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Lighthouse Chapel International (LCI)

Charisma 146 > Aus dem Magazin

Lighthouse Chapel International (LCI)

Wiedermissionierung Europas?

In den letzten Jahren konnte im Bereich pfingstlich-charismatischer Gemeinschaften eine Art Umkehr der Missionsrichtung beobachtet werden. In Ländern, in welchen im 19. und 20. Jahrhundert Missionare aus Europa tätig wurden, haben sich in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts dynamische pfingstlich-charismatische Gemeinden entwickelt, welche nun daran gehen, ihre Form des Christentums in die Welt hinaus und damit auch nach Europa zu tragen.

Es ergibt sich so gewissermaßen eine Umkehrung der Missionsrichtung: Missionare aus ehemaligen Missionsgebieten missionieren nun diejenigen Gebiete, welche früher die Missionare entsandten. Allerdings muss einschränkend festgestellt werden, dass die in Europa begründeten Tochtergemeinden von Gemeinden aus ehemaligen Missionsgebieten vor allem unter Migranten aus ihrem Heimatland Mitglieder finden, weshalb im Zusammenhang mit diesen Gemeinschaften gerne von
Migrationsgemeinden gesprochen wird.

Das Ziel der Gemeinden ist es aber nicht, Migrationsgemeinde zu sein, dieser Status wird höchstens als Zwischenstufe in Kauf genommen. Ziel ist vielmehr die (Wieder-)Missionierung der Europäer, die ihren Glauben aus Sicht der betreffenden Gemeinden in den letzten Jahrzehnten weitgehend verloren haben.

Missionars-Enkel kehrt zurück

Für diese Umkehr der Missionsrichtungen ist die
Lighthouse Chapel International (LCI) aus Accra in Ghana ein besonders schlagendes Beispiel, weil sich das Phänomen in der Familiengeschichte des Gründers, Dag Heward-Mills, selbst zeigt. Dag Heward-Mills ist der Sohn eines ghanaischen Anwaltes und einer Schweizerin, deren Eltern für die Basler Mission in Ghana tätig waren. Als Enkel von Schweizer Missionaren in Ghana gründet Dag Heward-Mills, als er 1992 daran geht, Tochtergemeinden aufzubauen, die erste Außenstation im Herkunftsland seiner Großeltern. Erklärte Absicht ist es dabei, das entchristlichte Europa wieder zu missionieren.

Seelengewinnung und Gemeindegründung

Was dem Gründer und Leiter von
Lighthouse Chapel International am wichtigsten ist, drückt er mit dem Begriff „soul winning“ aus. Umgesetzt wird diese Betonung der Evangelisation z. B. dadurch, dass Heward-Mills in jedem Gottesdienst und selbst bei Trauungen oder Beerdigungen zur Bekehrung aufruft. Doch sollen die Neubekehrten auch in neuen Gemeinden ein Zuhause finden – deshalb Gemeindeneugründungen. Ziel ist dann schließlich eine familiäre Mega-Church: große Gemeinden, die aber – ähnlich wie Yonggi Chos Gemeinde – in viele Kleingruppen aufgeteilt sind.sie noch gering an Zahl waren, sprach Heward-Mills oft zu den umliegenden Straßen, dass sie sich mit parkenden Autos, deren Insassen ihre Gottesdienste besuchen, füllen sollen. Ebenso machte er es mit den leeren Bänken im Gemeindesaal.
Offen gibt Bischof Heward-Mills zu, dass sie immer noch Lernende sind, doch ihre Verantwortung in einer „verlorenen und sterbenden Welt“ wahrnehmen möchten.

Georg Otto Schmid

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