Charisma 147 > Aus dem Magazin
Heinz Matthias
Gottes Wort – auch für Politiker
Charisma-Gespräch mit Heinz Matthias anlässlich seines 250. Interviews
Nur wenige von uns haben die Möglichkeit, Gottes Wort in der „High Society“ weiterzugeben. Und eine besondere Spezies davon sind noch einmal die Politiker. „Charakterlich meist viel besser als von der Allgemeinheit angenommen“, kommentiert Heinz Matthias aus mehr als 50-jähriger Erfahrung.
Der ehemalige Berufschullehrer und passionierte Bergsteiger hat wahrscheinlich mit mehr Politikern gebetet und das Wort Gottes mit ihnen geteilt, als irgendein anderer Europäer.
Deshalb interviewten wir den 82-jährigen Vorsitzenden des Arbeitskreises christlicher Pub-lizisten (ACP).
Charisma: Herr Matthias, wie alt und in welchen Lebensumständen waren Sie, als Sie anfingen, Politiker zu besuchen?
H. Matthias: Ich war Jugendwart einer Kirchengemeinde bei Hannover, als ich mit einer Jugenddelegation das Bonner Parlament besuchte. An diesem Tag, dem 29.1.1953, hatte ich den Vorzug, als Einziger der Gruppe Konrad Adenauer in seinem Dienstsitz im Palais Schaumburg zu begrüßen.
Charisma: „Die Großen dieser Welt“ aufzusuchen, mit ihnen zu beten und ihnen das Wort Gottes weiterzugeben, empfinden Sie das als eine Berufung, eine göttliche Führung oder hat es Sie einfach gereizt, sich in die „höheren Etagen“ vorzuwagen?
H. Matthias: Gereizt? Berufung – vielleicht. Jedenfalls hatte unser „Oberster Befehlshaber“ mir Türen zu den Spitzenpolitikern dieser Welt geöffnet. Nicht mit allen, aber mit den allermeisten habe ich gebetet und Texte der Bibel vorgelesen.
Charisma: Und wie waren die Reaktionen – generell gesprochen?
H. Matthias: Allgemein sehr positiv. Weder Heinz Rühmann noch Thomas Gottschalk, weder Helmut Schmidt noch die beiden Bundespräsidenten in Österreich haben mich am Gebet gehindert. Unser Bundespräsident Karl Carstens: „Bleiben wir sitzen und halten uns die Hände“ – Gebetsgemeinschaft im Bundespräsidialamt.
Charisma: Könnten Sie uns einige „Kostproben“ davon geben?
H. Matthias: Nur zweimal haben meine Gastgeber anschließend auch gebetet; das waren Ernst Albrecht und Staatssekretär Manfred Carstens. Verglichen mit dem Rest der Welt sind die Deutschen verklemmt und introvertiert.
Charisma: Waren Ihre „Promi-Besuche“ dann doch eher „vergebliche Liebesmüh’“ oder meinen Sie, dass etwas davon „hängen geblieben“ ist?
H. Matthias: Das lässt sich schlecht sagen. Wenn man sagt: „Ich schließe Sie in meine Gebete ein“, durchbricht man so etwas wie eine Schallmauer. Es entsteht Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung, etwa bei Genscher.
Charisma: Was war für Sie der schönste Besuch?
H. Matthias: Die schönsten – oder sagen wir besser die eindrucksvollsten: Meine Audienz bei Johannes Paul II. im Februar 2001, das Zusammentreffen mit dem amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter im Weißen Haus und das Gespräch mit dem Vizepräsidenten des Volkskongresses sowie der Nichte von Mao, beide in Peking. Thema hier: Die Lage der Christen in China. – Und mehrfach mit Egon Krenz, dem ich im abendlichen Berlin etwas über Jesus erzählte.
Charisma: Herr Matthias, wir danken Ihnen nicht nur für dieses Interview, sondern auch für den Mut, den Sie aufgebracht haben und der uns manchmal fehlt, exponierten Menschen das Wort Gottes weiterzugeben. Ihnen und dem ACP noch weiterhin viel Segen.