetzt zur Kirche gehört, wird Sie das auch nicht mehr benutzen! Preis den Herrn! Anthonys Licht scheint schon und er ist bereits „Salz" im Leben seiner Familie!

Wir erfuhren, dass Anthonys Mutter im Kinderheim aufgewachsen ist - in einem Konvent - und keine guten Erfahrungen mit Gott und Religion gemacht hat. Wer weiß, vielleicht kann ihr Sohn ihr ein anderes Bild von Gott vermitteln. Als wir gingen haben die beiden sich zum ersten mal in ihrem Leben umarmt! Heute morgen erzählte mir Anthony, dass er seiner Mutter eigentlich noch sagen wollte, dass er sie liebe. Fiel ihm aber noch ein wenig zu schwer ... also lasst uns beten, dass er das nächste Woche schafft. Seine Mutter hat sich sooo gefreut, Anthony wiederzusehen - das war offensichtlich.
Sie hat keinen Pass und ist noch nie ins Ausland gereist, aber wir schlugen ihr vor, dass sie Anthony mal in Herrnhut besuchen kommt. Als Anthony mit seinem Bruder sprach, meinte dieser, er würde ganz gern im Auto von England nach Herrnhut fahren. Vielleicht kann er die Mutter mitbringen. Dafür können wir auch beten. Anthony hat jetzt wieder die Telefonnummer und Adresse von seiner Mutter und hat vor, sie mindestens einmal im Monat anzurufen.

Schöne Grüße aus England

- auch von Anthony -

Heidi



Anmerkung:

Falls Sie Charisma 150 mit dem persönlichen Erfahrungsbericht von Anthony Boddeys Lebenswende nicht vorliegen haben, können Sie die Ausgabe entweder hier bestellen oder unter BONUS zu Charisma 150 „Glaubenserfahrungen.pdf" downloaden.



Prophetenkonferenz in Nuernberg


Ed Traut(links) und Dolmetscher


Eckehard Hoefig


Dr. Sharon Stone und Dolmetscher


Festmarsch 2009


ICEJ Laubhüttenfest


Netanjahu


Prof. em. Dr. Klaus Berger, Heidelberg


Pastor/Rabbi Benjamin Berger, Jerusalem


Pfr. Holger Tielbuerger, Leiter des GGE-Zentrums in Obernkirchen


Heidi und Anthony beim Abschluss des Alpha-Kurses im Sommer 2009 in Herrenhut

Home | Aktuelles Magazin | Mediathek | Abo | Shop | Kontakt | Gebet für Israel | Verlag | Links | Leserreisen | Charisma 144 | Charisma 145 | Charisma 146 | Charisma 147 | Charisma 148 | Charisma 149 | Charisma 150 | Charisma 151 | Charisma 152 | Charisma 153 | Charisma 154 | Charisma 155 | Charisma 156 | Charisma 157 | Charisma 158 | Charisma 159 | Mediadaten | Gerhard Bially | Impressum | Mithelfer Anmeldung | Mithelfer Anmeldung Bestätigung | Sitemap


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü