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Neue Gemeindeformen

Charisma 149 > Aus dem Magazin

Reinhold Schamowski
Neue Gemeindeformen
Forschungsinstitut vergleicht Anspruch und Wirklichkeit von 10 unterschiedlichen Typen

Einen sogenannten Forschungstag hielt das im letzten Jahr gegründete Forschungsinstitut Gemeinde Schweiz (FIGS) am 9. Mai 2009. FIGS-Sekretär Reinhold Scharnowski hatte die Aufgabe, neue Formen von Gemeinde vorzustellen, die während der letzten 10 bis 15 Jahre in der Schweiz entstanden sind. Zehn unterschiedliche Arten oder Typen konnte er ausmachen – mit der Einschränkung, dass es hier und da Überschneidungen gibt.

Die meisten Neugründungen sind nach Scharnowski
erneuerte „traditionelle Gemeinden“, die Wert auf Anbetung, Gemeinschaft und Lehre legen. Sie haben neben gemeinsamen Gottesdiensten Kleingruppen (Hauskreise bzw. Zellen), sind kulturell und regional organisiert und gesellschaftlich ausgerichtet (z. B. Vineyard-Bewegung).

An zweiter Stelle rangieren die
Hauskirchen, sog. organische Gemeinden und Jüngerschaftsbewegungen. Ihnen ist die Beziehungsebene besonders wichtig. Ziel ist nicht Addition, sondern Multiplikation. Ihre Mitwirkenden wollen Gemeinde vereinfachen und „entschlacken“, indem sie sich zum Beispiel in Privathäusern treffen.
Die folgende Aufzählung stellt keine Rangliste dar, sondern gibt Einblick in die weitere Vielfalt, wie sie sich besonders in der Schweiz bietet.

Quartier-, Stadt-, Regio-Gemeinden
haben eine geographische Identität und sind dezentral organisiert. Sie wollen ein gewisses Gebiet „durchdringen“ und gesellschaftlich relevant sein.

Jugend- oder Trendkirchen
definieren sich kulturell und wollen andere durch Mega-Events, Hightech und Medienpräsenz für Jesus gewinnen. Sie verbinden sich mit der gängigen Jugendkultur und fördern Gemeinschaft.
Aus einer Kombination mit einem Geschäft, einer Schule oder auch einem Fitness-Center entstehen Treffpunkte, die Scharnowski

Kombi-Gemeinden
nennt.
Die
Emerging Church oder auch missionale Gemeinde will postmodern relevant sein. Man experimentiert mit neuen Formen und will das Evangelium inkulturieren oder – noch besser gesagt – inkarnatorisch und sendungsbewusst leben.

Zielgruppen-Gemeinden
sind auf bestimmte Gesellschaftsgruppen wie Sportler, Motorradfahrer, Hip-Hopper oder Musiker und Künstler zugeschnitten.

Multi-congregationale Kirchen
(auch Cluster- oder Holding-Church genannt): Mehrere teilautonome Gemeinden oder Gruppen treffen sich unter einem gemeinsamen Dach und passen sich missional den Bedürfnissen, Gaben und Zielgruppen an.
Die Fabrikkirche Winterthur, die Streetchurch Zürich und die katholische Jugendkirche Zürich bezeichnete Scharnowski als

Landeskirchliche Initiativen
, die sozial aktiv und besonders auf Jugendliche ausgerichtet sind. Ihre einladende Art ist gemeinschaftsfördernd.
Last, not least wurden
Ethnische Gemeinden genannt: Von diesen ausländischen Gruppierungen (oft mit Gastrecht in bestehenden Kirchen/Gemeinden) zählt Scharnowski allein in der Schweiz mehr als 200 Gemeinden und zirka 100 Hauskreise beziehungsweise Hauskirchen.


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