Charisma - come HOLY SPIRIT

Suche

Direkt zum Seiteninhalt

Die Berufung Deutschlands

Mediathek > Charisma-Online-Archiv > Text der Woche

Welche spezielle Berufung hat Deutschland?

Loren Cunningham


Es war im April 1991, als ich auf einer europäischen Konferenz für christliche Journalisten in Altensteig (Schwarzwald) sprechen sollte. Doch kurz bevor ich mit meinem Referat begann, kam Gottes Geist plötzlich über mich, und ich musste über Deutschland weinen. Ich weinte und weinte. Und ich fühlte sogar körperliche Schmerzen; ich meinte, mir würde das Herz zerspringen.

Diesen Schmerz hatte ich manchmal schon beim Gebet für einzelne empfunden, aber noch nie beim Gebet für ein Land. An diesem Abend machte Gott mir deutlich: "Ich lasse dich ein wenig von meinem zerbrochenen Herzen für Deutschland spüren!"

Gott hat über Deutschland geweint. Er hat gesehen, wie dieses Land missbraucht und verletzt wurde. Gott hat die Verwirrung gesehen. Sein Herz ist zerbrochen, weil er dieses Land so sehr liebt und weil es die ursprüngliche Beauftragung, die er ihm zugedacht hatte, verfehlt hat.


Gedanken über Deutschlands Vergangenheit und Zukunft

Ich hoffe, man verzeiht mir die Kühnheit, dass ich meine Beobachtungen und Gedanken über Deutschland hier darlege und mich dabei auch über die schweren Zeiten der deutschen Geschichte äußere, obwohl ich selbst kein Deutscher bin. Was veranlasst mich trotzdem dazu?

Ich habe Deutschland seit 1960 immer wieder besucht, und Gott hat mir eine tiefe Liebe für dieses Land gegeben. Es gibt Leute, die ihr ganzes Leben dem Studium der deutschen Geschichte widmen; ich dagegen bin kein Historiker. Und doch glaube ich, dass ich durch meinen Dienst, der mich in viele Länder führt (s. Anm. 1 1), eine Perspektive gewinnen konnte, die durchaus interessante Aspekte ermöglicht. Ein so ausgedehnter Reisedienst ermöglicht einen weiten - wenn auch etwas oberflächlichen - Überblick über die Welt und ihre Völker. Ich habe dabei beobachten können, dass jede Nation ihre eigenen Traditionen und Werte besitzt und eine jeweils eigene Kultur entwickelt hat, für die ich Respekt und Anerkennung empfinde. Jede Nation hat - so scheint es mir - einen eigenen Charakter und eine unverwechselbare, ganz besondere "Persönlichkeit". So glaube ich, dass auch Deutschland im Herzen Gottes seinen besonderen Platz hat. Und deshalb möchte er dieses Land wiederherstellen und es zu der Bestimmung zurückführen, die er von Anfang an für Deutschland im Blick hatte.


Wenn wir nicht wissen, woher wir kommen ...


Die Geschichte spielt eine große Rolle bei der Persönlichkeits- und Charakterbildung eines ganzes Volkes wie auch bei jedem einzelnen. Vor einigen Jahren habe ich in Deutschland folgendes erlebt: Eine junge Frau kam zu mir und bat um ein seelsorgerliches Gespräch. Sie war 19 Jahre alt und zutiefst unglücklich. Ich sagte ihr, dass sie wertvoll für Gott sei. "Nein, bin ich nicht!" sagte sie und schüttelte den Kopf. "Ich war ein Zufall. Meine Mutter wollte mich nicht. Meinen Vater kenne ich nicht einmal. Meine Mutter war eine Prostituierte." Tränen rollten über ihr Gesicht. "Ich war nie gewollt." "Doch, du warst gewollt, und ich kann es dir beweisen." Ich sprach mit ihr über die Verse im 139. Psalm, in denen es heißt, dass Gott uns im Mutterleib gebildet hat und dass wir herrlich und wunderbar geschaffen sind. Ich sagte ihr: "Schon als du im Leib deiner Mutter warst, hat Gott dich geliebt. Er hat dich mit Begabungen ausgestattet, während er dich formte. Er gab dir eine Bestimmung, die nur du erfüllen kannst." Wenn wir unsere Geschichte nicht verstehen und nicht wissen, woher wir kommen, dann können wir auch nicht unserer Bestimmung gemäß leben. Deshalb beginnt die Bibel mit den Worten: "Am Anfang schuf Gott ..." Die Vergangenheit eines jedes Menschen beginnt mit Gott. Wir müssen uns mit unserer Vergangenheit aussöhnen. Ich habe mir sagen lassen, dass in der deutschen Sprache dafür ein Wort geprägt wurde: "Vergangenheitsbewältigung". Diese Bewältigung der Vergangenheit ist eine wichtige Aufgabe für jeden Menschen. Wir müssen uns unserer Geschichte stellen und ihr ins Gesicht sehen. Das sagte ich auch zu einer anderen jungen Frau bei einem Seelsorgegespräch in Berlin. Die Siebzehnjährige hatte fünf Selbstmordversuche hinter sich. Ich fragte sie nach ihren Eltern. Sie sagte: "Ich habe keine Eltern. Sie sind gestorben." Es vergingen einige Augenblicke, während ich weiter still betete und nach einem Zugang zu ihrem Herzen suchte. Dann begann sie zu weinen und sagte: "Ich habe gelogen. Ich habe Eltern. Sie haben mich als kleines Mädchen zu meiner Oma gegeben. Meine eigenen Eltern wollten mich nicht. Sie haben mich nicht einmal besucht. Und deshalb habe ich mich entschlossen, dass ich sie auch nicht will. Ich erzähle jedem, dass sie tot sind. Und ich lebe auch so, als ob sie tot wären." - "Siehst du denn nicht", sagte ich, "dass du deshalb versuchst, dich umzubringen? Du hast deine Wurzeln in deinem Denken zerstört, und nun versuchst du, auch dich zu zerstören."


Du bist es wert, gefeiert zu werden!

Auch du hast solche Wurzeln. Jedes Jahr feierst du mit deinen Freunden und deiner Familie den Tag, an dem du geboren wurdest. Wenn sie "Happy Birthday to you" singen und dir Kuchen und Geschenke bringen, ist es dir vielleicht peinlich; dann senkst du den Kopf, errötest oder starrst an die Decke. Aber es ist eine wichtige Begebenheit, weil du wirklich wertvoll bist. Du bist Gottes Geschenk an uns. Du bist viel kostbarer als alles Silber und Gold der Welt. Du bist es wert, gefeiert zu werden! Und deine Vergangenheit macht einen Teil deines Wertes aus. Jesus wusste dies. Er wich seiner Vergangenheit nicht aus, obwohl sie auch Ereignisse enthielt, die von den meisten Leuten vertuscht worden wären. Im ersten Kapitel des Matthäusevangeliums finden wir eine ehrliche Auflistung der Vorfahren Jesu: Es gab beachtliche Männer und Frauen unter ihnen - Abraham, Mose, Ruth und Hiskia. Aber es gab auch moralische Versager: Rehabeam war ein machtgieriger Herrscher, der die Zweiteilung seines Land verursachte; Batseba, die Frau Urias, war eine Ehebrecherin; David war ein Mörder und Rahab eine Prostituierte; Jesus schämte sich nicht, dass sie alle in seiner Ahnenreihe vorkommen. Auch unsere Ahnenreihe ist ein unbestreitbarer Teil von uns; sie gehört zu unserem "Erbe" - zu dem, was wir von der Vergangenheit mitbekommen. Das sind unsere Wurzeln. Nationen haben ebenfalls Wurzeln. Sie haben eine Geburtsstunde und eine ganz besondere Geschichte. In der Apostelgeschichte (17,26) steht, dass es Gott ist, der Nationen zur Geburt bringt. Und jedes Land hat seine Beauftragung; aber um diese Bestimmung verstehen zu können, muss jedes Land seine Vergangenheit betrachten.


Die Heilung einer Nation beginnt mit Vergebung

Karin, eine Hochschulabsolventin, sagte: "Ihr müsst verstehen, dass wir Deutschen - sogar meine Altersgenossen - mit der schrecklichen Last leben müssen, dass die Deutschen so viele Juden getötet haben ..." Ich glaube, Gott möchte, dass sich das gebrochene Verhältnis zur eigenen Nation, das aus dieser "schrecklichen Last" resultiert, ändert. Sicher, er will keinen nationalistischen Götzendienst in Deutschland. Aber er will, dass eine gesunde Liebe zum eigenen Land entsteht. Das kann beginnen, wenn die Deutschen genauso ihrer "Ahnenreihe" ins Gesicht sehen und sich ihrer Vergangenheit stellen, wie Jesus es tat. Das heißt für uns konkret: Wir können uns einerseits freuen und dankbar sein für die positiven Aspekte in unserer Vergangenheit. Andererseits sollen wir Vergebung aussprechen und empfangen für die belastenden Aspekte in unserer Vergangenheit. Gott möchte, dass wir als einzelne und als Nation die Freiheit haben, zu erkennen, wer wir aus seiner Perspektive sind, und genau das zu werden, was er für uns beabsichtigt hat. Es hat sicher auch solche Menschen in der Vergangenheit gegeben, die euch und euer Land verletzt haben. Vergebt ihnen. Es ist wirklich wichtig, dass ihr euren Groll loslasst und ihnen vergebt - auch wenn diese Menschen schon längst tot sind. Wie wichtig das Verzeihen ist, begreift man leichter, wenn es um unsere persönliche Lebensgeschichte geht. Aber dieselben Prinzipien gelten auch für die Geschichte einer Nation. Ich sprach einmal mit einem Freund, der mir anvertraute, dass er noch immer damit kämpfte, seinem Vater, der schon 25 Jahren zuvor gestorben war, von Herzen zu vergeben; sein Vater war so grausam gewesen. Er sagte: "Ich weinte nicht einmal, als ich von seinem Tod erfuhr. Ich war erleichtert." - "Du musst ihm alle die schlimmen Dinge vergeben, die er dir angetan hat", sagte ich. "Auch wenn er schon so viele Jahre tot ist, musst du ihm vergeben und deine Bitterkeit loslassen." Wir beteten zusammen, und mein Freund vergab seinem Vater. Dann ermutigte ich ihn, den zweiten Schritt zu tun und Gott für seinen Vater zu danken. Ich erinnerte ihn an den Bibelvers, der uns sagt: "Seid dankbar in allen Dingen!" Mein Freund sagte darauf: "Das kann ich nicht. Es gibt nichts, wofür ich meinem Vater dankbar sein könnte." - "Doch, das gibt es. Fang' an mit der einfachen Tatsache, dass er dir Leben gab. Dann danke ihm für seine genetischen Gaben an dich - du bist ein talentierter Mann. Das hast du doch - zumindest teilweise - von deinen Vater bekommen." Mein Freund nahm sich diesen Rat zu Herzen und betete nochmals: Er dankte Gott für seinen Vater und zählte die guten Dinge, die er von ihm erhalten hatte, auf. Je länger er betete, desto mehr fiel ihm ein, wofür er dankbar sein konnte. Später erzählte er mir, dass er drei Tage nach unserer Gebetszeit schließlich über den Tod seines Vaters, der 25 Jahre zurücklag, weinen konnte.


Kann man jemandem vergeben, den man gar nicht persönlich kennt?

