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Auftrag

Charisma 146 > Aus dem Magazin

Wahnschaffe
Gottes „internationaler“ Auftrag
Die Metamorphose einer deutschen Pfingstgemeinde zu einer internationalen Ortsgemeinde

Als Gott Abraham berief, hatte er schon damals die Nationen im Blick, die durch ihn und sein Volk mit Gottes rettender Liebe gesegnet werden sollten (Gen/1 Mo 12,3 „… und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!“) Gottes Vision von Israel war also ein Volk, das von Anfang an evangelistisch ausgerichtet sein würde.

Im Neuen Testament finden wir einen Auftrag Gottes, der alle Nationen umspannt: Es ist der sogenannte Missionsbefehl (Mt 28,19). Jesus gab den Jüngern vor seiner Rückkehr zum Vater den Befehl, eine internationale Gemeinde zu bauen; und der Heilige Geist bekräftig-te dies, indem er zur Geburtsstunde der ersten Gemeinde 3000 neue Gläubige aus allen damals bekannten Sprachgebieten schenkte.

1986 gab mir der Heilige Geist in einem Sonntagsgottesdienst ein prophetisches Wort, das genau dieses Sehnen Gottes nach einer Gemeinschaft aus allen Völkern, Sprachen und Nationen offenbart:
„Du kommst aus einer anderen Nation in diese Stadt und in diese Gemeinde und dies ist nicht ein Zufall oder das Ergebnis von Umständen, sondern ich, der Herr, habe dich aus deiner Heimat hierher geführt: Du sollst dieser Gemeinde helfen, eine internationale Gemeinde zu werden, die fähig ist, alle Nationalitäten dieser Stadt mit dem Evangelium zu erreichen.“?Wir verstanden es so, dass diese Botschaft an die vielen Besucher aus anderen Ländern gerichtet war. Zugleich beinhaltete sie jedoch eine große Herausforderung an uns als „Centrum Lebendiges Wort“, in der alten Bundeshauptstadt und dem jetzigen UN-Standort eine internationale Gemeinde zu bauen. ächst wussten wir nur, dass Gott gesprochen hat und eine neue Art von Einheit in der Gemeinde bewirken möchte. Andererseits durchbrach das die Art unseres Gemeindedenkens. Denn obwohl damals schon viele Mitglieder und Besucher aus anderen Nationen kamen, war unsere Identität unverändert geblieben: Wir waren eine deutsche Gemeinde, die sich um die „armen Ausländer“ kümmerte. Gut Gemeintes führte zu einseitigen Beziehungen zwischen „uns Deutschen“ und „den Ausländern“. Dieses Denken teilte die Gemeinde in zwei Klassen und wertete unsere internationalen Freunde ab.jenem Sonntagmorgen vor zwölf Jahren an bis heute musste sich unser Denken kontinuierlich verändern. Unser heutiges Bild der Gemeinde könnte man folgendermaßen beschreiben: Wir sind keine deutsche Gemeinde, sondern internationale Geschwister und bauen gleichberechtigt mit unseren unterschiedlichen kulturellen Hintergründen eine internationale Gemeinde.

Vision einer internationalen Gemeinde wurde in alle Arbeits- und Lebensbereiche übertragen. Hier einige Beispiele:


Kommunikation scheint mir das A und O in einer internationalen Gemeinde zu sein. Unser Übersetzungsdienst, der Gottesdienste und Seminare in bis zu zehn Sprachen simultan übersetzen kann und unter der Leitung von Nakato Makumbi-Kidza steht,
?gehört zum Herzen unserer internationalen Gemeinde. Sie ist inzwischen so ausgerichtet, dass Menschen aus ganz unterschiedlichen Völkern sich hier treffen und wohlfühlen können.

