Charisma 154 > Aus dem Magazin
Die Kinder des Drecks
Unser JMEM-Einsatz am Ende der Welt
Umgeben von riesigen Müllbergen, zwischen verwesenden Hunden und kaputten Flip-Flops und mit einem beißenden Geruch in der Nase konnte ich überhaupt nicht begreifen, was ich gerade sah: Mädchen, die zwei Meter hohe Müllsäcke schleppen, ein paar Jungs, die die letzten Fleischreste von Hühnchenknochen abnagen, und alte Frauen, die sich auf den neu angelieferten Müll stürzen, um Verwertbares zu ergattern. – Das war mein erster Eindruck von extremer Armut.
Auf diesem Müllberg lebt eine Gruppe von etwa 15 Jungs im Alter von 11 bis 23 Jahren und eine genauso große Gruppe von Mädchen, die dort zwar nur arbeiten, aber auf der anderen Straßenseite ebenso unter ärmsten Verhältnissen leben müssen. Viele der Jungs mussten ihr Zuhause verlassen, weil ihre Eltern sie nicht mehr mit dem Nötigsten versorgen konnten, und so sahen sie in dem Müllberg ihre einzige Überlebenschance.
Sie verlassen den Müllberg so gut wie nie, denn in der Stadt müssen sie Angst haben, zusammengeschlagen zu werden, sogar von der Polizei. Sie werden auch Kinder des Drecks genannt, leben ausgestoßen vom Rest der Gesellschaft. Selbst vielen anderen, die auf dem Müllberg arbeiten, sind sie ein Dorn im Auge – eine Situation, aus der sie mit eigener Kraft nicht herauskommen können.
Dominik Adam ist 21 Jahre
alt, wohnt in Gießen
und studiert Grundschulpädagogik
mit Schwerpunkt Musik.
Zum Weiterlesen empfehlen wir, die Zeitschrift Charisma zu bestellen.