Es kann durchaus sein, dass man gegenüber einem Menschen, den man gar nicht persönlich kennt, im Herzen Bitterkeit hegt. Ein befreundeter Pastor in den USA lud mich einmal zum Frühstück ein. Nachdem wir gegessen hatten, stellte er seine Kaffeetasse ab und sagte: "Loren, ich habe es noch niemandem erzählt, aber ich muss es loswerden." Ich hatte keine Ahnung, was nun kommen würde; ich erwartete irgendein Bekenntnis. "Heute Nacht bin ich etwa um halb drei Uhr aufgewacht. Ich vermutete sofort, dass Gott mich geweckt hatte. Und so fragte ich ihn, was er mir sagen wollte. Sofort sprach Gott in meine Gedanken: 'Es gibt jemanden, dem du vergeben musst.'" Er nahm einen weiteren Schluck Kaffee und fuhr dann fort: "Das hat mich völlig überrascht. Und ich sagte zu Gott, dass ich niemanden wüsste, gegen den ich Groll empfinde. Weißt du, Loren, was Gott dann zu mir sagte? Er sagte: 'Adolf Hitler! Du hast Adolf Hitler niemals vergeben.' Ich sagte: `Aber Hitler ist doch schon tot!' Und Gott sagte: `Aber nicht in deinem Herzen. Und du hasst ihn.' - Das hat mich getroffen. Es war nämlich wahr; Szenen aus der Vergangenheit sind vor meinen Augen aufgetaucht. Gott zeigte mir, dass ich Hitler wirklich hasste, obwohl ich ihn nie persönlich gekannt hatte." Er erzählte weiter, dass er dann aufgestanden ist, um zu beten, dass er Hitler vergeben hat und dass Gott ihm noch weitere Personen in Erinnerung brachte, denen er dann ebenfalls vergab. Aber ich hörte ihm kaum noch zu. Die Wahrheit seiner Worte hatte mein eigenes Herz erreicht und auch mich überführt. Ich dachte an Diktatoren, die ich gehasst hatte: Mao Tse-tung, der damals noch lebte, war der erste auf dieser Liste in meinen Gedanken. Er hatte Millionen von Christen töten lassen. Aber ich musste ihm vergeben. (Ich hatte zwar schon für ihn und seine Errettung gebetet. Aber meine Herzenshaltung hatte dabei ganz anders ausgesehen als meine Worte: In Wirklichkeit hatte ich nämlich gewünscht, Gott würde ihn tot umfallen lassen ...) Im Hebräerbrief (12,15) lesen wir, dass Bitterkeit eine Wurzel ist, die viele verunreinigt. Diese Haltung der Bitterkeit kann sogar eine ganze Gesellschaft verunreinigen. Gott will aber, dass wir in einer anderen Haltung zurückblicken; dass wir fragen: "Gibt es irgend jemanden in meiner Vergangenheit, dem ich vergeben muss?" Dann kann Heilung beginnen. Manche warten, bis der andere auf sie zukommt, um sich zu entschuldigen. Aber Jesus hat uns ein anderes Vorbild gegeben: Als er am Kreuz hing, betete er: "Vater, vergib ihnen ..." - obwohl sie dabei waren, ihm Unrecht zuzufügen. Lügen über die Identität der Deutschen Die Berliner Mauer, das Symbol der Teilung Deutschlands, fiel am 9. November 1989 - also 51 Jahre, nachdem die sogenannte "Reichskristallnacht" am 9. November 1938 die dunkelste Periode dieser Nation einleitete. Ein Berliner Pfarrer schrieb dazu[ii]: "Noch im Januar 1989 hatte Erich Honecker als `Prophetie` ausgegeben: `Die Mauer wird auch in 50 oder in 100 Jahren noch bestehen bleiben`. Politiker in Ost und West sind allesamt von den Ereignissen überrollt worden. Wieder einmal ist Deutschland zum `Zünglein an der Waage` geworden: Dieses Mal gerät die ganze Ost-West-Achse ins Wanken, Militärblöcke verlieren ihren Sinn, die Nachkriegsgeschichte scheint zum Abschluss zu kommen. `Europa steht an der Schwelle eines neuen Zeitalters`, ließen die sieben führenden Wirtschaftsmächte im Juli verkünden. Aber eine wirkliche Deutung für die Deutsche Geschichte steht noch immer aus. Die Mauer ist bereits zum Museumsstück geworden. Aber ist ihr geistlicher Hintergrund je verstanden worden?" In der Bibel wird berichtet, wie vor vielen hundert Jahren Rehabeam durch seine Machtgier die Spaltung seines Landes verursachte (1 Kön 12). Ähnlich waren die Folgen von Hitlers Herrschaft: Auch er führte sein Land in Teilung und Tod. Schätzungsweise 55 Millionen Menschen starben in dieser schlimmen Zeit, und Deutschland hörte auf, als einheitliche und souveräne Nation zu existieren. Am 3. Oktober 1990 wurde das zerteilte Deutschland durch Gesetzesbeschluss wieder eins. Dennoch sind tiefsitzende "geistige Mauern" geblieben - Trennungen, die nicht verschwinden werden, bis die Deutschen ihre Vergangenheit annehmen und vergeben. Das sollte auch Ausdruck finden in der Dankbarkeit für die vielen guten Vorbilder der Vergangenheit. Als ich 1991 zusammen mit meiner Frau in den verschiedenen Gegenden Deutschlands unterwegs war und Vorträge hielt, fielen uns auch junge Skinheads, Neo-Nazis auf, die meisten von ihnen in Ostdeutschland. Es gibt mehrere Gründe für dieses Wiederaufleben nationalsozialistischer Gedanken v.a. im Bereich der früheren DDR; einer davon ist meines Erachtens die Geschichtsperspektive, die in den Schulen vermittelt wurde. Vereinfachend könnte man diese Zusammenhänge so beschreiben: Die heranwachsende Generation wurde ständig mit der problematischen deutschen Vergangenheit konfrontiert - und zwar unter einem Blickwinkel, der ihnen suggerierte: "Die Deutschen waren Nazis, sei deshalb nicht deutsch. Identifiziere dich statt dessen mit der DDR, dem 'Neuen Deutschland'! Sei ein Marxist!" Die DDR gibt es nun nicht mehr. Aber viele desillusionierte Jugendliche, die nach einer Identität suche, leben jetzt das aus, was ihnen früher eingebläut worden war: "Wer ein Deutscher ist, ist ein Nazi." Daraus ziehen sie den falschen Schluss: "Wenn ich ein richtiger Deutscher sein will, dann muss ich ein Nazi sein." Sie glauben den Lügen des Satans über ihre Identität als Deutsche. Viele junge Leute - in Ost- und West-Deutschland - sind in ihrer Orientierungslosigkeit auf der Suche nach Helden und Leitfiguren[iii]. Offenbar kommt selbst eine so bedenkliche Heldengestalt wie Adolf Hitler dafür in Frage. Manchem ist es eben lieber, bedenkliche Helden als gar keine Helden zu haben[iv].


Fünf Gaben Deutschlands an die Welt

Der Satan will Lügen über die Identität der Deutschen verbreiten. Aber wie sieht nun die Vorstellung, die Gott von Deutschland hat, aus? Es ist die Bestimmung, die er für Deutschland erdachte, als er diese Nation erschuf. Man kann diese Bestimmung erkennen, wenn man die deutsche Geschichte betrachtet. Gott hat den Christen in Deutschland ein reiches "Erbe" anvertraut, das man dankbar anerkennen und nutzen darf[v]. Es mag nun oberflächlich klingen, wenn ich mich hier auf nur fünf Punkte beschränken möchte. Deutschland war ja in so vieler Hinsicht ein Geschenk an die Nationen; man denke nur an Musik, Literatur, Staatskunst, Sport, Wissenschaft, Industrie, Handel und vieles mehr. In jüngster Vergangenheit ist die Großzügigkeit Deutschlands, was internationale Hilfeleistungen betrifft, nicht zu übersehen. Zudem wurden viele Flüchtlinge aus leidgeprüften Ländern in Deutschland aufgenommen. Trotzdem möchte ich besonders auf fünf Punkte hinweisen, für die ich als Ausländer den Deutschen persönlich zu Dank verpflichtet bin. Diese Punkte reflektieren etwas von der Bestimmung zu einem wahrhaft "internationalen" Dienst, den Gott dieser Nation gegeben hat - eine Beauftragung, die Nationen dieser Welt zu segnen.1. Die ganze Welt sollte dankbar sein für Martin Luther (1483-1546). Als dieser Mann im Jahr 1517 seine 95 Thesen in Wittenberg veröffentlichte, löste er ungeahnte Veränderungen aus. Abgesehen von der Tatsache, dass durch Luthers Gedanken der Protestantismus als neue geistige Kraft mit neuen Denkansätzen ins Leben gerufen wurde, bewirkte dieser Schritt noch viel mehr: Auf indirekte Weise löste Luther damit auch manche positiven Entwicklungen in der Katholischen Kirche (z. B. Reformbemühungen im Rahmen der Gegenreformation) aus. Luther und andere reformatorische Denker wandten sich auch der großen Aufgabe zu, aus bibeltheologischer Sicht Leitlinien für gesellschaftliches Leben und Regierungsverantwortung zu formulieren. Ich kann mir weder meine eigene Nation, die Vereinigten Staaten, noch deren Verfassung ohne die bahnbrechenden Gedanken der Reformatoren vorstellen. 2. Die Christen auf der ganzen Welt sollten sich an einen anderen Deutschen erinnern, dessen Erfindung sie ihren kostbarsten Besitz, die Bibel, verdanken. Wenn es nämlich Johannes Gutenberg (+ 1468), der im 15. Jahrhundert in Mainz den Buchdruck mit beweglichen Lettern erfand, nicht gegeben hätte, dann hätten Millionen von Christen auf der ganzen Welt sich kein eigenes Exemplar der Heiligen Schrift leisten können. Man kam übrigens zu dem Schluss, dass "die deutsche Reformation ohne die Druckerpresse ganz anders hätte verlaufen können"[vi] Vor Gutenberg war es nur den Reichen und den wenigen, die in einer religiösen Gemeinschaft lebten, vergönnt, eine Bibel in Händen zu halten. Abgesehen von dieser privilegierten Minderheit war ihre Wahrheit allen anderen verschlossen. Gutenberg veränderte das durch seine Erfindung. Wenn ich mir also ohne viel Mühe eine handliche und bezahlbare Bibel besorgen kann, dann verdanke ich das einem Deutschen. Ausgelöst durch die Gedanken der Reformation wurde dann die Bibel von breiten Schichten entdeckt. Zu Lebzeiten Luthers erschienen 430 Ausgaben der gesamten Bibel oder einzelner Bibelteile. Luthers Schriften machten ein Drittel der deutschen Bücher aus, die während der ersten vier Jahrzehnte des 16. Jahrhunderts gedruckt wurden[vii]. Die Bibel war der Bestseller des 16. Jahrhunderts: Etwa eine Million Bibeln wurde bereits in der Zeit zwischen 1522 und 1546 gedruckt[viii]. - Die Wurzeln der modernen Bibelgesellschaften liegen also in Deutschland. Die drei weiteren Gaben, die ich hier nennen möchte, haben alle einen Bezug zu Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700-1760) und zu den Flüchtlingen, die er aufnahm: 3. die neuzeitliche Missionsbewegung4. das Anliegen der Fürbitte für die Nationen der Welt 5. die Erweckungsbewegungen Wir wollen im folgenden einen Blick auf die Geschichte der Herrnhuter Brüdergemeine werfen, weil diese modellhafte Gemeinschaft verdeutlicht, welche internationale Berufung Gott Deutschland anvertraut hat.


Das verborgene Samenkorn

Es begann in Böhmen und Mähren, den beiden Ländern, die heute die Tschechische Republik bilden: Ein Mann namens Johannes Hus (1369-1415) wirkte dort als Reformator - lange bevor die lutherische Reformation in Deutschland begann. Er hatte sich gegen Missstände in der Kirche gewandt und wurde 1415 in Konstanz als Ketzer verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Hussiten ließen sich jedoch nicht davon abbringen, die Missstände beim Namen zu nennen, die nach ihrer Überzeugung nicht mit der Bibel vereinbar waren. Sie waren davon überzeugt, dass alle, die zur Glaubensgemeinschaft der Christen gehören wollen, auch tatsächlich ein Leben in Heiligkeit führen, den Unterdrückten helfen und sogar bereit sein sollten, das eigene Leben für andere zu opfern. Es gibt wohl kaum eine andere Gemeinschaft, die so viel Verfolgung erleiden musste wie diese ersten Hussiten. Nach dem Märtyrertod von Johannes Hus waren sie jahrelanger Verbannung, Gefangenschaft und Folterqualen ausgesetzt; man verstümmelte, köpfte, ertränkte oder verbrannte sie. Doch bevor sie ganz vernichtet wurden, flüchtete ein Überrest in die Berge, wo sie in Höhlen lebten; dort konnten sie im Verborgenen beten und in der Bibel lesen. Sie bildeten die Gemeinschaft der "Böhmisch-mährischen Brüder", die auch unter der lateinischen Bezeichnung "Unitas Fratrum" bekannt ist[ix]. Später, in der Reformationszeit, nahmen sie mit Luther, Calvin und anderen Kontakt auf, um von ihnen zu lernen. Johannes Amos Comenius (1592-1670) gehörte zu dieser verfolgten Gemeinschaft. Er betete darum, dass Gott einen Rest der böhmisch-mährischen Brüder als "verborgenes Samenkorn" beschützen möge[x]. Im Jahr 1722 - also etwa 50 Jahre nach seinem Tod - erreichte eine kleine Gruppe dieser Glaubensgemeinschaft das Gut Zinzendorfs in Sachsen, wo sie Zuflucht fanden. Auf erstaunliche Weise war Zinzendorf von Gott vorbereitet worden - als Gastgeber dieser Flüchtlinge und als Förderer einer Erweckung, die schließlich die ganze Welt beeinflussen sollte. Zinzendorf und die Wiederherstellung der Brüderunität Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf wurde am 26. Mai 1700 in Dresden geboren[xi]. Er entstammte einer alten österreichischen Adelsfamilie. Mit 10 Jahren wurde er zur Ausbildung nach Halle, einem Zentrum der pietistischen Reformbewegung, geschickt. Ein zentrales Anliegen des Pietismus war (und ist) die Umkehr des Menschen zu Gott ("Bekehrung"); die pietistischen Reformer bemühten sich um eine "zweite Reformation", die neues Leben in die lutherische Kirche bringen sollte[xii]. Die Pietisten in Halle hatten 1705 die ersten protestantischen Missionare ausgesandt; zwei junge Deutsche hatten sich nach Indien auf den Weg gemacht. Zinzendorf war tief beeindruckt von dem missionarischen Eifer der Pietisten[xiii]. Im Alter von 15 Jahren gründete er während seiner Ausbildungszeit in Halle den sogenannten "Senfkorn-Orden"[xiv] mit dem Ziel, Missionare zu Völkern auszusenden, um die niemand sonst sich kümmerte[xv]. Einige Jahre später (1722) brachte Gott mährische Flüchtlinge[xvi] zum Gut des Grafen. Zinzendorf erlaubte ihnen, in der Nähe des Dorfes Berthelsdorf eine Niederlassung zu errichten. Die Siedlung bekam den Namen Herrnhut, weil sie ein Zufluchtsort unter Gottes Schutz ("unter des Herrn Hut") sein sollte. Es kamen noch andere Flüchtlinge, die aus Glaubensgründen ihre Heimat verlassen mussten und nun bei Zinzendorf Schutz suchten, dazu: Pietisten, Separatisten aus den lutherischen und reformierten Kirchen, Täufer und andere. Leider erhitzten sich ihre Gemüter schnell in Diskussionen über dogmatische Streitfragen. Was der Scheiterhaufen und die Folterbank nicht vernichten konnten, wurde nun von religiösem Stolz und Meinungsverschiedenheiten bedroht. Einige erkannten die Gefahr. Zinzendorf hatte den nötigen Weitblick[xvii]; er suchte jede Familie auf und bat sie dringend, einer brüderlichen Übereinkunft beizutreten. Am 12. Mai 1727 wurde mit der feierlichen Annahme von "Ortsstatuten", wie sie damals offenbar üblich waren, nicht nur die Leibeigenschaft aufgehoben[xviii], sondern auch die Grundlage für eine neuartige bruderschaftliche Dienst-Gemeinschaft auf, wie sie "die evangelische Christenheit noch nicht gekannt hatte" (Beyreuther). Diese Übereinkunft schloss nämlich auch die Zielsetzung ein, nicht nur eine normale Dorfgemeinschaft zu bilden, sondern bewusst als christliche Gemeinschaft zusammenleben zu wollen. Zu den weiteren Regeln dieser Vereinbarung gehörte das Versprechen, Jesus zu gehorchen und einander zu lieben, in den wesentlichen Glaubensfragen die Einheit zu wahren und in den unwesentlichen Toleranz zu üben. Im Juli 1727 erfuhr Zinzendorf mehr über den Glauben und die Gewohnheiten der alten Mährischen Brüder, als er ein Buch von Comenius entdeckte ("Ratio Disciplinae"). Zu seinem Erstaunen entdeckte er, dass diese Glaubensgrundsätze dem entsprachen, was den Inhalt ihrer eigenen, kurz zuvor vereinbarten Übereinkunft bildete. Nun ahnte er, dass die mährischen Christen durch Gottes Führung zu ihm gekommen waren. Gott war dabei, diese alte Gemeinschaft, dieses "verborgene Samenkorn", wieder zum Leben zu erwecken, damit es für die ganze Welt Segen bringen konnte. Ein besonderer Tag in der Geschichte Herrnhuts war der 13. August 1727[xix]. An diesem Mittwoch hatte der lutherische Pfarrer des Ortes die Gläubigen zum Abendmahl zusammengerufen. Wieder war Zinzendorf von Tür zu Tür gegangen und hatte die Brüder und Schwestern ihrer Gemeinschaft gebeten, ihre Differenzen beizulegen und in Demut zusammenzukommen, um das Abendmahl zu empfangen. Am Morgen des 13. Augusts fand der Abendmahlsgottesdienst in der Kapelle von Berthelsdorf statt. Manche gingen noch vor dieser Versammlung auf andere zu, um sich mit ihnen auszusöhnen. Nach der Predigt knieten alle zum Gebet nieder. Während dieser Gebetszeit standen einige leise auf und baten andere um Vergebung. Danach sprach Zinzendorf selbst ein Gebet, in dem er - stellvertretend für alle - Gott um Vergebung und um Versöhnung innerhalb der Gemeinschaft bat.[xx] Es wird berichtet, dass dieser Abendmahlsgottesdienst eine "Taufe des Heiligen Geistes" (so Hamilton[xxi]) gewesen sei. Eine Atmosphäre der Anbetung breitete sich aus, die den ganzen Tag über bis in die Nacht anhielt. Damals - etwa 300 Jahre nach dem Märtyrertod von Johannes Hus - begann eine neue Erweckung: "Das verborgene Samenkorn" der böhmisch-mährischen Erweckung wurde - bildlich gesprochen - in den deutschen Boden gepflanzt. Mit einem anderen Bild könnte man sagen: Damals wurden die Glaubenserfahrungen der böhmisch-mährischen Brüder Teil des "genetischen Codes" für das Christentum in Deutschland.


