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Eigentlich tot

Charisma 148 > Aus dem Magazin

Anke Müller
Eigentlich tot
Ein Autounfall und seine geistlichen Folgen

Der folgende persönliche Bericht wurde uns von einer Dame zugeschickt, die nach ihrem schweren Autounfall verschiedene Nahtod-Erlebnisse hatte und u. a. aufgrund von Gebeten eine inzwischen vollständige Heilung und Wiederherstellung erfuhr. Wir entschieden uns, gerade dieses Heilungszeugnis abzudrucken, da wir selten so viele aussagefähige Fotos und Röntgenaufnahmen erhielten, die den Heilungsprozess dokumentieren. Eine Auswahl finden Sie auf diesen Seiten.

Inwieweit es sich bei den geschilderten Nahtod-Erlebnissen um „echte“ jenseitige Erfahrungen handelt, können wir nicht beurteilen.

Dramatisches Ende einer Autofahrt
Es ist der 30. September 2008. Ich komme gerade von einer Messe und bin mit dem Auto nach Hause unterwegs ... Dann setzt meine Erinnerung erst wieder ein, als ich eingeklemmt im Auto sitze und verzweifelt versuche, an mein Handy heranzukommen, das samt der Handtasche vom Beifahrersitz gerutscht ist. Die ganze linke Seite schmerzt. Etwas Zeit vergeht, Autos fahren vorbei. Jemand hält schließlich an, spricht mit mir. Ich bitte um Hilfe und er ruft die Notrufzentrale an.

Wenige Minuten später bin ich umgeben von einer 40-köpfigen Mannschaft aus Feuerwehr, Polizei und Ärzten. Auf der Beifahrerseite steigt ein Arzt zu mir ins Auto und misst die Stabilität meiner Werte. Ich stehe unter Schock und habe viel Adrenalin im Blut. Mein Auto ist dermaßen zerbeult, dass man mich herausschneiden muss. Ein Aussteigen auf der Beifahrerseite wagt man nicht, da die Verletzungen nicht bekannt sind. Mir dröhnt der Kopf, aber ich bin wach.

Als endlich die Tür entfernt ist, werden meine Beine getestet. Sie scheinen nicht verletzt zu sein. Wir entscheiden uns, dass ich zuerst versuche, selbst auszusteigen. Ich setze den Fuß auf die Erde und drücke mich unter Schmerzen aus dem Sitz. Für einen Moment stehe ich neben dem Auto, breche dann aber zusammen. Alles kollabiert. Ich habe kein Bewusstsein und keine Atmung mehr. Von da an nehme ich das Geschehen nur noch im Geist wahr.

Wahrnehmungen
Ein junger Mann redet wortgewandt auf mich ein: Was hätte ich zu verlieren, ich soll doch mit ihm gehen. Ich bin unsicher, und wir diskutieren. Ich weiß, dass es falsch ist, dass es Risiken birgt; ich spüre auch, dass er es nicht ehrlich meint. Trotzdem entscheide ich mich aufgrund seiner Argumentation, ihn zu begleiten – ein Fehler! Ich komme an einen Abgrund, in den man mich hinabstürzen will. Ein wilder Kampf um mein Leben beginnt. Ich wehre mich verzweifelt. Völlig erschöpft glaube ich zwischendurch, es einfach nicht mehr zu schaffen. Ich sehe Engel und Dämonen, höre klingende Schwerter und Kriegsgeschrei. Es ist unglaublich laut.

Gleichzeitig dringen andere Geräusche zu mir durch: Menschen, die neben mir zu stehen scheinen, reden über mich. Ich erkenne meine Eltern. Es wird über die Kündigung meiner Wohnung diskutiert, ob ich wohl Organe spenden würde und wie lange man es finanzieren kann, die Herz-Kreislaufmaschine angestellt zu lassen. Da vernehme ich etwas über Hirnblutungen und zu großen Druck.

Ich bekomme Panik und versuche, mich zu äußern – es geht nicht. Man hat mich ins künstliche Koma versetzt, ich werde künstlich beatmet und ernährt. Ständig gehen Leute an mir vorbei, ich kann es spüren. Zwischen dem Kampf mit der geistigen Welt und dem Kampf aufzuwachen, bin ich hin und her gerissen. Meine Eltern erlauben nicht, eine Schädelbohrung vorzunehmen, worüber ich erleichtert bin.

Zwischen Himmel und Hölle
Dann sehe ich eine Glaubensschwester, die neben meinem Bett tanzt. Für einen Moment ist „Gefechtspause“. Meine Eltern erlauben, dass man für mich betet, auch wenn sie nichts davon halten. Sie wissen, dass es mir wichtig ist. Irgendwann legt man mir ein gesalbtes Tuch auf. Ich reagiere sofort. Alles in mir ist wie aufgeladen, der Puls schnellt nach oben, die Nervenströme reagieren heftig. Schwer legt sich gebündelte Kraft auf mich und zieht bis in die Knochen. Ich wundere mich, da ich doch nichts spüren sollte.

Kurze Zeit später scheint der Widersacher seine Taktik zu ändern und sperrt mich in einen sehr dunklen Raum. Ich bin allein und versuche dieses unsägliche Gefängnis zu verlassen. Von Zeit zu Zeit kommt ein Dämon zu mir herunter und signalisiert mir mit grinsendem Gesicht, dass ich noch einen Tag länger bleiben muss. Aufs Neue packt mich die Verzweiflung, weil es mir nicht gelingt, auszubrechen.

