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Anamimnäsko – der Schlüssel zu einem fröhlichen und sieghaften Leben

Wahrscheinlich hast auch du schon die Erfahrung gemacht, dass einige deiner Gebete nicht erhört zu werden scheinen. Dann fängt oft das Rätselraten an: War es nicht Gottes Wille? Haben wir nicht genug gebetet und gefastet? Liegt da vielleicht ein Fluch auf unserer Familie? Müssen wir noch mehr in der Bibel lesen, um noch „gefüllter“ mit dem Wort Gottes zu sein? Alles gute und richtige Dinge – doch wenn sie uns nicht vom Heiligen Geist gezeigt werden, sondern durch Gefühle der Selbstverdammnis, dann zerstören diese „geistlichen Gedanken“ eher unser Vertrauen als dass sie es aufbauen. Dabei kann man depressiv werden, nicht wahr?

Wenn ein erbetenes und erwartetes Wunder nicht eintritt, wird wohl kaum jemand von uns achselzuckend und gleichgültig weitergehen. Es bedrückt dich – und mich. Doch wenn ich auf das fokussiert bleibe, was noch aussteht (die ausgebliebenen Wunder, Heilungen, Erfüllungen von Prophetien, Umstände), dann ist das so, als ob ich meinen Rucksack mit immer mehr Steinen belade.

Stattdessen ist es wichtig, schon für „die kleinen Anfänge“ dankbar zu sein („Do not despise the day of small beginnings“ sagen die Amerikaner oft in Anlehnung an Sach 4,10) – für den Beginn einer Heilung, für die ersten Anzeichen eines Wunders, für die „kleinen“ Gebetserhörungen.


Du und ich, wir beide brauchen Ermutigung – oder? Jeden Tag neu. Weil jeden Tag in dieser Woche unerwartete Probleme, neue Herausforderungen oder alte Sorgen uns herunterziehen wollen. Wenn es uns gelingt, unser Augenmerk auf das zu richten,
was Gott bereits getan hat und nicht auf das, was anscheinend oder auch nur scheinbar noch nicht geschehen ist, dann wächst Glaube, dann wächst Vertrauen in unserem Herzen.

Anamimnäsko
steht in der Überschrift. Was dieses rätselhafte Wort wohl bedeutet? Es entspricht dem alttestamentlichen zakár (an etwas denken, was einem schon bekannt ist, wie in Psalm 105,5: „Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat …“). Im Neuen Testament finden wir es zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Abendmahl, in anderen christlichen Traditionen auch Eucharistie oder Kommunion genannt. Laut Wörterbuch bedeutet es „(sich) erinnern“, „durch äußere Umstände beziehungsweise innerliche Bewegung erinnert werden“. Die Vorsilbe ana bewirkt eine Verstärkung im Sinne von „sorgsam zurückdenken und etwas in der Erinnerung rekonstruieren“.

Wann ist es wohl besonders wichtig, sich an das zu erinnern, „was der Herr Gutes getan hat“? Wenn es uns schlecht geht! Wenn wir vor schier unüberwindbaren Bergen stehen! Mitten in der Verzweiflung, inmitten der Not. Sollte es in deinem Leben in dieser Woche gerade drunter und drüber gehen, dann erinnere dich an all die göttlichen und menschlichen (oft auch vom Himmel gesandten) Hilfen, die du schon erfahren hast und glaube fest, dass auch diesmal Gott nicht die Kontrolle verloren hat, dass seine Zusagen dir gerade jetzt gelten. Er, der seinen eigenen Sohn für dich geopfert hat, sollte er dir mit ihm nicht alles geben? (Vgl. Röm 8,32)


Gerhard Bially


Mehr zu diesem Thema bringt G. Bially in der nächsten Ausgabe von
Charisma – come Holy Spirit, deren Herausgeber er ist.

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