Der Fürbittedienst und eine ununterbrochene 100jährige "Gebetswache"

Nachdem die Herrnhuter zu einer Einheit verschmolzen waren, richteten sich ihre Gebete immer mehr nach außen: Nun kamen die nichtchristlichen Völker der Erde in ihr Blickfeld. Diese Gruppe von etwa 300 Leuten betete für weit entfernte Länder (z. B. Türkei, Nordafrika, Grönland und Lappland). Besonders für die Protestanten in Europa war dies damals einmalig. Indem sie beteten, begannen sie auch, darüber nachzudenken, wie sie ferne Orte erreichen könnten. Doch dies schien aussichtslos, da sie ja nur ein Haufen mittelloser Flüchtlinge waren. Jeder arbeitete hart und lebte anspruchslos, sie konnten kaum ihren eigenen Bedürfnissen gerecht werden. Doch Graf Zinzendorf hielt daran fest, dass Gott den Weg für sie bereiten und sie als Missionare aussenden würde. Fünf Jahre später wurden tatsächlich die ersten beiden Herrnhuter zu den afrikanischen Sklaven von St. Thomas auf den Westindischen Inseln ausgesandt. Die Motivation der beiden Männer war der Gedanke, dass das Lamm Gottes den Lohn für sein Leiden empfangen möge. Es ist erstaunlich, wie schnell von diesem Zeitpunkt an Missionare in andere Länder ausgesandt wurden. Sie gingen nach Grönland, Lappland, zu den Indianern in Nordamerika, nach Surinam, an die Elfenbeinküste Afrikas und nach Indien. Nach drei Jahren missionarischen Wirkens auf den Westindischen Inseln, wo die Herrnhuter zusammen mit den Sklaven arbeiteten und ihnen dabei in aller Ruhe das Evangelium verkündigen konnten, hatten sich vier Menschen bekehrt. Aber ihr Einsatz, durch den diese vier Menschen zum Glauben kamen, kostete zehn Herrnhuter Missionare das Leben. Während der ersten vier Jahre der Herrnhuter Mission gaben insgesamt 22 Missionare ihr Leben. Trotzdem hörten sie nicht auf zu gehen. Als Zinzendorf 1760 starb, hatte diese eine Gemeinschaft in Herrnhut bereits 226 Missionare ausgesandt! Innerhalb einer Generation erreichten sie beinahe alle Kontinente; sie arbeiteten unter Hottentotten in Afrika, Sklaven in der Karibik, Eskimos in der Arktis und unter einheimischen amerikanischen Indianern. Eine beeindruckende Entwicklung war der Beginn der "Gebetswachen" im Mai 1727. Die Herrnhuter wussten, dass Gott einen Feind hat, der weder bei Tag noch bei Nacht schläft, und deshalb beauftragten sie abwechselnd Mitglieder ihrer Gemeinschaft mit dem Dienst des Gebets. Dieser tägliche Gebetsdienst in Form einer 24stündigen "Gebetskette" hielt über 100 Jahre. Es wurde gebetet, dass jedes Land dieser Erde mit der guten Botschaft erreicht würde. Was unternahm der Graf? Er bewies eine erstaunliche Toleranzbreite, eine zuwartende Geduld. Denn der alte Ketzerbegriff galt für ihn nicht mehr, dass irrige Lehren genügen, einem anderen den Glauben und die Liebe zu Christus abzusprechen und einen harten Trennungsstrich zu ziehen. Doch all sein Mut zum Risiko, im Abwarten und im Ertragen hätte keine Änderung allein herbeiführen können, die am 13. August 1727 fast wie ein Wunder von den Zerstrittenen erfahren wurde. In einem Abendmahlgottesdienst einer Pfarrkommunion, zu dem Magister Johann Andreas Rothe alle Zerstrittenen eingeladen hatte, und sie auch kamen, fiel es allen wie Schuppen von den Augen. Sie lernten einander lieben. Es war für sie ein spektakuläres Geschehen, dass verhärtete Herzen aufgebrochen wurden. Von diesem Tage an begann ein Lernprozess. Die Brüdergemeine entstand, ein neues Modell gelebten Glaubens.