Anbetung
International geprägte Hauszellgruppen sowie fremdsprachige Hauszellgruppen für die vielen Mitglieder, die die deutsche Sprache noch nicht beherrschen, helfen in einer großen Gemeinde eine Heimat zu schaffen. Jesus kann in der eigenen Sprache gepriesen und angebetet werden.ermutigen wir die Lobpreisteams immer wieder, Stilelemente aus anderen Ländern in den Lobpreis einfließen zu lassen. Sänger und Musiker aus anderen Herkunftsländern sollen bewusst „ihre Note“ einbringen.

Lehre
Indem wir gemeinsam das Wort Gottes studieren, werden wir auf Jesu Auftrag Gemeinde zu bauen ausgerichtet. Der vielfältige kulturelle und theologische Hintergrund unserer Geschwister erfordert eine gesunde und ausgewogene Lehre. Dies ist wichtiger als Kleidungsstile, Gebetsstile, Emotionalität im Lobpreis oder Sonderlehren.

Dienst
Längere Zeit gab es die große Schwierigkeit der „geistlichen Arbeitslosigkeit“ für unsere internationalen Geschwister. Sie nahmen an, dass ihre Deutschkenntnisse für einen Dienst in der Gemeinde unzureichend seien, dass die Deutschen ihre Begabung nicht bräuchten und ein „Ausländer“ nicht Leiter von Deutschen sein sollte.achten wir sehr auf die Worthygiene und kommunizieren regelmäßig, dass wir keine deutsche, sondern eine internationale Gemeinde sein wollen, in der gleichberechtigt nebeneinander gearbeitet wird und die verschiedenen Begabungen und kulturellen Hintergründe geschätzt werden. Das Wort „Ausländer“ demotiviert und grenzt aus. Nach Hebräer 11,13-16 und Galater 3,28 sind wir als gläubige Christen nicht mehr in erster Linie Bürger einer Nation auf Erden, sondern Bürger des Himmels.Arbeitskreise sind inzwischen international und werden größtenteils von „Internationalen“ (engl. internationals) geleitet. Gott legte auch der Gemeindeleitung die Frage nach einem internationalen Ältestenrat aufs Herz. Einige Jahre waren dann Älteste aus Ghana und Korea in diesem Kreis integriert, bevor sie aufgrund ihrer UN-Zugehörigkeit oder aus beruflichen Gründen versetzt wurden. Der Effekt ihrer Ältestenschaft war für die Gemeinde überwältigend!

Evangelisation
Es liegt ein besonderer Segen darauf, mit einem internationalen Team zu evangelisieren. Jesus lehrt in Johannes 17,23, die Welt werde an unserer Einheit erkennen, dass er vom Vater gesandt wurde, die Menschen zu retten. So kommen in der Gemeinde viele Menschen auch deshalb zum Glauben, weil sie sehen, wie wir nationale Schranken bei uns überwinden. Zum Beispiel sind die jährlichen Jugendevangelisationen in den neuen Bundesländern international ausgerichtet und ein großes Zeugnis für die Jugendlichen dort.

Stolpersteine auf dem Weg
Rückblickend war die Jahre währende, jedoch lohnende Transformation zu einer internationalen Gemeinde eine große Herausforderung. Barrie-ren waren zu überwinden, die darin bestanden, in den Internationalen nicht nur gleichgestellte Geschwister zu sehen, sondern sich immer wieder mit den unterschiedlichen kulturellen Vorstellungen von Gemeinde und Zusammenleben auseinanderzusetzen. mussten zum Beispiel auch die Ältestensitzungen zweisprachig (englisch/deutsch) geführt werden. Dies war manchmal mühselig für den Ältestenkreis, aber fruchtbar für das Gemeindeleben. Ein Stolperstein stellt nach wie vor die kurze Verweildauer der internationalen Ältesten dar. Aufgrund ihrer UN-Zugehörigkeit oder wegen beruflicher Veränderungen wechseln sie nach einigen Jahren in andere Länder und Gemeinden. besseren sprachlichen Verständigung wurde auch die Investition von über 50.000 Ä in eine Übersetzungsanlage unumgänglich. Ein großes finanzielles Opfer für die Gemeinde - aber eine Investition der Liebe für die internationalen Geschwister.?



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