Plötzlich öffnet sich die Decke, und ich werde mit einem perlmuttfarbenem VW-Bus voller Geschenke in den Himmel geholt. Dort darf ich in das Buch des Lebens hineinschauen und entdecke darin meinen eigenen und andere bekannte Namen, manche sind mit Bleistift geschrieben. Dann bin ich plötzlich beim Herrn. Er geht mit mir mein ganzes Leben durch ... Wir reden viel, sehr vertraulich.

Zurück ins Leben
Da wache ich auf. Die Atmung setzt ein, der Tubus stört. Ich wirke panisch und sehe all das, was ich bereits im Geist wahrgenommen habe. Leute kommen mir zu Hilfe. Die 180 Grad schaukelnde Wiege zur Lungenentfaltung wird angehalten. Alles dreht sich. Ich bin unendlich erschöpft, mag aber nicht schlafen; ich wage es nicht, die Augen zu schließen. Man schafft dem Abhilfe, indem man mir starke Schlafmittel gibt. Mir ist sehr kalt, und die Decke, die man mir bringt, erscheint mir zu schwer; ich fürchte, zu ersticken.

Da werde ich endlich in einen anderen Raum geschoben. Ich bin müde und schlafe mit kurzen Unterbrechungen fast zwei Tage durch. Danach weiß ich nicht, wo ich bin, sehe meine Eltern und verstehe nicht, wieso ich nicht zu Hause bin. Ich kann mich an nichts erinnern und habe keine Ahnung, wie lange ich schon hier liege. Ich versuche alles einzuordnen, scheitere aber kläglich.

Zunehmende Genesung
Nach elf Tagen werde ich von der Intensivstation auf die Unfallchirurgie verlegt. Langsam sehe ich klarer, und es kommen Bilder zurück, die ich zu sortieren versuche. Ich vertausche geistige Wahrnehmung mit dem Hier und Jetzt. Beruhigungsmittel und dicke Gurte halten mich am Bett. Ich habe viel Zeit mit dem Herrn. Jeden Tag geht es mir besser. Man kann zusehen, wie ich genese und klarer werde. Die Dinge ergeben wieder Sinn. Ab und zu hole ich das gesalbte Tuch aus meiner Bibel und lege es auf die gebrochenen Stellen. Manchmal schlafe ich mit dem Tuch auf dem Kopf ein, und die Schwestern schmunzeln schon. Ich mag nicht mehr liegen, fühle mich ausgeruht und kann fast nicht mehr schlafen. Den größten Teil der Nacht verbringe ich auf dem Flur, sehe dem Treiben zu und lese Bücher. Um 5.30 Uhr erhalte ich meinen ersten Kaffee. Gegen 8.00 Uhr werde ich wieder in mein Zimmer geschoben, und der Alltag beginnt. Psychologin kommt, um mich durchzuchecken. Wir reden über Gott und meine Gespräche mit ihm. Sie fragt mich, ob ich denn noch andere Stimmen hören würde. Einen Moment überlege ich, ob es klug wäre, jetzt zu lügen. In mir klingt das Wort: „Wenn Du Dich zu mir bekennst, werde ich mich zu Dir bekennen.“ Ich schlage also die Bibel auf und lese ihr vor, dass wir einen sprechenden Gott haben. Es funktioniert! Die ohnehin schon stark reduzierten Beruhigungsmittel werden abgesetzt, die Gurte kommen ab, und die Krankengymnastin meldet sich ein paar Tage danach bei mir. Nach fast drei langen Wochen im Liegen lerne ich ganz neu, zu laufen; jeder wundert sich, wie schnell das geht. Nach zwei Tagen kann ich bereits Treppen steigen. Ich bin des Nichtstuns so müde, will unbedingt Beschäftigung haben, brauche meinen Auslauf. Ich gehe zum Gottesdienst und gelte als Wunder der Station. Für die Ärzte werde ich uninteressant, die Visite kontrolliert nur noch den Verband – mehr kann man an mir nicht machen. Jeden Tag bekomme ich Aufgaben, z. B. die Arme zu trainieren. Ich kann immer mehr, angefeuert von dem Wunsch, endlich nach Hause zu kommen. Schwestern und Pfleger, die eine Woche im Urlaub waren, staunen nicht schlecht über meine Fortschritte.

Geheilt!
Das letzte Röntgen und Durchleuchten ergibt, dass ich keinerlei bleibende Schäden haben werde! Die zum Sterben verurteilt geglaubte Frau wird entlassen und spaziert singend mit ihrem Koffer den Gang zum Fahrstuhl entlang! Daheim angekommen wird mein Sofa zum roten Büro umfunktioniert: Ich telefoniere viel, schreibe Mails und versuche zu ordnen, was alles angefallen ist.

Am 26. November 2008 habe ich einen Termin zur Kernspintomografie und zum Röntgen. Da werden die Schiene und der Rucksackverband abgenommen und man stellt die Diagnose: Geheilt! Eine Neuro-Reha wird abgelehnt, da sie offensichtlich nicht nötig ist. ändige Mobilität und Orientierung wurden bereits am 28. Oktober bescheinigt. Eine gequetschte Lunge und Hirnblutungen sind verheilt, und Brüche an Arm, Schulter und Becken sind vollständig behoben.

Mein Leben hat sich durch diese Ereignisse verändert – vor allem mein Gebet, denn das war die entscheidende Komponente. Ich hätte es allein wahrscheinlich nicht geschafft. Einmal mehr bin ich daran erinnert worden, dass mein Leben nicht mir gehört und dass Gott alles unter Kontrolle hat, egal wie sehr wir selbst außer Gefecht sind. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an den Vater, den Sohn, den Heiligen Geist und an alle Beter!

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