Die blutige Revolution, die nicht stattfand

Diese neue Perspektive der Herrnhuter Pietisten für die Weltmission breitete sich immer weiter aus. So wurde beispielsweise durch das vorbildliche Engagement von Herrnhuter Missionaren ein junger Engländer namens William Carey (1761-1834) für den Missionsgedanken gewonnen und dazu motiviert, selbst als Missionar nach Indien zu gehen. Die Herrnhuter Gemeinschaft beeinflusste auch zwei andere junge Männer, die dann den Lauf der Geschichte in England, Amerika und darüber hinaus entscheidend prägten: Charles und John Wesley. John Wesley (1703-1791) war anglikanischer Pfarrer. Er befand sich auf einer Missionsreise nach Amerika und lernte auf der Überfahrt Herrnhuter Missionare kennen[xxii]. Diese berichteten ihm auf eine so persönliche Weise von ihren Erfahrungen mit Jesus, wie es Wesley noch niemals zuvor gehört hatte. Mitten auf dem Atlantik kam ein starker Sturm auf, und es schien, als würden sie alle umkommen. John Wesley befand sich in Todesangst. Dann aber bemerkte er, wie gelassen die Herrnhuter dem Tod ins Auge sahen, dass sie Loblieder sangen und dass selbst ihre Kinder im Sturm keine Angst hatten[xxiii].Das Schiff überstand den Sturm, und sie kamen sicher in Amerika an. Doch Wesley konnte seine Begegnung mit den Herrnhutern nicht vergessen. Er machte sich auf die Suche nach ihnen und konnte von ihnen mehr über ihr Leben mit Jesus erfahren. August Spangenberg fragte ihn, ob er Jesus als seinen persönlichen Retter kennen würde. Wesley bejahte diese Frage zwar, aber - wie er später in seinem Tagebuch zugab - er hatte keine Heilsgewissheit[xxiv]. Nach seiner Rückkehr nach England nahm Wesley in der London an der Zusammenkunft einer christlichen Gruppe teil; wahrscheinlich war dies eine Herrnhuter Gemeinschaft.[xxv] Dort las jemand aus Luthers Kommentar zum Römerbrief vor. Wesley berichtete später, dass sein Herz in diesem Moment auf eigenartige Weise "erwärmt" worden sei[xxvi]. Es waren also mehrere Deutsche an dieser folgenreichen Bekehrung von John Wesley beteiligt: zunächst die Herrnhuter und dann in gewisser Weise (nämlich durch seine Schriften) auch Martin Luther. Wesleys Kontakt zu den Deutschen vertiefte sich, als er Herrnhut und Halle besuchte. Damals war England von Korruption und Gottlosigkeit geprägt. Es gab keine Kirche, die sich um die Arbeiterklasse bemühte. Die blutige Revolution Frankreichs drohte über den Kanal zu schwappen, da Hunderttausende in englischen Städten unter unmenschlichen Bedingungen in den Fabriken arbeiten mussten. Doch dann kam es in England nicht zu einer Revolution, sondern zu einer Erweckung[xxvii]. John Wesley und sein Bruder Charles brachten den Massen in großen Evangelisationsveranstaltungen unter freiem Himmel das Evangelium. George Whitefield (1714-1770) war damals ebenfalls als Evangelist tätig, und Hunderttausende kamen in das Reich Gottes. Dies war eine Erweckung, die wirklich eine ganze Gesellschaft veränderte[xxviii]. Sie führte u. a. zu Reformen in den Fabriken und Gefängnissen, zur Abschaffung von Kinderarbeit und Sklaverei, zur Erneuerung des missionarischen Engagements unter den Christen. Sie betraf darüber hinaus viele weitere Gesellschaftsbereiche: Arbeitsrecht, Initiativen in der Pädagogik, Krankenpflege, Gründung der ersten Gewerkschaften, Kritik an unsozialer Bereicherung und am Luxus der Oberschicht, neues Selbstbewusstsein der Arbeiter, Bewusstsein für soziale Verantwortung, moderne Sozialethik unter der Leitperspektive: "Reichtum verpflichtet!"[xxix] Die Anglikanische Kirche verschloss sich dem Wirken von John Wesley, so dass später die Methodistische Kirche entstand. Diese Bewegung übernahm viele Methoden der Herrnhuter Missionare, z. B. die Evangelisationspredigt vom Pferd aus. Als die Vereinigten Staaten gegründet wurden und allmählich der gesamte Kontinent erobert wurde, folgten den Pionieren reitende Methodistenprediger dicht auf den Fersen, die das "Große Erwachen", wie eine dieser damaligen Erweckungsbewegungen in den USA genannt wurde, überall in Amerika verbreiteten. Aus der methodistischen Erweckung bekamen weitere wichtige Bewegungen ihre Impulse: z. B. die von Charles Finney (1792-1875) geleitete Erweckungsbewegung und die von William Booth (1829-1912) gegründete Heilsarmee. Einige Resultate dieser Erweckungen waren die Gleichberechtigung der Frau, die sog. Abstinenzbewegung, eine Bildungsreform, eine Verbesserung der Waisenhäuser, Gesetze zum Schutz der Insassen von psychiatrischen Anstalten, eine Reform des Gesundheitswesens und verbesserte Haftbedingungen in den Gefängnissen. Der Erweckungsstrom, der von Wesleys Tätigkeit ausging, setzte sich fort in der Erweckung in Cumberland, der Heiligungsbewegung, der Pfingstbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in der Wiederbelebung der evangelikalen Gedanken in den 50er Jahren, in der Charismatischen Erneuerung der 60er Jahre und der Bewegung der "Jesus People" in den 70er Jahren. Die Wurzeln dieser wirkungsvollen Entwicklungen und Ereignisse lassen sich alle zu einem kleinen Ort in Sachsen und zu einer Gruppe zurückverfolgen, die man die "Herrnhuter Brüdergemeine" nannte. So ist es nicht übertrieben, wenn Christen auf der ganzen Welt sagen, dass sie viele Segnungen Deutschland verdanken. Deutsche Pionier-Missionare Aber die Herrnhuter waren nicht die einzigen, die aus Deutschland kamen. Andere deutsche Missionare hinterließen ebenfalls Spuren ihres Wirkens überall auf der Welt. Ich war an vielen abgelegenen Orten, wo ich mich in Gebäuden aufhielt, die deutsche Pioniermissionare erbaut hatten. Und in Korea traf ich einmal einen jungen tibetischen Studenten; er erzählte mir, dass sein Großvater durch deutsche Missionare in Tibet zu Gott geführt worden war. Auf jeder Liste herausragender deutscher Missionare und Evangelisten muss auch Berthold von Regensburg (1210-1272) erscheinen, der im 13. Jahrhundert als franziskanischer Wanderprediger wirkte. Er predigte unter freiem Himmel in Bayern, Schwaben, Österreich, Ungarn, Böhmen und in der Schweiz. Aus zeitgenössischen Berichten können wir entnehmen, dass er zu Hunderttausenden sprach, von denen sich Unzählige für die Nachfolge Jesu entschieden. Johann Adam Schall von Bell (1591-1666) ging 1618 nach China, wo er das Vertrauen des ersten Kaisers der Mandschurei gewann. Schall war ein ausgezeichneter Astronom; er reformierte den Kalender und wurde zum Leiter der chinesischen Kalenderkommission ernannt[xxx]. Er gründete auch chinesische Gemeinden und konnte den Kaiser sogar davon überzeugen, die Götzenbilder aus seinem Palast entfernen zu lassen. Bartholomäus Ziegenbalg (1682-1719) war einer der beiden Deutschen, die 1706 als erste von der "Dänisch-Hallischen Missionsgesellschaft" nach Indien ausgesandt wurden. Obwohl er schon im Alter von 36 Jahren starb, hinterließ er eine Gemeinde mit 250 Mitgliedern und eine Schule. Er hatte außerdem eine Papierfabrik und eine Druckerpresse mit aufgebaut, hatte den Menschen gezeigt, wie man Wolle spinnt, so dass sie auf diese Weise ihren Lebensunterhalt verdienen konnten, und hatte das Neue Testament in die Sprache der Tamilen übersetzt. Im 19. Jahrhundert ging Ludwig Nommensen (1834-1918) nach Sumatra, das damals zu Holländisch Ost-Indien gehörte. Er lernte die Sprache der Batak. Obwohl man zweimal versuchte, ihn zu vergiften, überlebte er die Anschläge und gewann ihre Herzen. Vor der Ankunft Nommensens hatte es keinen einzigen Christen auf Sumatra gegeben. Als er 1918 starb, hinterließ er eine blühende Kirche mit 180.000 Bataks. Außerdem hatte er Batak-Pastoren ausgebildet, Krankenhäuser eingerichtet, ein Heim für Leprakranke, eine Schule für gewerbliche Ausbildung und eine Druckerei aufgebaut. 1750 kam ein anderer deutscher Missionar, Christian Friedrich Schwartz (1726-1798), nach Indien. Er ließ sich in Tranquebar nieder. Viele Missionswissenschaftler bezeichnen ihn heute als den "Modell-Missionar des 18. Jahrhunderts". Schwartz war einer der aktivsten, furchtlosesten und erfolgreichsten Missionare seit den Zeiten der Apostel. Er arbeite 48 Jahre lang in Indien, ohne jemals wieder nach Deutschland zurückzukehren; durch seine Tätigkeit wurden Hindus und Muslime Christen. Schwartz schulte einheimische Pastoren, begann Impfprogramme und baute öffentliche Schulen auf biblischer Grundlage auf. Als er 1798 starb, hinterließ er eine Gemeinde von 2.000 Mitgliedern in Indien. Was für Helden! Was für Glaubenspioniere! Und welch ein Reichtum an Vorbildern, ein Erbe an Glaubenserfahrungen, die den jungen Christen in Deutschland zur Verfügung stehen. Man muss sich wirklich darüber wundern, dass eine Nation, die so viel segensreiches Engagement hervorgebracht hatte, so sehr durch Adolf Hitler verführt werden konnte und zu solch einem abscheulichen Verbrechen wie dem Holocaust fähig war. Teuflische Rache In der Bibel lesen wir, dass Gott die Gaben und Berufungen, die er gibt, nicht bereut (Röm 11,29). Ich glaube, Gott hat Deutschland die Berufung und Begabung gegeben, andere Nationen auf der ganzen Welt positiv zu beeinflussen. Ein JMEM-Mitarbeiter aus Hawaii, der mehrere Jahre in Deutschland tätig war, formulierte seine Beobachtungen so[xxxi]: "Ein Merkmal der Deutschen ist ihr Expansionsdrang. Früher äußerte er sich militärisch, heute mehr auf wirtschaftlichem oder touristischem Gebiet. Dieser Expansionsdrang ist nicht nur negativ zu sehen. In ihm zeigt sich auch eine Gabe, die nur in Übereinstimmung mit Gottes Charakter und Absicht eingesetzt werden sollte. Fast überall auf der Welt findet man deutsche Touristen. Sie besuchen andere Länder, um zu bekommen: Eindrücke, Sonnenbräune, die Aura des Fremden usw. Was wäre, wenn diese Schwärme kämen, um dem betreffenden Land zu dienen?" Ich bin sicher, dass der Satan voller Wut war über die Erweckungsbewegung der Herrnhuter und über den Segenstrom von Missionaren, die Deutschland in die ganze Welt aussandte. Er sah die Dynamik dieser Nation und entschloss sich, Deutschland lahmzulegen. Als er zum Gegenangriff überging, setzte er gerade die Stärken und Begabungen der Deutschen ein: Er benutzte ihre Fähigkeiten und pervertierte sie durch intellektuellen Stolz; und so gelang es ihm, die ganze Welt zu vergiften. Diese Entwicklung soll im folgenden skizziert werden (allerdings nur ganz knapp und vereinfacht). Einer dieser Männer, deren Stolz er benutzte, war Friedrich Nietzsche, der 1844 als Sohn eines evangelischen Pfarrers in Preußen geboren wurde. Nietzsche war von der Philosophie Arthur Schopenhauers (1788-1860), von evolutionistischem Gedankengut und von seiner Freundschaft mit dem Komponisten Richard Wagner (1813-1883) beeinflusst. Nietzsche lehnte traditionelle Werte kategorisch ab - besonders diejenigen Werte, die dem Christentum entstammten. Sein grundlegender Ausgangspunkt wird deutlich in dem von ihm geprägten Schlagwort "Gott ist tot". Er lehrte, dass moralische Werte nur der Mentalität von Sklaven entsprächen; statt dessen könne man sich neue Werte schaffen. So führte er den Begriff des "Übermenschen" ein. Darunter verstand er eine Art Idealmensch, der sich nicht vom Strom der breiten Masse treiben lässt, sondern in seiner Unabhängigkeit sicher lebt. Dieser "Übermensch" sollte seine eigenen Werte, eine "Herrschermoral", neu definieren und einen kreativen Willen zur Macht besitzen, der ihn von der minderwertigen, breiten Masse unterschied. In allen totalitären Ideologien des 19. und 20. Jahrhundert ist das Nachwirken von Nietzsches Philosophie festzustellen - sowohl im Kommunismus auf der extrem linken Seite als auch im Nationalsozialismus auf der extrem rechten Seite. Nietzsche beeinflusste auch spätere Philosophen, z. B. Martin Heidegger (1889-1976), dessen Ideen im Existentialismus von Jean-Paul Sartre (1905-1980) aufgegriffen wurden. Diese Philosophie brachte tiefe Verzweiflung in unser Jahrhundert: Eine ganze Generation begann zu glauben, dass es keine absolut gültigen Wahrheiten und keinen tieferen Sinn im Leben gäbe. Dieses Denken beeinflusste jeden Gesellschaftsbereich, von der Kunst bis zum Film, von der Musik bis zur Literatur. Die größte Tragödie war die Behauptung, es gäbe keine absoluten Werte; und somit könne man richtig und falsch nicht mehr definieren. Die traditionelle Moral war gestorben; sie wurde nun ersetzt durch die Relativität der Wahrheit und eine Ethik, die - je nach Situation - ganz unterschiedliche Wegweisungen gibt. Sogar die Christenheit wurde fehlgeleitet. Aus Deutschland kamen Theologen wie David Strauß (1808-1874), der erklärte, dass die Evangelien eine Sammlung von Mythen seien, und Ernst Troeltsch (1865-1923), der lehrte, dass nur solche Ereignisse als historisch gelten könnten, für die es in der Geschichte bereits eine Entsprechung gibt. Ein Ereignis wie die Auferstehung Jesu Christi könne demzufolge niemals stattgefunden haben. Troeltsch bahnte den Weg für eine Generation von liberalen Theologen, die Europa vor dem Ersten Weltkrieg beeinflusste. In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen entwickelte der Theologe Rudolf Bultmann (1884-1976) sein Programm der "Entmythologisierung": Da der moderne Mensch die Wundergeschichten der Bibel, die Bultmann als Mythen betrachtete, nicht mehr glauben könne, müsse man die Bibel "entmythologisieren". Vorbereitungen für die Tragödie Schon Johann Gottlieb Fichte (1762-1814) hatte das Deutschtum verherrlicht. Er behauptete, dass die Vervollkommnung der Menschheit nur vom deutschen Volk ausgehen könnte. Fichte war gleichzeitig antisemitisch eingestellt. (Der Antisemitismus hatte leider in Europa eine lange Vorgeschichte. Sogar Martin Luther hatte sich in erschreckender Weise über die Juden geäußert[xxxii].) Richard Wagner, der mit Nietzsche befreundet war, griff auch auf das vorchristliche Gedankengut der germanischen Religion zurück und komponierte gewaltige Opern, in denen die überlegene Rasse der Arier und die germanischen Götter verherrlicht wurden. Wagner war ebenfalls antisemitisch eingestellt. Adolf Hitler schätzte Wagner sehr[xxxiii]. Er bekam als junger Mann eine satanische "Berufung", als er eine Oper von Wagner anhörte. Dieses Erlebnis der besonderen Berufung, die Hitler als seinen Auftrag oder als seine Mission bezeichnete, ereignete sich im Jahre 1904 im Opernhaus von Linz: Sein Freund, der ihn an diesem Abend begleitet hatte, berichtet, dass nach der Aufführung aus Hitler ein anderes Wesen zu sprechen schien und dass er beinahe finster ausgesehen habe[xxxiv]. Später bezog Hitler sich mehrmals auf diesen Abend in der Oper und erklärte: "In dieser Stunde begann es." Auch andere Deutsche wurden vom Teufel benutzt, der ihre gottgegebene Fähigkeit, andere Nationen zu beeinflussen, pervertierte und missbrauchte. Karl Marx (1818-1883) und Friedrich Engels (1820-1895) begründeten gemeinsam den modernen Kommunismus. Niemand kann die Millionen von Menschen zählen, die - als Folge der Lehren von Engels und Marx - in Gefängnissen dahinvegetierten, gefoltert wurden oder sterben mussten. Die Spur dieses Leids lässt sich in Lateinamerika genauso verfolgen wie in Afrika oder China. Die weltweiten Auswirkungen der marxistischen Ideologie, die von zwei Deutschen in die Welt gesetzt worden war, wird schlagartig deutlich, wenn man an das Aushungern von Millionen in der Ukraine denkt, an die "killing fields" von Kambodscha oder an die brutalen Morde und Verstümmelungen durch die Anhänger des "Leuchtenden Pfades" in Peru. Die Situation vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Beginn der 30er Jahre könnte man - vereinfachend - so zusammenfassen: Viele bekannten sich zu der Aussage, dass Gott tot sei; die Bibel wurde mehr und mehr als ein Buch voller Mythen betrachtet; und der Gedanke, dass es absolute Maßstäbe für Richtig und Falsch gibt, wurde vielfach abgelehnt. Wir stoßen hier auf ein merkwürdiges Paradoxon: Obwohl der Satan den Rationalismus gebrauchte, um den Glauben an Gott und sein Wirken zu zerstören, überschwemmte er andererseits das Land mit einer Welle irrationaler okkulter Manifestationen. Während diejenigen Elemente des christlichen Glaubens, die mit der Vernunft nicht zu erfassen waren, von Theologen geleugnet oder umgedeutet wurden, suchten viele Menschen in Europa nach geistlicher Erleuchtung aus dem Osten. Am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts kann man in Europa eine Mischung von verschiedenen okkulten Strömungen feststellen: Die unterschiedlichsten Geheimgesellschaften, die antike Mysterienkulte wiederbeleben wollten, verbanden dies mit Antisemitismus und mit den Gedanken einer evolutionären Höherentwicklung, die dazu führen sollte, eine göttergleiche Rasse entstehen zu lassen. Ein stetiger Strom von Pilgern machte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts von Europa aus auf den Weg nach Tibet. Eine dieser Pilgerinnen war die Spiritistin Helena Petrovna Blavatsky (1831-1891). Sie veröffentlichte Offenbarungen, die sie von "erhabenen Meistern" im Tibet erhalten hatte und die von einer prähistorischen, arischen Rasse von Supermännern und ihrem Symbol, dem Hakenkreuz, sprachen. Auch den New-Age-Gedanken unserer Zeit kann man auf Madame Blavatsky und den Engländer Aleister Crowley zurückführen. Doch ihre Ideen beeinflussten nicht erst in unserer Zeit Europa. Eine ähnliche Wirkung ging von Philosophen aus, die zu einer Rückkehr zu den vorchristlichen Göttern der Germanen aufriefen und besonders die Geheimwissenschaft der Runenkunde verbreiteten. Manche vertraten die Ansicht, dass eine Herrenrasse herangezüchtet werden sollte (z. B. Lanz von Liebenfels in seiner Zeitschrift 'Ostara'); untergeordnete Rassen sollten vernichtet werden. Houston Stewart Chamberlain (1855-1927) wurde als der geistige Vater des nationalsozialistischen Gedankengutes bezeichnet. Er hatte die Theorien von Nietzsche und Wagner miteinander verbunden. Er lehrte, dass das arische Deutschland seine historische Aufgabe, die Welt zu erneuern und zu regieren, unter der Leitung eines inspirierten und vollkommen entwickelten Führers erfüllen würde. Das Erstaunliche ist aber, dass Chamberlain sagte, seine Texte seien ihm von Dämonen Wort für Wort diktiert worden. Diese Geister hätten ihm gesagt, dass er den okkulten Messias erkennen würde, wenn dieser erscheint. Bevor Chamberlain im Jahr 1927 starb, bezeichnete er Adolf Hitler öffentlich als diesen Mann. Insofern könnte man Chamberlain als einen pervertierten Messias-Herold, als einen "falschen Johannes den Täufer" bezeichnen.


Der religiöse Charakter des Nationalsozialismus

Die nationalsozialistische Ideologie gleicht bei genauer Betrachtung eher einer Religion als einer politischen Bewegung. Man könnte sagen: In dieser Religion war Adolf Hitler der Messias, Heinrich Himmler der Hohepriester, Richard Wagner der Psalmendichter, Hitlers Buch "Mein Kampf" die Heilige Schrift, das Hakenkreuz das Kreuzsymbol und die SS die Geistlichkeit. Moderne Historiker haben vergeblich versucht, Hitler und das Phänomen des Dritten Reiches und den Holocaust zu erklären. Ich glaube, der Grund ist, dass sie es aus einem rationalistischen - oder rein psychologischen - Blickwinkel betrachten und die tiefe Verstrickung Hitlers in den Okkultismus übersehen sowie die religiöse, dämonische Natur der Nazi-Rituale und ihrer Lehren. Die Nationalsozialisten vermischten drei Strömungen von okkulten Lehren: germanische Mythologie, Gedankengut der Gnostik und fernöstlichen Mystizismus; dann fügten sie unsachgemäß interpretierte Ergebnisse der Naturwissenschaften hinzu, so dass daraus ein ideologisches Gemisch mit furchtbaren Folgen entstand. Die Menschen, die geistliche Realitäten zuvor geleugnet hatten, waren völlig überfordert, als dieses Phänomen nach der erniedrigenden Niederlage Deutschlands im 1. Weltkrieg hervorbrach. Sogar der Premierminister Englands, Neville Chamberlain, wurde von Hitler getäuscht. Chamberlain war überzeugt, dass der Mensch im tiefsten Grund seines Wesens gut sei; er glaubte, dass am Ende doch die menschliche Vernunft und das rationale Denken siegen würden. Doch die schwarze Wolke, die Deutschland und die ganze Welt in den 30er Jahren überschattete, war nicht aus der menschlichen Vernunft geboren: Sie hatte ihren Ursprung in der Hölle, und durch intellektuellen Stolz hatte sie sich zu einer enormen Größe weiterentwickelt.


Warum konnten die Christen damals nicht das Unheil abwenden?

