Charisma 147 > Aus dem Magazin
Interview mit Juan Lopez-Cano
Juan kam mit 18 Monaten nach Deutschland, ging hier zur Schule, war Kampfsportler im Ruhrgebiet, bekehrte sich als 23-Jähriger zu Jesus Christus, wurde Pastor und siedelte vor fünf Jahren mit seiner Frau Victoria und den gemeinsamen Töchtern Rahel Joyce (jetzt 11 Jahre) und Zoe Evangelista (6) nach Madrid über. Charisma-Herausgeber Gerhard Bially hatte während seines Spanienbesuches im Oktober 2008 die Möglichkeit, Pastor Juan zu interviewen.
Du bist ein gebender Mensch, Juan. Und du bist bekannt dafür, dass du CDs verschenkst. Wie bist du dazu gekommen?
Pastor Juan: Auf einer 1.500 km langen Rückfahrt von Frank-reich, wo ich gepredigt hatte, machte ich eine starke Erfahrung: Ich fuhr allein im Auto und hab’ mein Herz Gott ausgeschüttet. Die Tränen kamen mir und ich habe buchstäblich geheult. Ich fragte Gott: „Was können wir machen, damit das Evangelium noch weiter ausgebreitet wird?“ Statt einer Antwort vernahm ich innerlich eine Frage: „Wie können sie glauben, wenn sie nicht hören?“
Da bekam ich den Impuls, CDs herzustellen. Ich fing an, CDs von meinen Predigten in meinem Laptop zu kopieren und sie dann zu verteilen. Zu der Zeit hatte ich eine Radiosendung, die in ganz Spanien empfangen wurde. Dabei erwähnte ich einmal: „Wer CDs haben möchte, um sie selbst zu hören und sie anschließend weiterzugeben, kann sich bei uns melden.“ Was glaubst du, was dann geschah? Das Telefon lief heiß. Die Monate danach haben gezeigt, wie viel Frucht die CDs im ganzen Land bewirkten. Aber ich hatte immer noch bescheidene Mittel, einen Drucker, um die Aufschrift zu drucken und einen alten Laptop, um eine CD nach der anderen zu brennen.
Wie konntest du dann solche Mengen zustande bringen?
Pastor Juan: Der Herr hat uns mit lieben Leuten gesegnet: Jemand hat uns eine Kopierstation geschenkt, die beste, die es gab. Dann kamen Geschäftsleute, die mir sechs Drucker gekauft haben.
Wir haben dann produziert und produziert und sind jetzt bei 100.000 CDs. Mittlerweile senden wir CDs an vier große Gefängnisse in ganz Spanien, von wo ich viel Post bekomme, und zwar handgeschriebene Post, weil die Insassen keinen Internetzugang haben dürfen. E-Mails erhalte ich jeden Tag eine, zwei oder drei von Südamerika, Marokko, Portugal, Griechenland, besonders natürlich aus Spanien, in denen sich Menschen für die CDs bedanken. Der Dienst der CDs ist ein Hauptstandbein unseres Dienstes geworden.
Was beinhalten die CDs?
Pastor Juan: Zum Ersten evangelistische Predigten. Zum Zweiten Wortstudien aus dem Grundtext des Neuen Testaments. Außerdem haben wir die Bibel in 32 Sprachen. Die Leute hören gerne Gottes Wort. Viele wollen das Neue Testament haben. Entweder auf Spanisch, Italienisch oder Französisch. Pures Wort Gottes hören sie gerne, im Auto oder zu Hause.
Und wie finanziert ihr das?
Pastor Juan: Durch Gebet. Wir haben keinen Trägerkreis, sondern wir vertrauen dem Herrn Schritt für Schritt. In Psalm 18 steht: Du schaffst Raum meinem Schritt unter mir. Das heißt, jeder Schritt, den wir gehen, ist ein Glaubensschritt. Wir wagen den nächsten Schritt und der Herr bestätigt ihn durch Spenden, Opfer oder Hilfen. – Zum Beispiel war eine Opernsängerin von der Predigt auf einer CD so berührt, dass sie 15.000 CDs spendete. Ein Geschäftsmann aus Amerika hat auch einige Tausend CDs gespendet, weil er so berührt war, dass wir kein Geld dafür nehmen. – Wir sind eben Evangelisten von Kopf bis Fuß.
Hast du nicht Bedenken, dass durch die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise auch Chris-ten betroffen sind, Gemeinden und christliche Werke darunter leiden werden und auch eure CD-Produktion zurückgehen wird?
Pastor Juan: Auf keinen Fall. Der Herr Jesus hat ja gesagt: Zwei Leute bauten ein Haus. Einer baute auf Sand und einer auf Felsen. Bei beiden kam dieselbe Art von Sturm und dieselbe Art von Regen. Es ist ja nicht so, dass wir Christen nicht dieselben Probleme haben, aber einige sind auf dem Felsen gebaut. Jetzt hängt es von den Leitern der Gemeinden ab, im Geist des Glaubens zu stehen.
Wenn sie Angst haben, werden sie die Angst auf die Gemeinden übertragen und diese Angst wird den Geist des Glaubens lähmen.die Wahrheit ist: Wir brauchen keine Angst zu haben! Wir stehen im Geist des Glaubens! Wir sind im Reich Gottes und Gott sagt, er wird die Wüste zu einer Wasserquelle machen. Er wird Ströme des Wassers in der Wüste fließen lassen. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Gott sich durch eine Weltrezession davon abbringen lässt, Menschen zu retten. Gott sagt vielmehr:
„Mein ist Silber und Gold!“, und der Heilige Geist wird immer einen Weg finden, um das Evangelium zu verkündigen. Wir könnten in den ärmsten Ländern der Welt leben, der Herr Jesus würde uns die Finanzen geben. Warum? Weil der Herr Jesus gekommen ist, zu suchen und zu retten, was verloren ist.