Sagt uns das Wort Gottes nicht, dass "der, der in uns ist, größer ist als der, der in der Welt ist" (1 Joh. 4,4) und dass das "anhaltende, brennende Gebet des Gerechten viel vermag" (Jak 5,16b)? Trotz der angepassten Weltanschauung und dem geistlichen Tod, der sich in vielen Gemeinden breitgemacht hatte, gab es zu Beginn dieses Jahrhunderts immer noch dynamische Gruppen von Christen in Deutschland. So stellt sich die Frage: Warum konnte die Dunkelheit eine Generation lang das Licht überschatten? Die geistliche Kraft bibelorientierter, gläubiger Christen war aufgrund tiefer Spaltung unter den Christen größtenteils "neutralisiert" worden. Wie ich bereits erwähnte, bin ich viel in der Welt herumgereist. Meine Dienstaufgaben führten mich in die verschiedensten Konfessionen, und ich war in Kontakt mit Gläubigen von jedem Teil des christlichen Spektrums und fast jedem Land auf dieser Erde. Und doch habe ich lange Zeit nirgends sonst eine so tiefe Spaltung erlebt, wie sie damals unter den Christen in Deutschland bestand. Im August 1987 sprach ich in Frankfurt zu einer Versammlung von 8000 Menschen. Gott forderte mich auf, in dieser Versammlung eine Erklärung abzugeben: "Es gibt heute zwei Staaten in Deutschland, aber Gott möchte ein vereintes Deutschland haben." Damals, im Jahr 1987, war das noch ein politisch brisantes Thema, und deshalb wurden meine Worte in den Medien zitiert. Aber es war Gott gewesen, der mich zu dieser Aussage gedrängt hatte. Darüber hinaus hat Gott mir am selben Abend aufgetragen, den folgenden Zusammenhang auszusprechen: Deutschland sei deshalb in zwei Teile gespalten, weil auch die Gemeinde Jesu Christi in Deutschland gespalten ist.


Eine vom Satan eingefädelte Polarisierung

Diese Spaltung hatte kurz nach der Jahrhundertwende begonnen, als einige Christen, die die Pfingsterweckung in Norwegen erlebt hatten, diese Bewegung auch nach Deutschland brachten. Vieles von dem, was sie mitbrachten, war positiv, aber vor allem eine Veranstaltungsreihe in Kassel steigerte sich ins Extreme. Der Leiter dieser Zusammenkünfte in Kassel, der Gemeinschaftsprediger Heinrich Dallmeyer, war besorgt, er könnte "den Geist dämpfen" (1 Thess 5,19). Aus diesem Grund machte er die extreme Aussage, dass jede Äußerung der Sprachengabe ("in Zungen reden"; vgl. 1 Kor 12,10) von Gott sei. Anstatt die Geister zu prüfen, wie es das Wort Gottes uns sagt, wurde alles erlaubt - auch Erfahrungen, die - wie es scheint - dämonischen Ursprungs waren. Viele Christen waren verunsichert - besonders als Dallmeyer sich später von allen diesen geistlichen Erfahrungen distanzierte und erklärte, alle geistlichen Gaben, die man in Kassel erlebt hatte, seien nicht vom Geist Gottes, sondern von einem Lügengeist verursacht worden. Ein Leitertreffen wurde einberufen, und am 15. September 1909 formulierten 56 Leiter aus der Evangelischen Allianz, der Gemeinschaftsbewegung und einigen Freikirchen ihre Reaktion. Die Berliner Erklärung, die sie damals unterzeichneten, besagte, dass die Pfingstbewegung "nicht von oben, sondern von unten" sei. Im 1. Artikel wird von der Pfingstbewegung gesagt: "Es wirken in ihr Dämonen, welche, vom Satan mit List geleitet, Lüge und Wahrheit vermengen, um die Kinder Gottes zu verführen. In vielen Fällen haben sich die sogenannten Geistbegabten nachträglich als besessen erwiesen ..." Christian Krust schrieb später über diese Berliner Erklärung, dass kein weltliches Gericht je solch ein schwerwiegendes Urteil aufgrund derart unzureichender Beweisführung mit solch einseitiger Berichterstattung gefällt hätte. Die Leiter der frühen deutschen Pfingstbewegung bemühten sich um Versöhnung, aber die Furcht war zu groß. Die Pfingstler führten ihren Dienst zwar fort, aber sie hatten unter ständiger Ablehnung zu leiden. Später erklärten einige von ihnen, dass die Unterzeichner der Berliner Erklärung einen Fluch auf sie gelegt hätten. So unterstellten beide Parteien der anderen Seite dunkle Motive. Damit war die Polarisierung, die der Satan angestrebt hatte, erreicht. Ich persönlich glaube, dass der Geist Gottes zutiefst betrübt war. Und sicherlich wurde das geistliche Potential der Gemeinde Jesu Christi in Deutschland so sehr neutralisiert, so dass sie die bevorstehende Flutwelle des Bösen nicht aufhalten konnte. Wie ließe sich sonst erklären, dass ein Land, in dem es betende Christen gab, innerhalb von nur 25 Jahren zwei Weltkriege auslöste? Die Ursache liegt in der Tatsache, dass diese Christen gespalten und dadurch machtlos geworden waren (zum Zusammenhang zwischen Einheit und Segen vgl. Psalm 133,1.3).


"Schindlers Liste" zeigt nur einen Ausschnitt ...

Wenn man die Geschichte des Dritten Reiches liest und einschlägige Filme über diesen Zeitabschnitt betrachtet, kann leicht der falsche Eindruck entstehen, dass ganz Deutschland geschlossen bösartig wurde, nachdem Hitler die Macht übernommen hatte. Es scheint so, als hätte jeder Deutsche in den 30er und 40er Jahren Adolf Hitler und die Nazis unterstützt, als wäre jeder Deutsche dieser Generation schuld am Tod von Millionen von Juden. Aber dieses Bild ist nicht wahrheitsgetreu. Während die Mehrheit versuchte, sich durch Schweigen und Wegschauen zu retten, gab es auch eine mutige Minderheit, die dagegen aufstand. Das moderne Israel bezeichnet diejenigen, die damals das Leben von Juden retteten, als "Gerechte der Völker"[xxxv]. Solche "gerechte Nichtjuden" gab es unter Armen und Reichen, Gelehrten und Ungebildeten, Gläubigen und Atheisten[xxxvi]. Die meisten von ihnen hatten nie vor, Lebensretter zu werden; sie reagierten einfach auf eine unmittelbare Not. Oskar Schindler (1908-1974), von dem Millionen von Menschen durch den Film von Steven Spielberg erfuhren, war einer von ihnen[xxxvii]. Aber es gab noch viele andere Retter, die halfen, Juden aus dem Land zu schleusen[xxxviii]. Sie besorgten ihnen falsche Papiere oder verstecken sie in Geheimkammern in ihren Häusern, auf getarnten Dachböden oder in Kellern, Fabriken, Büros, Klöstern, Kirchen, Krankenhäusern, Scheunen, Friedhöfen, Ställen, Heuhaufen, Taubenschlägen und Gewächshäusern. Kleine Kinder wurden in Kisten und Abfalleimern, in Körben und Backöfen versteckt. Die Leute, die sich an diesen gewagten Rettungsaktionen beteiligten, wussten genau, dass sie im Falle ihrer Entdeckung dafür erschossen oder - zur Abschreckung für andere - öffentlich gehängt würden. Und trotzdem riskierten sie ihr Leben, um Freunde und Fremde zu retten. In dem Buch "Menschlichkeit in unmenschlicher Zeit" beschreibt Uwe Langner das Mahnmal "Yad Vashem" und die Gedenkstätte für die "Gerechten der Völker"[xxxix]: "Hier wurde eine kleine Allee angelegt - die Allee der Gerechten. Mittlerweile ist daraus ein Garten, ein Hain, ein Wald gewachsen. Jeder Baum ist mit einem Namensschild versehen - so werden als ... "Gerechte der Völker" in Yad Vashem über 10.000 Menschen geehrt. Dieser Ehrentitel wird an diejenigen vergeben, die oft unter Einsatz ihres Lebens, aber niemals für Geld den Juden Europas in der Zeit ihrer Vernichtung halfen - sei es auch nur einem einzigen."[xl] Eine Studie[xli] hat gezeigt, dass auf diese Weise etwa eine halbe Million Juden vor dem Holocaust gerettet wurden[xlii]. Während viele Pastoren sich durch Hitler täuschen ließen und versuchten, sich als "Deutsche Christen" (DC) an den Nationalsozialismus anzupassen, gab es eine Minderheit, die die Täuschung durchschaute. Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), Martin Niemöller (1892-1984) und andere gründeten die Bewegung "Bekennende Kirche", um den Nationalsozialisten entgegenzutreten und gegen die Verbrechen an den Juden zu protestieren. Bonhoeffer warnte in einer Radiosendung in Berlin davor, einen Leiter zu einem Idol zu erheben und Gott zu lästern. Seine Ansprache wurde mitten in der Übertragung abrupt unterbrochen. Mitglieder der Bekennenden Kirche wurden entlassen, ihnen wurde die Lebensgrundlage entzogen, und viele endeten in Konzentrationslagern. Dietrich Bonhoeffer wurde im April 1945 - nur wenige Tage vor der Kapitulation des "Dritten Reiches" - hingerichtet. Martin Niemöller überlebte sieben Jahre Konzentrationslager und entkam knapp der Hinrichtung. Nach dem Krieg half er als Kirchenführer bei der Neugestaltung Deutschlands mit.


"Diese Worte haben mein Leben gerettet!"

Die meisten von uns haben von Dietrich Bonhoeffer und Martin Niemöller gehört, aber es gab auch andere, die weniger bekannt sind. Der Pfarrer Paul Schneider (1897-1939) wurde aufgrund seiner Predigten in Buchenwald eingeliefert. Man folterte ihn, konnte aber seine Entschlossenheit nicht brechen. Obwohl die Insassen des Lagers am Rande des Hungertodes lebten, fastete Schneider an jedem Freitag. Manchmal rief er aus seiner Zelle laut Bibelverse ins Lager hinaus. Einmal versuchte ein verzweifelter Gefangener, sich selbst zu töten, indem er auf den elektrischen Zaun des Lagers zu rannte. Plötzlich hallte Pastor Schneiders Stimme über die Baracken: "Jesus Christus sagt: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir wird nachfolgen, der wird nicht wandeln in Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben." Der Gefangene gab daraufhin sein Vorhaben auf und überlebte. Nach dem Krieg bestätigte er, dass diese Worte sein Leben gerettet hatten[xliii]. Schneider wurde nach solchen Vorfällen jedesmal geschlagen, und seine kümmerliche Essensration wurde auf die Hälfte reduziert. Am Ostersonntag 1939 rief Schneider aus seiner Zelle den Lagerinsassen zu: "So spricht der Herr: Ich bin die Auferstehung und das Leben."[xliv] Die Wachen unterbrachen ihn und schlugen ihn, bis er das Bewusstsein verlor. Im Juli 1939 erhielt seine Frau die Mitteilung, dass er im Lager gestorben war. Sie schrieb: "Über den Tod Pauls sind wir uns soweit klar, dass er durch den Lagerarzt vorsätzlich durch eine überdosierte Strophantinspritze und darauffolgende intensive Lichtbestrahlung herbeigeführt wurde."[xlv] Helmut Gollwitzer (1908-1993) erklärte durch das, was er sagte, den Nationalsozialisten den Krieg. Dafür schickten sie ihn an die Ostfront; bis 1949 musste er in sowjetischen Kriegsgefangenenlagern zubringen. Der württembergische Pfarrer Julius von Jan, der der Bekennenden Kirche angehörte und die regimehörigen "Deutschen Christen" kritisierte[xlvi], kam nach den Verbrechen an den Juden in der Pogromnacht am 9. November 1938 zu folgendem Schluss: "In diesen Tagen wurde es mir innerlich klar, dass längeres Schweigen Sünde wäre." Er benutzte den Bußtag am 16. November 1938 dazu, seine Gemeinde an ihre Christenpflicht zu erinnern, und forderte öffentlich zur Buße auf. Am Ende des Gottesdienstes verlas er zur Fürbitte eine Liste von Pfarrern, die mit Redeverbot oder Landesverweisung bestraft worden waren. Im Schlussgebet sprach er die Bitte aus, dass Gott "dem Führer und aller Obrigkeit den Geist der Buße schenken möge."[xlvii] Friedrich von Bodelschwingh d. J. (1877-1946) rettete viele alte und behinderte Menschen, die zur Tötung bestimmt waren[xlviii]. Er war 1933 zum Bischof gewählt worden, trat dann aber bald wegen der nationalsozialistischen Kirchenpolitik zurück. Diese führte schließlich dazu, dass der von Hitler bevorzugte Pfarrer Ludwig Müller, der den "Deutschen Christen" angehörte, Reichsbischof wurde. Zu den Pfarrern in der Katholischen Kirche, die die nationalsozialistische Irrlehre durchschauten, gehörten z. B. Bernhard Lichtenberg (1875-1943), der öffentlich gegen die Menschenrechtsverletzungen der Nationalsozialisten protestierte. Er betete 1938 öffentlich auch für verfolgte Juden und leitete das Bischöfliche Hilfswerk für nichtarische Christen[xlix]. Neben denen, die Juden retteten, und denen, die öffentlich protestierten, gab es noch Tausende, die auf andere Art aktiv Widerstand leisteten[l]. Carl Friedrich Goerdeler (1884-1945), der Oberbürgermeister von Leipzig, reiste nach England und in andere umliegende Länder und warnte diese vor Hitlers Absichten. Doch sie ignorierten ihn. Mehrere Mitarbeiter des deutschen Außenministeriums riskierten ihr Leben, um die Europäer und Amerikaner zu warnen und um Unterstützung für einen geplanten Militärputsch gegen Hitler zu bitten. Doch die Nationen glaubten ihnen nicht. Auch Studenten leisteten Widerstand. Hans und Sophie Scholl (1918-1943 bzw. 1921-1943) verteilten 1943 zusammen mit anderen Studenten der Organisation "Weiße Rose" Flugblätter gegen die Nazis[li]. Sie wurden verhaftet und hingerichtet. Sogar Mitglieder der Abwehr, der militärischen Sicherheitspolizei, halfen Juden zu entkommen. Admiral Wilhelm Canaris (1887-1945), der Leiter der Abwehr, und Generalmajor Hans Oster (1887-1945)[lii], stellten gefälschte Papiere aus und schickten manchmal Juden als angebliche "Geheimagenten" außer Landes. Es gab eine ganze Reihe von Mordanschlägen gegen Hitler[liii], doch jedesmal entging er ihnen. Er schien zunächst unter satanischem Schutz zu stehen. Verschiedene Männer waren zu der Überzeugung gekommen, dass man den Mörder stoppen müsste[liv]. Generalmajor Henning von Tresckow (1901-1944)[lv] schmuggelte 1943 eine als Cognacflasche getarnte Bombe in Hitlers Flugzeug, deren Zünder jedoch versagte[lvi]. Von Tresckow meldete sich freiwillig zu einem Selbstmordkommando: Als Hitler einmal beschlagnahmtes Kriegsmaterial inspizieren sollte, trug von Tresckow Bomben in seinen Taschen. Doch Hitler blieb nicht lange genug, sondern reiste überstürzt ab. Doch schließlich war es mit Hitlers merkwürdiger Bewahrung vorbei; aber bis dahin lag die Nation bereits in Trümmern. Ende 1945 gab es kein Deutschland mehr, nur noch Besatzungszonen der Alliierten und sowjetisch besetztes Territorium. Sicherlich freute sich damals die ganze Hölle, weil Gottes Plan für diese Nation erfolgreich abgewendet worden war.


... doch Gott hat andere Pläne

Damals gab es in der Hölle vielleicht eine Siegesfeier. Es war wohl eine ähnliche Feier wie an dem Tag, als Jesus gekreuzigt wurde: Als er damals ausrief: "Es ist vollbracht", feierte die Hölle ihren Sieg. Doch Jesus gesellte sich - gewissermaßen als ungeladener Gast - zu dieser Höllenparty und bereitete ihr ein abruptes Ende. Und schließlich stieg Jesus siegreich aus dem Grab empor. Auch der Triumph des Satans über Deutschland hat sein Ende gefunden. Gott möchte auch Deutschland aus dem "Grab" auferwecken und Deutschlands Aufgabe und Bestimmung wiederherstellen. Es war ein Gedanke Gottes, dass Ost- und Westdeutschland 1990 ihre Wiedervereinigung erleben sollten. Seine Botschaft an die Deutschen ist: Die Zeit der Trauer ist vorbei! Ihr seid durch eine sehr dunkle Zeit gegangen, nun aber kommt ihr wieder ins Licht! Vor einiger Zeit traf ich einen jungen Deutschen, der unter Tibetern in Indien arbeitet. Er sagte[lvii]: "Es gibt kaum deutsche Missionare in der Dritten Welt, man muss sie dort tatsächlich suchen - so wie die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen. Und dabei gibt es Aufgaben in der Mission, für die Deutsche dringend gebraucht werden! Für bestimmte Arbeiten sind Deutsche nun mal besonders gut qualifiziert: Sie können durchhalten, sie wollen ihre Aufgabe ernsthaft und sorgfältig ausführen, sie sind verantwortungsbewusst, und sie können gut organisieren. Wir in der Dritten Welt brauchen dringend die Deutschen!" Eure Missionare mit ihrem hingebungsvollen Einsatz haben uns sehr gefehlt. Es ist Zeit, dass ihr zurückkommt und eure Berufung, die Gott euch anvertraut hat, wieder aufnehmt - so wie damals Elisa den "Prophetenmantel" aufgenommen hat (1 Könige 19,19). Es wird Zeit, dass ihr eure Aufgabe, eine dienende Führungsrolle einzunehmen, wiederentdeckt und dass ein Einfluss auf die Nationen, der sich an dem Willen Gottes orientiert, von euch ausgeht. Dieses Wiederhineinwachsen in die eigentliche Aufgabe Deutschlands hat bereits begonnen. Es begann schon in den Trümmern des Zweiten Weltkrieges, als Basilea Schlink zusammen mit der von ihr gegründeten Ev. Marienschwesternschaft begann, über die Notwendigkeit von Buße und Fürbitte zu lehren. Inzwischen werden Basilea Schlink und die Marienschwestern in der ganzen Welt als Pioniere der Gebetsbewegung geehrt. Ein weiterer Deutscher, der diese Berufung zu einem internationalen Dienst als seinen "Mantel der Berufung" aufnahm, ist der Evangelist Reinhard Bonnke. Er erlebte, wie sich durch seinen Dienst in Afrika Hunderttausende zu Jesus bekehrten. Ich kenne eine ganze Reihe von Deutschen, die in der Mission treu ihre Arbeit tun. Manche haben neue, kreative Ideen entwickelt oder Pionierdienste initiiert. Einige dieser Beispiele möchte ich herausgreifen und hier nennen: - Der oben erwähnte Deutsche, der in Indien als Missionar arbeitet, konnte dort schon viele für Jesus gewinnen. Er sagte u. a.: "Zehn Jahre lang habe ich in einem 'ganz normalen' Beruf gearbeitet und hatte ein bequemes Leben; das waren aber die Jahre, in denen ich unglücklich war. Irgendwie wusste ich nämlich, dass Gott einen anderen Plan für mein Leben hat. Obwohl ich nun in Indien weit weg von den Absicherungen meines früheren Berufslebens lebe, bin ich begeistert und zufrieden. Ich möchte mit keinem in Deutschland tauschen. - Ich wusste, dass Gott einen anderen Plan für mich hat ..."[lviii] - Walter Heidenreich aus Lüdenscheid fuhr mit einem Team von Deutschen in die Mongolei und erlebte, wie sich in diesem buddhistischen Land viele zu Jesus bekehrten. - Wilhelm Bläsing, der im CVJM München tätig ist, hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Einheit unter den Christen vorangetrieben wurde. - Ich erinnere mich an eine junge Deutsche, Vera Huchzermeier, die auf dem JMEM-Missionsschiff ANASTASIS die Dienste der Krankenschwestern geleitet hat. Tausende von Afrikanern haben durch den Dienst dieses Teams neue Hoffnung bekommen und konnten die Liebe Jesu Christi praktisch erleben. - Dr. Günter Krallmann begann in Lesotho einen Dienst unter den Hirtenjungen, die dort isoliert leben. - Ein deutscher Geschäftsmann, den ich gut kenne, startete eine Produktion in China, um auf diese Weise dort auch neue evangelistische Möglichkeiten zu schaffen und das Leben Christi weiterzugeben. Die Konferenzräume seiner Fabrik in Bayern stellt er für Zusammenkünfte von christlichen Vereinigungen und für Gemeinde-Veranstaltungen zur Verfügung. - Norbert Grieswald arbeitet im Rahmen der JMEM-Jugendarbeit ("King's Kids"), die Schulungsprogramme und Projekte für Teenager anbietet. Diese Aktivitäten ermöglichen es den jungen Leuten, schon früh ein Verständnis für den evangelistischen Lebenstil eines Christen zu bekommen und im In- und Ausland erste Erfahrungen mit praktischen evangelistischen Herausforderungen zu sammeln. - Ich erinnere mich an einen lutherischen Pfarrer, der in den Zeiten der DDR-Regimes trotz starken Drucks durch die Stasi den Mut hatte, Jugendkonferenzen abzuhalten und Hunderte von jungen Christen zu schulen. - Ein anderes Beispiel sind die Pionierleistungen im Bereich der christlichen Radio- und Fernsehanstalten; auf diesem Gebiet haben z. B. Horst Marquardt vom Evangeliumsrundfunk in Wetzlar und andere Beachtliches erreicht. - Ein weiteres Vorbild ist Pater Ernst Sievers, der in Uganda als Missionar tätig ist. Er hat dort - genauso wie in seiner deutschen Heimat - durch christliche Seminarprogramme für Laien ganz entscheidende Akzente für das geistliche Leben gesetzt.


Ich bitte Gott um 10.000 Deutsche ...

Alle diese Beispiele, die ich herausgegriffen habe, unterstreichen meine Beobachtung: Es gibt eine anwachsende Bewegung von Christen in Deutschland, die ihre missionarische Verantwortung erkannt haben. Viele von ihnen werden in den Missionsdienst hinausgehen und auf die Berufung, die Gott Deutschland anvertraut hat, reagieren. Ich bitte Gott um 10.000 deutsche Frauen und Männer, die sich als Missionare engagieren möchten. Kannst du dir vorstellen, was für eine Auswirkung das haben wird? Ich bitte Gott auch darum, dass er Autoren und Filmproduzenten dazu anregt, Bücher und Filme zu produzieren, in denen echte christliche Vorbilder aus der deutschen Geschichte (und aus der Gegenwart) lebendig werden[lix]; die jungen Deutschen brauchen solche Leitfiguren. Die Schlüsselrolle, die Deutschland hat, betrifft nicht nur den Missionsauftrag; sie betrifft auch den Frieden im Nahen Osten. Wir Christen sollen alle um Frieden für Jerusalem beten; aber der Friede kann nicht kommen, solange nicht Vergebung ausgesprochen wird. Wie mir gesagt wurde, war vor einiger Zeit ein prominenter deutscher Politiker in Israel. Als er um Vergebung für den Holocaust bat, weigerten sich seine Gesprächspartner jedoch zu vergeben. Wir müssen also dafür beten, dass Israel die Bereitschaft findet, Deutschland zu vergeben. Dann wird auch Israel Vergebung empfangen und einen Ausweg aus seinem Leid finden. Deutschland hat auch im Blick auf eine Erweckung in Europa eine Schlüsselrolle. Wo der Satan Tod und Sünde im überfließenden Maß brachte, wird die Gnade jedes Maß noch um vieles übertreffen. Gerade in dem Land, über das der Feind wie eine Flut hereinbrach, wird der Geist Gottes den "Pegelstand des geistlichen Lebens" anheben. Viele Gebetsbewegungen gewinnen an Kraft. Der Hunger nach Einheit wächst; das kann man an Veranstaltungen wie dem Marsch für Jesus ganz deutlich erkennen. Die Spaltungen der Vergangenheit sollen überbrückt werden. Intellektueller Stolz wird ersetzt durch Demut und Liebe zueinander. Mehr und mehr Evangelisten werden aktiv.Ich bin überzeugt: Dieses Land mit einem großen Herzen für die Nationen wird noch einmal die ganze Erde mit Bibeln, einer neuen Reformation, Erweckungsbewegungen, Gebet für die Nationen und die Aussendung von Missionaren zu jedem Kontinent segnen. Auch die Christen in Deutschland sollten beherzigen, was Gott durch den Propheten Haggai (2,4) seinem Volk zurufen ließ: "Doch nun fasst Mut, alle Menschen dieses Landes! Fasst Mut", spricht der Herr, "und arbeitet. Denn ich bin mit euch."



Anmerkungen

1 In den vergangenen vier Jahrzehnten habe ich auf meinen Dienstreisen tatsächlich alle Nationen der Erde besucht.

2 Swen Schönheit, Ein Jahr später, in: DER AUFTRAG Nr. 37 / 1990, S. 11 (Hier und in einigen der folgenden Anmerkungen wird auch auf die JMEM-Zeitschrift DER AUFTRAG hingewiesen, in deren Ausgaben manche dieser erweckungs- und geistesgeschichtlichen Zusammenhänge ausführlicher beschrieben sind.)

3 Der Gießener Politologieprofessor Claus Leggewie kam zu dem Schluss, dass rechtsradikal orientierte Jugendliche in Wahrheit martialisch kostümierte "Erziehungswaisen, Angehörige einer neuen vaterlosen und ... auf die ... Mütter fixierten Generation" seien (zitiert nach FOCUS 40/1993). In einem seiner Bücher (Claus Leggewie, Druck von rechts. Wohin treibt die Bundesrepublik?, Beck-Verlag, München 1993; zitiert nach FOCUS 40/1993, S. 148) teilt er folgende Beobachtung mit: "Es ist auffällig, wie viele junge Täter Söhne allein erziehender Mütter sind." (Es wäre natürlich völlig falsch, den allein erziehenden Müttern die Schuld für das kriminelle Verhalten der Söhne zu geben!)

4 vgl. Rolf-Dieter Braun/Immanuel Malich, Rattenfänger oder Lebenslotse? Wer prägt die Vaterlosen? (mit Literaturangaben), in: DER AUFTRAG Nr. 53/1994, S. 39ff.

5 vgl. Günter Veit, Deutschlands Gabe an die Welt, in: DER AUFTRAG Nr. 39/1991, S. 42f.; Steve McPeek, Großzügiges Geben: Eine Aufgabe für Deutschland!, in: DER AUFTRAG Nr. 48/1993, S. 58f.

6 John Warwick Montgomery, Referat "Massenkommunikation und biblische Verkündigung" (gehalten 1973 bei einer Konferenz des Evangeliums-Rundfunks in Zürich), S. 18 (zitiert nach Gerd Rumler, Die beste Nachricht der Welt, R. Brockhaus Verlag, Wuppertal 1977, S. 13 (Anm. 5)

7 John Warwick Montgomery, a. a. O.

8 Karl Stackmann, Luthers Übersetzungswerk, in: Martin Luther und die Reformation in Deutschland, Insel-Verlag Frankfurt 1983 (Katalog zur Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg), S. 275f.

9 vgl. Amedeo Molnár, Die Böhmische Brüderunität. Abriss ihrer Geschichte, in: Unitas Fratrum, Herrnhuter Studien, hrsg. von Mari P. van Buijtenen u. a., Utrecht 1975, S. 15-34

10 Adolf Vacovsky, History of the "Hidden Seed" (1620-1722), in: Unitas Fratrum, Herrnhuter Studien, hrsg. von Mari P. van Buijtenen u. a., Utrecht 1975, S. 35-54

11 Biographische Darstellungen bzw. Würdigungen seines Lebenswerks enthalten die in der Literaturübersicht genannten Bücher von Erich Beyreuther und das Zinzendorf-Kapitel in der übersichtlichen Pietismus-Darstellung von Martin Schmidt (Pietismus, Stuttgart 1972, S. 93ff.).

12 Über die Bedeutung von Zinzendorfs ganzheitlichem Erlösungsverständnis für die Entdeckung wichtiger gesellschaftlicher Aufgaben im Protestantismus schrieb Peter Zimmerling: "Ein entscheidender Grund für die weltweite Wirksamkeit der Brüdergemeine war ihre Erkenntnis, dass das Evangelium den ganzen Menschen nach Leib, Seele und Geist anspricht. Folgerichtig gab man sich nicht damit zufrieden, dass der Glaube nur einen abgegrenzten Bereich der menschlichen Existenz betraf. Vielmehr bemühte man sich darum, Menschsein in seinen biblischen, emotionalen und geistigen Vorzügen in die Nachfolge Jesu Christi zu integrieren." (P. Zimmerling, Wunder gab es früher schon. Das Herrnhaager Experiment von 1738, in: Horst-Klaus Hofmann und Maria Kaißling (Hrsg.), Baustellen der Hoffnung. Architektur - Spiritualität - Pädagogik in der Offensive, Verlag DAS BEISPIEL, Darmstadt 1990 (eine Veröffentlichung des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft, Reichelsheim), S. 22-25 (dort weitere Literaturangaben)

13 Der Kirchenhistoriker Martin Schmidt schreibt darüber zusammenfassend: "Beide in der Neuzeit als eigentlich moderner Ausweis der Kirche betrachteten Arbeitsformen, die Äußere Mission an den nichtchristlichen Völkern und die Innere Mission an den einheimischen Gewohnheitschristen, die die soziale Fürsorge mit umfasst, gehen auf August Hermann Francke und das hallische Waisenhaus zurück." (Martin Schmidt, Pietismus, Stuttgart 1972, S. 81)

14 J. Taylor Hamilton / Kenneth G. Hamilton, History of the Moravian Church, Bethlehem 1967, S. 19; Erich Beyreuther, Der junge Zinzendorf, Marburg 1957, S. 117f. und 122ff. - Einen ähnlichen Zusammenschluss initiierte Zinzendorf 1723: "By the summer of 1723 he considered the time ripe for the realization of a long cherished plan: he would establish centers of vital godliness along the lines developed by the pietistic movement. Accordingly in August, Zinzendorf, von Watteville, Rothe, and Schäffer united in what came to be called 'the Covenant of the Four Brethren.' It was in effect a renewal of the 'Order of the Grain of Mustard Seed', but with aims that were more definitely formulated. The four covenanted together to seek the power of the Holy Spirit both for their own renewal in godliness and for an increasing acceptance of the rule of Christ throughout the land. As a means to this end they proposed to win individuals by personal correspondence, to promote revivals of religion with the help of like-minded clergymen, to make extensive use of the printing press, to work for reform in pastoral methods and in the inner life of the churches, to support itinerant evangelists, and to found and maintain a college which would be distinctively religious in ist educational methods. Dresden, where Zinzendorf conducted religious services in his apartment, Görlitz, and especially Berthelsdorf were to be the first centers of their activity." (J. Taylor Hamilton / Kenneth G. Hamilton, History of the Moravian Church, Bethlehem 1967, S. 24)

15 Mit seinem Freund von Watteville schmiedete er Pläne über die Bekehrung "solcher, an die sich sonst niemand machen würde". (nach E. Beyreuther, Der junge Zinzendorf, Marburg 1957, S. 117)

16 Erich Beyreuther beschreibt die Situation im böhmisch-mährischen Raum zur Zeit Zinzendorfs folgendermaßen: "Karl VI. hatte die berüchtigten Religionspatente von 1721 erlassen. Durch sie wurden die harten Verfolgungen aller evangelischen Bewegungen im tschechischen wie mährischen Volk auch für die Zukunft fortgeschrieben. Allein in der Stadt Prag brachte eine Verhaftungswelle über 1000 Personen in Kerkerhaft. Was diesen Inhaftierten blühte, war grausam: Zwangsarbeit, Deportation an die türkisch-ungarische Grenze in menschenleere verwüstete Gebiete oder auch Galeerenstrafe." (Geschichte des Pietismus, Stuttgart 1978, S. 190)

17 "Was unternahm der Graf? Er bewies eine erstaunliche Toleranzbreite, eine zuwartende Geduld. Denn der alte Ketzerbegriff galt für ihn nicht mehr, dass irrige Lehren genügen, einem anderen den Glauben und die Liebe zu Christus abzusprechen und einen harten Trennungsstrich zu ziehen." (E. Beyreuther, Geschichte des Pietismus, Stuttgart 1978, S. 191)

18 Nach diesen "Ortsstatuten", die das Dorfleben ordnen und das Verhältnis zur Standesherrschaft regeln sollten, wurde Herrnhut "zu ewigen Zeiten von Dienstbarkeit, Leibeigenschaft usw. mit allen seinen statutenmäßigen Einwohnern freigesprochen". Den Exulanten wurde ein gewisses Selbstverwaltungsrecht eingeräumt. (Nikolaus Ludwig von Zinzendorf in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Stuttgart 1975, S. 69) - Beyreuther beschreibt und bewertet diesen Vorgang folgendermaßen: "Wie ein Mann traten die Herrnhuter vor und legten nach der Verlesung der Statuten ihre Hände in des Grafen Hand. Hier wurde etwas Neues sichtbar, eine Bruderschaft." (a. a. O.)

19 Beyreuther beschreibt die Bedeutung dieses Tages folgendermaßen: "Da brach etwas ganz elementar unter ihnen auf. Alle Differenzen unter ihnen wurden unwesentlich. 'Sie lernten einander lieben.' Damals ist ein neuer Geist über die Herrnhuter gekommen. So wurde Herrnhut eine Stadt der Liebe. ... Als eine verschworene Gemeinschaft bauten sie miteinander eine Stadt, ein Gemeinwesen auf, wie es die evangelische Christenheit noch nicht gekannt hatte." (Nikolaus Ludwig von Zinzendorf in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Stuttgart 1975, S. 70). An anderer Stelle beschreibt Beyreuther diese "Änderung ..., die am 13. August 1727 fast wie ein Wunder von den Zerstrittenen erfahren" wurde: "In einem Abendmahlgottesdienst ..., zu dem Magister Johann Andreas Rothe alle Zerstrittenen eingeladen hatte, ... fiel es allen wie Schuppen von den Augen. Sie lernten einander lieben. Es war für sie ein spektakuläres Geschehen, dass verhärtete Herzen aufgebrochen wurden. Von diesem Tage an begann ein Lernprozess. Die Brüdergemeine entstand, ein neues Modell gelebten Glaubens. Die Herrnhuter begruben ihre Gegensätze, gingen aufeinander zu und scharrten sich um den jungen Zinzendorf, der ein Bild von diesem neuen Modell aufzeigte ... Zinzendorf wusste sich berufen zu einer geformten und verbindlichen Bruderschaft, die sichtbar alle Glieder umspannte. Innerhalb der vorfindlichen Kirche sollte sie eine Dienstgemeinschaft sein ..." (Geschichte des Pietismus, Stuttgart 1978, S. 191)

20 In der Darstellung "History of the Moravian Church" wird dieses Gebet folgendermaßen beschrieben: "... the congregation knelt, and the count led in a public confession of sin in which all could that day sincerely join. He pled for a true union of hearts, for freedom from any sort of schism within their group and from offense to those that were without, for the establishment of their fellowship in the blood and Cross of Christ, for the edifying of their brethren and of the many hundreds of awakened persons in other places who had strayed into byways, and finally for a blessing upon two of the elders, Christian David and Melchior Nitschmann, in distant Hungary." (J. Taylor Hamilton / Kenneth G. Hamilton, History of the Moravian Church, Bethlehem 1967, S. 33)

21 "The varied experiences of this memorable year culminated in a realization of the presence of the Lord and a baptism of his Spirit in connection with the celebration of the Holy Communion at Berthelsdorf on Wednesday, August 13." ... "Those who partook received a veritable baptism of the Holy Spirit. Yet later they found it difficult to describe their experience. For the Spirit can no more be fully seen or grasped or described than can any other manifestation of God. He is recognized by the fruits of his presence. The congregation in Berthelsdorf that day knew with certainty that God had been among them - was among them still. They had his witness in their hearts. They knew his presence by the fullness of forgiveness and peace and brotherly love which possessed them. They were changed men, cleansed and ready as never before for the work of God. And we know that their experience was real by the same token. History tells most eloquently of what God gave our forefathers on August 13, 1727." (J. Taylor Hamilton / Kenneth G. Hamilton, History of the Moravian Church, Bethlehem 1967, S. 32f.)

22 Martin Schmidt, John Wesley, Zürich/Frankfurt 1953, Bd. 1, S. 130; Kenneth Scott Latourette, A History of Christianity, vol. II, San Francisco 1975, S. 1024

23 Wesleys Tagebuch-Eintragung vom 25.1.1736: "In the midst of the psalm wherewith their service began, the sea broke over, split the mainsail in pieces, covered the ship, and poured in between the decks, as if the great deep had already swallowed us up. A terrible screaming began among the English. The Germans calmly sung on. I asked one of them afterwards, 'Was you not afraid?' He answered, 'I thank God, no.' I asked, 'But were not your women and children afraid?' He replied, mildly, 'No; our women and children are not afraid to die.'" (zitiert nach Percy Livingstone Parker (Hrsg.), John Wesley's Journal, London, 1903, S. 7; vgl. Martin Schmidt, John Wesley, Zürich/Frankfurt 1953, Bd. 1, S. 130)

24 Latourette schildert diese Begegnung folgendermaßen (vgl. Wesleys Tagebuch-Eintragung vom 7.2.1736): "Arriving in Savannah, he met the Moravian leader Spangenberg. The latter pointedly asked him: 'Do you know Jesus Christ?' John could only reply: 'I know he is the saviour of the world.' Whereupon Spangenberg countered: 'True, but do you know that he has saved you?'" (Kenneth Scott Latourette, A History of Christianity, vol. II, San Francisco: Harper & Row 1975, S. 1024) - In seinem Tagebuch hat Wesley dann noch vermerkt: "I answered, 'I hope he has died to save me.' He only added, 'Do you know yourself?' I said, 'I do.' But I fear they were vain words." (Percy Livingstone Parker [Hrsg.], John Wesley's Journal, London, 1903, S. 8; vgl. auch Martin Schmidt, John Wesley, Zürich/Frankfurt 1953, Bd. 1, S. 133f.) 25Martin Schmidt erwähnt diese Möglichkeit ebenfalls (John Wesley, Zürich/Frankfurt 1953, Bd. 1, S. 232).

26 John Wesley notierte in seinem Tagebuch: "Am Abend des 24. Mai 1738 ging ich - an sich sehr ungern - in eine Gesellschaft, wo man Luthers Vorrede zu dem Brief an die Römer las. Ungefähr ein Viertel vor neun, beim Lesen der Stelle, wo er die Veränderung schildert, welche Gottes Kraft durch den Glauben an Jesum Christum im Menschen bewirkt, fühlte ich mein Herz auf wundersame Weise erwärmt. Ich fühlte, dass ich für mein Seelenheil mein Vertrauen einzig und allein auf Christum setzen müsse, und ich hatte plötzlich die Gewissheit, dass er alle meine Sünden von mir genommen und mich erlöst habe." (zitiert nach der [relativ freien] Übersetzung bei Günther S. Wegener, Die Kirche lebt. Der Weg der Christen durch zwei Jahrtausende, Kassel 1961, S. 270f.; engl. Originaltext: John Telford (Hrsg.), The Journal of the Rev. John Wesley ..., Standard Edition, London 1909-1916, Bd. 1, S. 475f. (zum 24. Mai 1738); vgl. auch Martin Schmidt, John Wesley, Zürich/Frankfurt 1953, Bd. 1, S. 232f.) 27Doris Braun kommt zu folgendem Ergebnis: "... die Tatsache, dass es in England zu keiner blutigen Revolution kam, wie Frankreich sie erlebte, wird von manchen Historikern auf das Wirken Wesleys und der Methodisten zurückgeführt ... Sie halten es für möglich, dass die methodistische Erweckungsbewegung die soziale Situation und das soziale Bewusstsein so veränderte, dass eine Revolution verhindert wurde. Auch wenn andere Historiker bezweifeln, dass England damals ebenso vor einer Revolution gestanden habe ..., kann man doch festhalten ...: Es ist tatsächlich dem Wirken von John Wesley zu verdanken, dass die sozialen Ungerechtigkeiten in England zu keinen größeren Unruhen führten. Die Reformbedürftigkeit des Parlaments und die katastrophalen Folgen der "industriellen Revolution", die sozialen Spannungen und die verschiedenen Bewegungen, die sie in der damaligen englischen Gesellschaft auslösten, hätten sehr wohl harte Auseinandersetzungen und Unruhen hervorrufen können. Aber es kam anders: Ausgehend von der Erneuerung seines eigenen Lebens verhalf John Wesley dann auch seinem Land zu einer Erneuerung, deren Wurzeln die Erlösung durch Jesus Christus ist." (Was hat Erweckung mit Sozialpolitik zu tun? - Das Programm John Wesleys, in: DER AUFTRAG Nr. 64, S. 48ff.; dort weitere Literaturangaben) 28Von dem Historiker Leslie Stephen wurde Wesley und die von ihm ausgelöste Erweckungsbewegung als das "wichtigste Phänomen seines Jahrhunderts" bezeichnet (L. Stephen, History of English Thought in the 18th Century, London [1876] 2. Aufl. 1881, II, S. 389) Die Zeitung The Spectator schrieb etwa 100 Jahre nach seinem Tod über seine Bedeutung: "Es mag wohl bezweifelt werden, ob in dem langen Lauf ... [der] Geschichte [Englands] irgend eine einzelne Persönlichkeit das Volksleben so direkt, handgreiflich und mächtig beeinflusst hat wie John Wesley." (Übersetzung zitiert nach J. L. Nuelsen, Kurzgefasste Geschichte des Methodismus von seinen Anfängen bis zur Gegenwart, Bremen 2. Aufl. 1929, S. 2 [sprachlich aktualisiert])

29 nach Doris Braun, a. a. O., S. 49

30 Stephen Neill, A History of Christian Missions, Penguin Books, Harmondsworth (1964) 1984, S. 188f.

31 Steve McPeek (Großzügiges Geben: Eine Aufgabe für Deutschland!, in: DER AUFTRAG Nr. 48/1993, S. 58f.)

32 Der wohl bekannteste Ausspruch Martin Luthers über die Juden ist sein Ratschlag, dass man "ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke und, was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich ... Zum andern, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche oder zerstöre ..." (Quelle: Martin Luthers Schrift "Von den Jüden und iren Lügen" aus dem Jahr 1543) - Es ist aber darauf hinzuweisen, dass Luthers Verhältnis zum Judentum kein rassisch begründeter Antisemitismus war, sondern aus bestimmten theologischen (Fehl-) Schlüssen und aus einer bestimmten eschatologischen Deutung seiner Zeit resultierte.

33 "Hitlers Denken war ... vom Geiste Richard Wagners und von so extremem Antisemitismus und verstiegenen Edelrasse-Theorien geprägt worden, wie sie Lanz von Liebenfels in seiner Zeitschrift 'Ostara' verkündete ..." (H. Buchheim, Artikel Nationalsozialismus, in: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Tübingen, 3. Auflage 1960, 4. Band, Sp. 1318).

34 vgl. August Kubizek, Adolf Hitler, mein Jugendfreund, Graz/Stuttgart (1953) 6. Aufl. 1995

35 In diesem Zusammenhang werden folgende Begriffe verwendet: "Righteous of the nations" - "Righteous among the nations" - "Justes des Nations" - "Gerechte der Völker" (vgl. Artikel Righteous of the nations, in: Encyclopaedia Judaica, Jerusalem 1972, Band 14, S. 184; Artikel Righteous among the nations, in: Encyclopedia of the Holocaust, New York 1990, Band 3, S. 1279)

36 Eine Reflexion über die alttestamentlichen Wurzeln dieser Bezeichnung und über die mit diesen Begriffen verbundenen Probleme ist zu finden in dem Buch Die Gerechten des Holocaust von David P. Gushee (S. 259ff., s. Literaturangaben).

37 Peter Steinbach und Johannes Tuchel (Hrsg.), Lexikon des Widerstandes 1933 bis 1945, München 1994, S. 162

38 Systematisch differenzierend beschreibt David P. Gushee, welche verschiedenen Hilfeleistungen für Juden von Nichtjuden erbracht wurden (im Kapitel "Die Gerechten der Völker" in seinem Buch Die Gerechten des Holocaust S. 127ff.; s. Literaturangaben).


39 Gustav Trampe (Hrsg.), Menschlichkeit in unmenschlicher Zeit. Allee der Gerechten, Berlin / Frankfurt a. M. 1995, S. 34 40Unter den "Gerechten der Völker", die dort geehrt werden, sind auch 271 Deutsche (Stand: August 1994) - zu ihnen gehört Oskar Schindler. (Gustav Trampe, a. a. O., S. 34

41 in achtjähriger Forschungsarbeit stellten Samuel und Pearl Oliner von der Humboldt State University in Kalifornien ihre Studie zusammen (Samuel P. Oliner / Pearl M. Oliner, The Altruistic Personality: Rescuers of Jews in Nazi Europe, New York, 1988).

42 Deutsche Nachschlagewerke dazu (s. Literaturverzeichnis): Steinbach / Tuchel (Hrsg.), Lexikon des Widerstandes 1933-1945 (knappes Nachschlagewerk, mehr als 400 Artikel zu Personen des Widerstandes)Benz / Pehle (Hrsg.), Lexikon des Deutschen Widerstandes (zehn Überblickskapitel; mehr als sechzig Sachartikel; 650 Kurzbiographien) 43Friedrich Hauß, Väter der Christenheit, Wuppertal, 5. Auflage 1976, S. 799 44nach Friedrich Hauß, a. a. O., S. 799 45Walter Poller, Arztschreiber in Buchenwald, (zitiert nach Friedrich Hauß, a. a. O., S. 799)

46 Peter Steinbach und Johannes Tuchel (Hrsg.), Lexikon des Widerstandes 1933 bis 1945, München 1994, S. 95

47 Weitere Informationen über J. v. Jan sind zu finden in dem Artikel "...länger zu schweigen wäre Sünde." Eine mutige Predigt gegen NS-Verbrechen, in: DER AUFTRAG Nr. 60, S. 20f. (dort auch Auszüge aus der eindrucksvollen Buß-Predigt vom 16.11.1938).

48 G. Ruhbach schreibt über ihn: "Als der NS-Staat mit seiner Euthanasie-Aktion das Leben seiner Kranken bedrohte, trat Bodelschwingh den Staatskommissaren in den Weg und erreichte zusammen mit anderen den Abbruch der ganzen Aktion." (G. Ruhbach, Artikel Bodelschwingh, Friedrich von, d. J., in: Ev. Lexikon für Theologie und Gemeinde [ELThG], Wuppertal und Zürich: Brockhaus Verlag, Bd. 1, 1992, S. 289f.; vgl. auch Manfred Hellmann, Friedrich von Bodelschwingh der Jüngere. Widerstand für das Kreuz Christi, Wuppertal/Zürich, 1988 und den Artikel von Johannes Mertens Wie "unwertes" Leben gerettet wurde. Innere Mission contra "Aktion Gnadentod", in: DER AUFTRAG Nr. 38, S. 40f.)

49 Peter Steinbach und Johannes Tuchel (Hrsg.), Lexikon des Widerstandes 1933 bis 1945, München 1994, S. 122; vgl. auch Interview mit Pfarrer Wolfgang Held ("...und dann sind mir ein paar Heilige über den Weg gelaufen", in: DER AUFTRAG Nr. 60, S. 48ff.

50 Die Formen des Widerstands reichten von der Verweigerung bis zum offenen Protest, von der heimlichen Hilfe für Juden bis zum Attentat auf Hitler. Auch die Motive, die zum Widerstand gegen das NS-Regime führten, waren sehr unterschiedlich: Bei manchen war es die Zugehörigkeit zu einer politischen oder weltanschaulichen Gruppierung; bei anderen war es ihre Herkunft oder eine ausgeprägte politische Überzeugung, die sie zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus motivierte. Zu individueller Auflehnung führten u. a.- die Empörung über die diskriminierende Behandlung von Minderheiten und Randgruppen (Juden, Sinti und Roma; ebenso Homosexuelle und Behinderte; später Zwangsarbeiter fremder Nationalität und Kriegsgefangene) - die Einsicht in staatlicherseits begangenes Unrecht- Mitleid und Solidarität mit Verfolgten - die Erkenntnis, dass das nationalsozialistische Regime die Grenzen staatlicher Befugnis überschritt(nach: Widersetzlichkeit und Widerstand von einzelnen [ohne Autorenangabe], in: Informationen zur politischen Bildung Nr. 243, 2. Quartal 1994; herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, S. 22/23; dort auch weitere Literaturhinweise und ein angemessen differenzierendes Kapitel über den Widerstand in kirchlichen Kreisen [S. 16-21])

51 vgl. dazu den Artikel über die Widerstandsgruppe "Weiße Rose" (S. 21) und andere christlich motivierte Dissidenten in der Ausgabe Nr. 60 der Zeitschrift DER AUFTRAG (z. T. mit weiteren Literaturangaben)

52 Peter Steinbach und Johannes Tuchel (Hrsg.), Lexikon des Widerstandes 1933 bis 1945, München 1994, S. 144

53 vgl. Will Berthold, Die 42 Attentate auf Adolf Hitler, Wien 1997

54 Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944) sagte kurz vor dem Attentat am 20. Juli 1944: "Es ist Zeit, dass jetzt etwas getan wird. Derjenige allerdings, der etwas zu tun wagt, muss sich bewusst sein, dass er wohl als Verräter in die deutsche Geschichte eingehen wird. Unterlässt er jedoch die Tat, dann wäre er ein Verräter vor seinem eigenen Gewissen." (zitiert nach einem unveröffentlichten Referat von Daniela Schikor über den deutschen Widerstand von 1933 bis 1945)

55 Peter Steinbach und Johannes Tuchel (Hrsg.), Lexikon des Widerstandes 1933 bis 1945, München 1994, S. 193 56Peter Steinbach und Johannes Tuchel (Hrsg.), Lexikon des Widerstandes 1933 bis 1945, München 1994, S. 14f.

57 Samuel Hofmann (DER AUFTRAG Nr. 48/1993, S. 59)

58 Samuel Hofmann, "Gott hatte einen anderen Plan für mich", in: DER AUFTRAG Nr. 57/1995, S. 16f. (auszugsweise zitiert)

59 Im Literaturverzeichnis sind auch Biographien genannt, in denen u. a. die folgenden Personen beschrieben werden:- Friedrich von Bodelschwingh der Jüngere (Autor: M. Hellmann)- Wilhelm Busch (U. Parzany)- Gerhard Tersteegen (A. Pagel)- Bartholomäus Ziegenbalg (E. Beyreuther)- N. L. v. Zinzendorf (E. Beyreuther) Sammlungen von Kurzbiographien sind die Bücher von Friedrich Hauß (Väter der Christenheit, R. Brockhaus-Verlag Wuppertal, 5. Auflage 1976) und Georg Popp (Die Großen das Glaubens, Quell Verlag / Verlag Friedrich Pustet, Stuttgart / Regensburg 1985) Auch in der JMEM-Zeitschrift DER AUFTRAG sind Artikel über "Pioniere des Glaubens" zu finden. (Diese Artikel sind meist mit der Rubriken-Überschrift "Unser Erbe" gekennzeichnet.)



Literatur

Wolfgang Benz und Walter H. Pehle (Hrsg.), Lexikon des Deutschen Widerstandes, S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 1994 Will Berthold, Die 42 Attentate auf Adolf Hitler, Ueberreuter-Verlag, Wien 1997 Erich Beyreuther, Bahnbrecher der Weltmission. Aus dem Leben Bartholomäus Ziegenbalgs ... , Ev. Missionsverlag, Stuttgart 1955 Erich Beyreuther, Nikolaus Ludwig von Zinzendorf in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, J. F. Steinkopf Verlag, Stuttgart 1975 Erich Beyreuther, Der junge Zinzendorf, Verlag der Francke-Buchhandlung, Marburg 1957 Erich Beyreuther, Geschichte des Pietismus, J. F. Steinkopf Verlag, Stuttgart 1978 David P. Gushee, Die Gerechten des Holocaust. Warum nur wenige Christen den Juden halfen, One Way Verlag, Wuppertal 1997 J. Taylor Hamilton / Kenneth G. Hamilton, History of the Moravian Church, Bethlehem 1967 Friedrich Hauß, Väter der Christenheit, R. Brockhaus-Verlag, Wuppertal 5. Auflage 1976 Manfred Hellmann, Friedrich von Bodelschwingh der Jüngere.

Widerstand für das Kreuz Christi, Verlag R. Brockhaus, Wuppertal/Zürich, 1988 August Kubizek, Adolf Hitler, mein Jugendfreund, Stocker-Verlag, Graz/Stuttgart (1953) 6. Aufl. 1995 Helmut Lamparter, Prüfet die Geister. Philosophen und Denker von Kant bis Bloch, Aussaat-Verlag, Wuppertal 3. Aufl. 1975 Kenneth Scott Latourette, A History of Christianity, vol. II, Harper & Row, San Francisco 1975 Garth Lean, John Wesley.

Revolution der Herzen, Brunnen-Verlag / Christliches Verlags-Haus, Gießen / Stuttgart 5. Aufl. 1996 Amedeo Molnár, Die Böhmische Brüderunität. Abriss ihrer Geschichte, in: Unitas Fratrum, Herrnhuter Studien, hrsg. von Mari P. van Buijtenen u. a., Utrecht 1975, S. 15-34 Stephen Neill, A History of Christian Missions, Penguin Books, Harmondsworth (1964) 1984 Arno Pagel, "Mein Vaterland heißt Ewigkeit". Gerhard Tersteegen - sein Leben und seine Botschaft, Brunnen Verlag, Gießen 1980 Percy Livingstone Parker (Hrsg.), John Wesley's Journal, Ibister & Company, London 1903 Ulrich Parzany, Im Einsatz für Jesus. Programm und Praxis des Pfarrers Wilhelm Busch, Neukirchen-Vluyn (1973) 1995 Guntram Philipp, Wortschaftsethik und Wirtschaftspraxis in der Geschichte der Herrnhuter Brüdergemeinde, in: Unitas Fratrum, Herrnhuter Studien, hrsg. von Mari P. van Buijtenen u. a., Utrecht 1975, S. 406f. Georg Popp (Hrsg.), Die Großen das Glaubens, Quell Verlag / Verlag Friedrich Pustet, Stuttgart / Regensburg 1985 Samuel P. Oliner / Pearl M. Oliner, The Altruistic Personality: Rescuers of Jews in Nazi Europe, New York 1988 Daniela Schikor, Deutscher Widerstand von 1933 bis 1945, Schwabmünchen 1994 (unveröffentlichtes Referat) Martin Schmidt, John Wesley, Gotthelf-Verlag Zürich/Frankfurt a. M., Bd. 1, 1953, Bd. 2, 1966 Martin Schmidt, Pietismus, Stuttgart 1972 Swen Schönheit, Die Antwort der Christenheit Deutschlands auf den Geist des Nationalsozialismus, Berlin 1983 (unveröffentlichtes Typoskript) Swen Schönheit, Der Aufbruch der Pfingstbewegung, Tübingen 1981 (unveröffentlichtes Typoskript) Peter Steinbach und Johannes Tuchel (Hrsg.), Lexikon des Widerstandes 1933 bis 1945, C. H. Beck Verlag, München 1994 Gustav Trampe, Menschlichkeit in unmenschlicher Zeit. Allee der Gerechten, Ullstein-Verlag Berlin / Frankfurt a. M. 1995 Adolf Vacovsky, History of the "Hidden Seed" (1620-1722), in: Mari P. van Buijtenen u. a. (Hrsg.), Unitas Fratrum, Herrnhuter Studien, Utrecht 1975, S. 35-54

Günther S. Wegener, Die Kirche lebt. Der Weg der Christen durch zwei Jahrtausende, J. G. Oncken Verlag, Kassel 1961 Peter Zimmerling, Wunder gab es früher schon. Das Herrnhaager Experiment von 1738, in: Horst-Klaus Hofmann und Maria Kaißling (Hrsg.), Baustellen der Hoffnung. Architektur - Spiritualität - Pädagogik in der Offensive, Verlag DAS BEISPIEL / Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft, Darmstadt / Reichelsheim 1990, S. 22-25



Hinweise zum Text
Copyright: Loren Cunningham

Dieser Text wurde übersetzt und bearbeitet von Rolf-Dieter Braun unter beratender Mitarbeit von Daniela Schikor und Swen Schönheit.

Der vorliegende Text ist eine erweiterte und aktualisierte Fassung des Aufsatzes Deutschlands Bestimmung, der vor einigen Jahren vom Büro für Weltmission veröffentlicht wurde (in der Textsammlung Los jetzt! Ein Handbuch für die Mission, Verlag Marsch für Jesus, Lüdenscheid 1994, S. 54-70). Ein Teil der Anmerkungen und Literaturangaben wurden von Rolf-Dieter Braun ergänzt.

Home | Aktuelles Magazin | Mediathek | Abo | Shop | Kontakt | Gebetsanliegen | Verlag | Links | Leserreisen | Charisma 144 | Charisma 145 | Charisma 146 | Charisma 147 | Charisma 148 | Charisma 149 | Charisma 150 | Charisma 151 | Charisma 152 | Charisma 153 | Charisma 154 | Mediadaten | Gerhard Bially | Impressum | Sitemap


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü